Euronics Trendmonitor: Smart Home hat noch viel Luft nach oben

„Smart Home ist immer noch nicht so präsent, dass Kunden darin einen Mehrwert erkennen“, Benedict Kober, Vorstandsvorsitzender Euronics, bei der Vorstellung des Trendmonitors 2018 auf Mallorca.
„Smart Home ist immer noch nicht so präsent, dass Kunden darin einen Mehrwert erkennen“, Benedict Kober, Vorstandsvorsitzender Euronics, bei der Vorstellung des Trendmonitors 2018 auf Mallorca.
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Auch wenn die Industrie auf der IFA alle Jahre wieder den Durchbruch zum Massenmarkt beschwört: Deutschland ist noch nicht smart! „Smart Home ist immer noch nicht so präsent, dass Kunden darin einen Mehrwert erkennen“, erklärte Euronics Vorstandssprecher Benedict Kober anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse des jährlichen Trendmonitors im Rahmen der Summer Convention auf Mallorca. 72 % der Befragten sehen sich nicht als smart, benötigen mehr Aufklärung. „Eine Chance für den Fachhandel“, so Kober.

Technisch sehr gut ausgestattet ^

Dennoch zeigt der Euronics Trendmonitor deutlich: Die deutsche Haushalte sind technisch sehr gut ausgestattet. Und wenn Deutschland doch noch nicht so smart unterwegs ist, wie Medienberichte und die PR der Industrie vermuten lassen, dann liegen genau hier die Wachstumspotentiale für den mittelständischen Fachhandel.

Der Euronics Trendmonitor wird jährlich in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Value_A Marketing Intelligence erstellt. Die Konsumentenbefragung für den diesjährigen Trendmonitor wurde im Mai 2018 auf Basis einer repräsentativen Online-Befragung von 2.000 Kunden durchgeführt. Mit dem Trendmonitor liefert Euronics seinen Mitgliedern detaillierte Einblicke in die Branchenentwicklung sowie aktuelle Zahlen zum Konsumverhalten und ausgewählten Produktkategorien.

Euronics nutzt den Trendmonitor vor allem, um noch besser zu verstehen, was sich die Kunden für ihr „bestes Zuhause der Welt“ wünschen. Kober: „Der Trendmonitor beleuchtet die Themen, mit denen man Geschäfte macht.“ Betrachtet man die technische Ausstattung deutscher Haushalte, wird deutlich, dass sich Geräte aus den Kategorien TV, Smartphone, PC sowie Haushaltsgroßgeräte im persönlichen Besitz fast aller Befragten befinden (jeweils rund 90 %). Dabei ist das TV-Gerät der Liebling der Deutschen (93,9 %).

Der Euronics Trendmonitor beleuchtet das Kaufverhalten deutscher Consumer-Electronics-Konsumenten.
Der Euronics Trendmonitor beleuchtet das Kaufverhalten deutscher Consumer-Electronics-Konsumenten.

Wohnzimmer Mittelpunkt des Wohnens ^

Im Einklang mit diesen Resultaten stellt das Wohnzimmer immer noch den absoluten Mittelpunkt der meisten Haushalte dar (73,8 %). Im deutlichen Gegensatz übrigens zur Küche (12,8 %), von der immer wieder kolportiert wird, sie sei der Mittelpunkt des Wohnens und dem Schlafzimmer (11,4 %).

Die Ergebnisse des Trendmonitors zeigen, dass Deutschland bisher „teilvernetzt“ ist. Die Befragten nutzen smarte Funktionen unterschiedlich intensiv. 7,6 % der befragten sind bereits Smart Home affin, weitere 20,2 % sind offen für vernetzte Lösungen. Unter der smarten Hardware sind die Streaming Systeme zur drahtlosen Musikübertragung die Spitzenreiter mit 13,2 %. Weitere 12,1 % der Haushalte verfügen über Geräte mit Sprachassistenten.

Großes Wachstumspotential ^

56,5 % der Befragten wünschen sich zudem, dass Fachhändler die Geräte für smarte Lösungen anbieten und auch die Installation betreuen können. Da Smart Home im Alltag der Kunden weiter an Relevanz zunimmt, hat sich Euronics mit Produktneuheuten in den klassischen Sortimentsbereichen und mit Kompetenz im Bereich Smart-Home-Installationen für die Zukunft aufgestellt.

„Der Markt für smarte Geräte zur Vernetzung und Sprachsteuerung bietet großes Wachstumspotential. Deutsche Konsumenten sind aufgeschlossen für Funktionen eines Smart Homes, die ihr Leben erleichtern und einen echten Mehrwert bieten. Zuhause wollen sich die Deutschen vor allem wohlfühlen. Unsere Befragung zeigt, in den eigenen vier Wänden zählt für 80 % der Teilnehmer die Gemütlichkeit, aber auch Sicherheit ist weit mehr als der Hälfte sehr wichtig. Hier können wir als Fachhändler unsere Beratungskompetenz unter Beweis stellen und diese Bedürfnisse bedienen“, erklärte Kober.

Fachhandel muss auch online stattfinden ^

In punkto Kaufverhalten zeigten die Ergebnisse des Trendmonitors außerdem: Beim Einkauf von Elektrogeräten nutzen Konsumenten in Deutschland eine Vielzahl an Bezugsquellen. So wurde keine der bewährten Einkaufsmöglichkeiten – von den lokalen Kleinanzeigen bis zum Homeshopping – ersetzt. Daraus lässt sich ableiten, dass Konsumenten auch in Zukunft je nach Preis, Gelegenheit und persönlicher Präferenz an unterschiedlichen Orten einkaufen werden.

Der stationäre Handel spielt weiterhin ebenfalls eine wichtige Rolle: 66,6 % der Befragten gaben an, Produkte in größeren Elektrofachgeschäften zu kaufen, 49,5 % nutzen Fachgeschäfte. Damit ist Euronics mit seinen großen Warenhäusern à la Euronics XXL, den Fachgeschäften und dem eigenen Online-Shop unter den meist genutzten Kauforten vertreten.

Digitale Kanäle immer wichtiger ^

Parallel dazu nimmt die Bedeutung digitaler Kanäle weiter zu. So gaben 72,1 % der Befragten an, Online-Kaufportale zu nutzen. Von diesem Trend profitieren auch die Online-Shops großer Elektro-Fachmarktketten (42,7 %) sowie die Online-Präsenzen der Fachgeschäfte (21 %). Das Internet gewinnt vor allem als Recherche-Werkzeug an Bedeutung. Wenn es darum geht, welche Informationsquelle entscheidend für den Kauf ist, wird die Online-Recherche mit 37,5 % an erster Stelle genannt. An zweiter stehen Testberichte (20,5 %). Mit 14,4% findet sich die Beratung im Fachhandel an dritter Position und verdeutlicht die Rolle der Verkäufer vor Ort.

Im Durchschnitt kaufen 49,8 % im stationären Handel. Davon informieren sich 32,9% zuvor online. Dementsprechend kaufen 50,2 % online. Preisvergleich über das Smartphone direkt im Geschäft ist nicht üblich. 52,1% geben laut Trendmonitor an, dass sie dies nie machen. „Die Aussagen der Befragten des Trendmonitors betätigen, dass wir mit unserer Cross-Channel-Retail Strategie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Die Verzahnung von online und offline bietet unseren Kunden die Möglichkeit, uns auf allen Kanälen anzusprechen, sich zu informieren und beraten zu lassen“, so Kober.

Preis immer noch wichtiger als Service ^

Wie auch die Befragungen der vergangenen Jahre zeigen, bleibt das entscheidende Kriterium beim Erwerb von elektronischen Geräten mit 72 % der Preis. Weiter nennen die Befragten guten Service z.B. bei defekten Geräten (53,6 %) sowie die kompetente Beratungsleistung des Personals (47,7 %) als ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Das Kaufverhalten hängt damit maßgeblich von einer attraktiven Preisgestaltung im Zusammenspiel mit kompetenter Beratung und einem umfassendem Service-Angebot vor Ort ab.