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Story

Euronics Kongress: Von Machern, Wunscherfüllern und Service-Profis

Ziel und Motto des Euronics Kongresses in Leipzig: Erfolg in der digitalen Zukunft.
Ziel und Motto des Euronics Kongresses in Leipzig: Erfolg in der digitalen Zukunft.
Liebevoll, jedoch ein wenig schüchtern, legt Benedict Kober einen Reif um den Arm von Moderatorin Judith Rakers. Passend zum Armreif hält der Vorstandsvorsitzende der Euronics Deutschland eG kurz danach eine Kette in die Höhe. Sollen die Euronicer nun zu Schmuckverkäufern werden? Kober locker: „Wenn es sich um lifestylige Wearables dreht, wie beispielsweise um Fitness-Tracker von Fitbit, warum denn nicht!

Ebenfalls auf dem Euronics Kongress Anfang April in Leipzig zu sehen: Drohnen im Starwars-Design, die sogar gegeneinander kämpfen können Und dann gab es noch ein unwiderstehliches Angebot, das Konsumenten für schlappe 22.200 Euro inkl. MwST. erwerben können. Das Paket beinhaltet einen Samsung 88 Zoll Smart Qled TV, ein Samsung Smartphone Galaxy S8+ sowie ein Samsung Tablet S3. Und obendrauf noch der absolute Kracher: Im Preis enthalten ist ein Cityflitzer Smart fortwo aus dem Hause Daimler. Wenn das kein smartes Angebot ist!

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Bildgalerie Euronics Kongress 2017 ^

Das Tegometall-Regal hat ausgedient ^

Doch um als Händler erfolgreich in der digitalen Zukunft bestehen zu können, bedarf es weit mehr als nur auf die richtigen Trendprodukte und -themen zu setzen. Kober schreibt den Teilnehmern des Euronics Kongresses drei Schlüsselfaktoren nachdrücklich ins Stammbuch: Emotionalisierung (PoE), Digitalisierung inklusive einer Prozessoptimierung sowie die Verbesserung der Personaleffizienz.

Er ruft seinen Mitgliedern unmissverständlich zu: „Vernetzte, multifunktionale Produkte vereinen sich zu Themenwelten. Wir müssen daher weg von der klassischen Warengruppenstruktur. Einfach Ware auf Tegometall-Regalen zu präsentieren, das wird nicht mehr funktionieren.“ Ferner plädiert er, die Aufenthaltsqualität in den Geschäften – beispielsweise durch eine Showküche – deutlich zu verbessern.

An die Mitglieder, die ein klassisches Fachgeschäft betreiben, plädiert Kober, „sie mögen doch ihre Individualität noch stärker ausprägen, sich als Wunscherfüller, Macher sowie als Service-Profi gegenüber dem Kunden profilieren.“

Zusätzlich bedarf es, die emotionalen Komponenten durch digitale Prozesse wie beispielsweise durch eine elektronische Preisauszeichnung (soll bei Euronics Ende 2017 an den Start gehen) zu ergänzen und abzurunden. Hierzu zählen auch Abfragefunktionen an der Kasse, die zu neuen Erkenntnissen und damit zu effizienteren Werbemaßnahmen führen sollen.

Kunden-Sehnsüchte im digitalen Zeitalter ^

Hintergründe und Anregungen zum „Point of Emotion“ (PoE) gaben auf dem Euronics Kongress auch die Referenten Prof. Dr. Jens Böcker, von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) sowie der Hirnforscher und Diplom Psychologe Klaus Rempe. Böcker widersprach der These, dass „über kurz oder lang alles digital wird“. Er ist überzeugt, “dass persönliche Beratung, die Haptik des Produkts, gemeinsame Shoppingausflüge oder ein attraktives Einkaufserlebnis von Onlinern nicht erbracht werden kann. Allein auf der Handoberfläche sitzen über 10.000 Rezeptoren. Somit ist das haptische Erlebnis immer noch einer der wichtigsten Faktoren bei der Kaufentscheidung.“

Darüber hinaus konstatiert er: „Der moderne Handelstyp beherrscht alle Kommunikationskanäle, erfasst und analysiert seine Kundendaten und setzt gezielt auf neue Technologien.“ Sein Credo für ein Überleben in der digitalen Zukunft: „Emotionalisierung durch Showrooms und Produktinszenierungen, Sicherstellung eines kontinuierlichen Dialogs mit den Kunden, Sicherstellung eines einheitlichen Erscheinungsbildes sowie Gleichbehandlung aller Kanäle.“ Er schließt mit dem Appell: „Lernen, lernen. lernen.“

Für den Diplom-Psychologen und Hirnforscher Klaus Rempe muss der Point of Emotion im digitalen Zeitalter „Kunden-Sehnsüchte durch Erlebnisse und Faszination wecken.“ „Kunden“, so der Motivationsexperte, „bedürfen individueller Aufmerksamkeit und sie brauchen Nestwärme. Professionelles Auftreten ist ein Muss. Und dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass dies heute alles unter hohem Tempo abläuft.“

Zielsetzung: Erste Geige im Markt ^

Und wie muss sich die Marke Euronics verändern, um in dieser digitalen Welt die erste Geige zu spielen? Diese Frage stellte sich auch Jochen Mauch, Marketingchef und Leiter eCommerce bei der Ditzinger Verbundgruppe. Seine Erkenntnis: „Marke ist heute weit mehr als Preis. Marke gibt Orientierung, steht für Verbindlichkeit und Ordnung. Kunden identifizieren ihren Nutzen und den möglichen Mehrwert über die Marke.“ Und Mauch voller Inbrunst: „ Wir können mehr als Ware, wir können Dienstleistung, wir können Installation, wir können reparieren, wir können Lösungen. Wir können unsere Fachkompetenz als Fachhändler – offline wie online.“

„Dein bestes Zuhause“ ^

Resultat aller Marketingüberlegungen ist die neue Positionierung: Euronics steht „Für Dein bestes Zuhause der Welt.“ Mauch konkretisiert: „ Jede Anstrengung, die wir unternehmen, machen wir für „Das beste Zuhause der Welt. Es geht um eine Haltung. Bei allem was wir tun, begreifen wir uns immer als Dienstleister für „Dein bestes Zuhause.“ Umgesetzt wir die Kampagne, bei der der Kundennutzen deutlich im Fokus steht, von der Hamburger Agentur Grabarz und Partner, die ähnliche Strategien bereits mit Kunden wie IKEA und Edeka erfolgreich umgesetzt hat.

CCR – Auf bestem Wege zur echten Erfolgsstory ^

Keine Euronics-Veranstaltung der letzten Zeit auf der das Thema CCR – Cross Channel Retail – nicht eine dominante Rolle einnahm. So auch auf dem diesjährigen Kongress. Jochen Mauch konnte in Leipzig erste Rekorde vermelden. So verbuchte der Marktplatz www.euronics.de in 2016 über 13 Millionen Besucher, ein Plus von über 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mittlerweile generiert euronics.de einen Tagesumsatz von rund 400.000 Euro. Ein Mitglied schaffe gar schon mit seinem eigenen Shop einen Monatsumsatz von 300.000 Euro. Und für Euronics XXL Menth, Vilshofen, trägt der eigene Shop bereits 25 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Und besonders erfreulich: Auch die Zuführungsquote stimmt. Auf einen Euro online generierten Umsatz kommen bereits zwei Euro stationär hinzu.

Mauch weiß jedoch, dass es noch viel zu tun gibt. Auf seiner Agenda hat er die technische Weiterentwicklung, die Intensivierung der Online-Marketingaktivitäten, die Anpassung der Zentralorganisation, die Qualifizierung aller Beteiligten sowie das ganz große Thema „Smart Data.“ Mauch zufrieden: „Das Marktplatzmodell funktioniert, die Zuführung funktioniert, die Google-Kampagne funktioniert und die Zukunftspotentiale sind erkannt und angepackt.“

Die Wichtigkeit von CCR unterstreicht Kober mit den Worten: „Es geht nicht darum zu sagen, das Internet ist schlecht. Im Gegenteil, das Internet ist großartig! Die Kombination aus persönlicher Nähe, ein Vertrauensverhältnis aus der Kombination von stationärem Handel und Online-Handel – das ist die Zukunft. Das entspricht voll und ganz unserem Kongress-Motto: Erfolg in der digitalen Zukunft.“

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