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Das Comeback: Genau so geht IFA!

Chapeau IFA! „Draußen“ ist die Welt durch mehrere Groß-Krisenlagen aus den Angeln gehoben, Corona nach wie vor in allen Köpfen, und Reisen von und nach Asien sind kaum möglich. Nichts davon zu spüren in den Hausgeräte-Hallen am Südeingang der Berliner Messe. Eindrucksvolle Stand-Architektur, zahlreiche Weltpremieren, ein freudig erregtes Fach-Publikum: Es war IFA. Und es fühlte sich wie IFA an!


Die IFA 2022 Beiträge im einzelnen!

Der Messe-Freitagmorgen am Südeingang: Blauer Himmel, (eitel) Sonnenschein, hunderte Besucher strömen bereits eine halbe Stunde vor Öffnung voller Erwartung aus den Bussen der Verbundgruppen oder aus der S-Bahn aufs Messegelände. Und als wäre nichts gewesen, stehen – wie 2019 und 2018 – zwei Free Jazzer vor dem haushohen, blauen IFA-Aufsteller, um das Publikum mit Saxophon und Kontrabass auf das Hochamt der Consumer und Home Electronics-Branche einzustimmen.

Alles so wie immer? Nicht ganz …

Die Kater(ver)stimmung zwischen der Messe Berlin und gfu war in vielen Gesprächen mit Ausstellern wie Händlern und Vertretern der Verbundgruppen zu hören. Auch gab es teilweise harsche Kritik an der Messe Berlin und dem „Versorgungsmonopol“ auf dem Messegelände. Ärgerlich für die Betroffenen, aber letztlich erst einmal eine Fußnote.

Denn: Der eigentliche Anlass, die Messe IFA, meldete sich trotz einiger prominenter Absagen (u.a. Hisense Gorenje, Groupe SEB, De’Longhi bei der Weißen Ware) mit Glanz und Gloria unter dem Funkturm zurück. Und selbst einige derer, die nicht da waren, waren irgendwie doch in Berlin: entweder kamen sie bei den Verbundgruppen unter, mieteten Hotspots an wie das ehemalige Cafe Kranzler oder baten zu Gesprächen in Hotelsuiten.

Mehr noch: Alle (und es waren binnen unserer sechs Tage vor Ort viele, mit denen infoboard.de gesprochen hat), plädieren (trotz Kritik an der Messegesellschaft) für den Standort Berlin – und das im Jahres-Rhythmus. Euronics Aufsichtsratschef Dirk Wittmer (Euronics Johann + Wittmer, Ratingen): „Wir waren zu siebt, mit allen Einkäufern und den zwei Inhabern auf der IFA. Und alle waren sehr angetan. Die Branche braucht die IFA. Jährlich. Auch, um bei den Neuheiten in den ersten Monaten die Preise stabil zu halten.“

Nachhaltigkeit das Top-Thema

Niklas Geuer (EP:Geuer in Frechen & Kerpen) ergänzt: „Schön zu sehen, wie die gesamte Branche wieder zusammenkommt. Und wie schön ist es auch zu sehen, dass das Thema Nachhaltigkeit ganz oben steht.“ Sein persönliches Messe-Highlight: Liebherr mit der kreislauffähigen Vakuum-Perlit-Technologie unter dem Namen BluRoX.

Apropos Nachhaltigkeit: Hakan Bulgurlu, CEO von Arçelik, richtete einen leidenschaftlichen Appell an die Consumer und Home Electronics-Branche, zusammenzuarbeiten und ihren Teil zur Eindämmung des Klimawandels wie zur Reduzierung der Umweltverschmutzung beizutragen. Dirk Wittmer berichtete derweil davon, noch nie so viele Vorteile von Home Connect (BSH) auf einmal gesehen zu haben. Weitere Top-Themen für ihn: Wellness, Gesundheit und das Kochen zu Hause.

Ein weltweites Top-Ereignis

Unser Eindruck: Nach drei Jahren Pause hat sich die IFA in Berlin als weltweites Top-Ereignis für die Consumer und Home Electronics-Branche saustark zurückgemeldet. Trotz noch geltender Pandemie-Beschränkungen, von denen Teile Asiens weiterhin betroffen sind, belegten die Aussteller mehr als 80% der Ausstellungsfläche. Bei den Hausgeräten führte wohl lediglich die Kleingeräte-Halle 6 mit überdimensioniert breiten Gängen ein Schattendasein, zumindest im Vergleich zu 2019.

Einer der wenigen, verbliebenen Top-Aussteller dort: „Der erste Tag fühlte sich nachmittags wie ein Abbau-Tag an.“ Aber sonst großes Kino in den Hallen 1 (mit Bosch & Siemens), 2 (mit Jura, Miele und Liebherr), 3 (mit Haier, Beko Grundig & der EK/servicegroup) oder 4 (u.a. AEG & Beurer), mitunter fast kein Durchkommen bei LG (in Halle 18) oder bei Samsung im CityCube.

Die Aussteller nutzten die Gelegenheit, endlich wieder mit Händlern und den Verbrauchern in Kontakt zu treten. Und nicht selten war das Networking, das Wiedersehen, die echte Kommunikation untereinander wichtiger als die eigentlichen Neuheiten. Mangelnde Innovationsdichte wie in manchen Gesprächen heraus zu hören? Mag sein (die Weltpremieren indes sprechen eine andere Sprache), aber das ist angesichts der Chip-Krise und Lieferketten-Problematik kein Aufreger. Und der IFA-Jahrgang 2022 bot einen Marktplatz im besten Sinne.

Die IFA 2022 war angesichts der widrigen Rahmenbedingungen insgesamt recht gut besucht, insbesondere angesichts der anhaltenden Reisebeschränkungen in Asien. An den fünf Messetagen kamen über 161.000 Menschen nach Berlin. Zum Vergleich: 2019 waren es 245.000 Besucher, mithin in diesem Jahr rund ein Drittel weniger. „Nur ein Drittel“, möchte man mit Blick auf den Besucher-Schwund anderer Top-Messen hinzufügen.

Mehr Fachbesucher, mehr Digitales

Vor allem aber: Im Vor-Pandemie-Vergleich war der Anteil der Fachbesucher höher. Und: Viele Aussteller berichteten von einer ungewöhnlich hohen Zahl von Geschäftsabschlüssen während der Messe. Zudem habe es eine starke Nachfrage auf den digitalen Kanälen wie IFA Virtual, der App und den Social Media-Plattformen gegeben. Letztere erzielten mehr als 1,6 Millionen Aufrufe.

Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu: „Die IFA hat sich mit den bedeutendsten Trends für Produkte und Lösungen in den Bereichen Consumer Electronics und Home Appliances sowie angrenzender Branchen, besonders im Themenfeld Nachhaltigkeit, eindrucksvoll zurückgemeldet.“

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey ist überzeugt: „Die Leitmesse mit ihren smarten Innovationen und energieeffizienten Technologien ist ein Motor für die Wirtschaft und die Märkte weltweit. Sie ist eines der Aushängeschilder Berlins, nicht nur als Messe und Kongress, sondern auch als führende europäische Drehscheibe für Innovation und Technologie. Die IFA 2022 ist eine Art Leuchtturm, nicht zuletzt, weil sie nach zwei schwierigen Jahren für einen Aufschwung steht.”

„First Ladies“ (v.l.): Dr. Sara Warneke (Managing Director der gfu Consumer & Home Electronics GmbH) und Berlins „Regierende“ Franziska Giffey. Foto: Messe Berlin
„First Ladies“ (v.l.): Dr. Sara Warneke (Managing Director der gfu Consumer & Home Electronics GmbH) und Berlins „Regierende“ Franziska Giffey.

„Wir brauchen eine Leitmesse!“

Stimmt alles. Aber für ein Aushängeschild Berlins (mit entsprechender Bedeutung für Hotellerie & Gastronomie) sollte man die IFA in der Hauptstadt nicht wie ein Stiefkind behandeln. Denn weder am Flughafen, noch am Hauptbahnhof oder in der Innenstadt hat Dirk Wittmer wie in früheren Jahren das IFA-Gefühl gehabt: „Wir brauchen eine Leitmesse mit Außenwirkung in Deutschland, in der Welt und eben auch in Berlin.“ Und weiter: „Dazu gehören auch medienwirksame Events, Top-Stars im IFA-Sommergarten, ein Gesamt-Erlebnis eben.“

Was bei allen Händlern in Hintergrundgesprächen immer wieder zu hören ist: Keine domotechnica mehr, auch keine Cebit mehr – die IFA ist eine der letzten verbliebenden Leitmessen der Branche. Daher: „Verspielt auch nicht deren Ruf.“

ElectronicPartner Vorstand Karl Trautmann ist ein Freund klarer Worte, sparte denn auch nicht mit harscher Kritik an der Messe Berlin, spricht von einem „Berliner Sumpf“, handwerklichen Fehlern und fehlendem Wettbewerb von der Abfallbeseitigung bis hin zur Verpflegung auf dem Messegelände. In Sachen Flexibilität, Preis-Leistungsverhältnis und Kommunikation sei manches im Argen. Trautmann: „Wir schreiben nicht mehr 1965 oder 2015, sondern 2022.“ Gesagt hat es so keiner, gemeint haben es so oder so ähnlich alle: „Vermasselt das nicht mit der IFA!“ Die nächste IFA findet vom 1. bis 5. September 2023 statt.

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