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Harsche Kritik an AEG, Lob für Smeg, Samsung & Miele

Lange weg war Martin Wolf nicht: Am 1. Juli 2018 wechselte der 45-Jährige, bis dato Vertriebsleiter Elektro vom Bielefelder Mehrbranchenverbund EK/servicegroup, als Geschäftsleiter Einkauf International zu Matratzen Concord nach Köln. Seit dem 1. Mai ist er nach einem nur zehnmonatigen Gastspiel wieder zurück an der Elpke in Bielefeld: Als Abteilungsleiter für „Elektro“ im Geschäftsfeld EK Home treibt der Ratinger nicht nur die Konzepte „electroplus/küchenplus“ sowie „licht + concept“ voran, sondern kümmert sich auch um Vertrieb, Marketing und den E-Commerce.

Für Wolf, der durch seine früheren Tätigkeiten u.a. für Medimax, Electronic Partner und Medisana, reichlich Stallgeruch mitbringt, war die „Auszeit“ von der Hausgerätebranche keine verlorene Zeit. Im Gegenteil, konnte er doch über mehrere Monate hinweg mit gesunder Distanz von außen auf die Branche blicken.

Kein Tunnelblick also! Vielmehr die Erkenntnis, dass die Hausgerätebranche „mega-innovativ“ unterwegs ist: „Von außen betrachtet sieht man die enorme Geschwindigkeit, mit der die Branche agiert. Das gilt für Produkte und neue Technologen genauso wie für Konzepte“, so Martin Wolf im Hintergrundgespräch mit infoboard.de. Wo viel Licht ist – Wolf nennt im Gespräch u.a. Miele, Samsung, Haier, Smeg, Liebherr und Nivona, und auch die gute Arbeit von ProBusiness – ist freilich auch Schatten.

„Über die Entwicklung bei AEG bin ich, aus dem Bauch heraus gesagt, schockiert“, Martin Wolf.

AEG: Betreuungsqualität mau ^

Insbesondere die AEG habe ihn, aus dem Bauch heraus betrachtet, regelrecht schockiert: „Ich war kaum ein Jahr weg und kenne im Außendienst wie im mittleren Management fast keinen mehr. Auch berichten mir unsere Händler, dass die Qualität in der Betreuung nachgelassen hat.“ Wenn man bedenkt, dass sich hinter „electroplus“ 50 Händler – der 50ste wird Malz mit einer weiteren Filiale zum 1. November in Bad Salzuflen – sowie rund 50 „küchenplus“-Händler versammeln, dürfte dieses Urteil in Nürnberg keinen kalt lassen.

Etwas anders verhält sich die Lage bei Dyson, einem der Branchen-Aufreger der letzten Monate schlechthin: „Tolle, innovative Produkte, viele Alleinstellungsmerkmale, clevere Markenführung, die Nachfrage und Frequenz erzeugen“, lobt Wolf. Indes: Für den Handel sei mit Dyson bei einer praktisch halbierten Marge kein Blumentopf mehr zu holen. Wolf: „Mit den eigenen Stores in Köln und Oberhausen löst sich Dyson vom Handel in Richtung Direktvertrieb. Das erinnert doch alles sehr an Apple.“

Wie gut, dass es da Miele gibt. Die Ankündigung der Gütersloher, zur IFA mit einem eigenen Akku Handstaubsauger, preislich in der Nähe von Dyson, auf den Markt zu kommen, kommt zwar mit Blick auf das boomende Segment spät, aber nicht nur für „electroplus“ doch zum genau richtigen Zeitpunkt. Auf den Punkt gebracht: Miele kann in die Lücke vorstoßen, die Dyson im Handel hinterlässt.

Mit Blick auf Miele – vertreten bei allen „electroplus“-Händlern – kommt Wolf regelrecht ins Schwärmen. Auslöser dafür war nicht zuletzt das KIQ-Event – KIQ steht für Kommunikation, Information und Qualifikation –, veranstaltet in Ostwestfalen im Frühsommer für die Handelspartner der EK/servicegroup mit Schwerpunkt auf Hausgeräten und Küchen.

„Die Hausgerätebranche ist mega-innovativ unterwegs“, Martin Wolf.

Miele denkt die Zukunft voraus ^

Bei Miele erhielten die Fachhändler nicht nur die obligatorischen Informationen über die Historie und aktuelle Produktionslinien. Was Wolf begeisterte, waren die Trend- und Zukunftsthemen, insbesondere zur Hausgerätevernetzung über Alexa, an denen Miele mit reichlich Vehemenz arbeitet. Ob Mitarbeiter, Büroräume oder Technik: Die „electroplus“-Händler wähnten sich bei ihrem Besuch in Gütersloh beinahe wie in einem (neuen) Unternehmen im Unternehmen, in der die Hausgeräte-Zukunft nicht nur vorgedacht, sondern umgesetzt wird: Wie verkaufe ich morgen meine Kaffee-Vollautomaten per Augmented Reality? Welche Rolle spielt die künstliche Intelligenz? Und ist Mieten das neue Kaufen? Miele denkt der Zukunft einen Schritt voraus!

„Unsere Händler können sich während der IFA auf ein attraktives Verwöhnprogramm freuen“, Martin Wolf.

Jetzt in der IFA-Halle 1.1 und so groß wie nie ^

Wenige Tage vor der IFA war natürlich auch der neue Stand der EK/servicegroup ein Gesprächsthema mit infoboard.de. Gebrandet auf „electroplus“, erinnert der nunmehr deutlich gewachsene Stand von der Stand-Architektur her an einen Marktplatz, der erstmals ganz ohne Messe-Hostessen auskommt und getreu dem Motto für die Händler als „local hero“ von den Mitarbeitern der EK „bespielt“ wird.

Lauter „local heros“ sind als Ansprechpartner für die Händler vor Ort. Einer von ihnen ist der Berliner Top-Händler Mario Ruder. „Nichts ist überzeugender, als wenn der Händler mit einem Händler sprechen kann. Wir brennen ein Feuerwerk ab“, verspricht Wolf. Die neue IFA-Heimat der EK/servicegroup kann mit der Halle 1.1. – am alten Gorenje-Standort und mit Siemens, WMF und De‘Longhi in prominenter Nachbarschaft – kaum attraktiver sein.

Smeg trifft den Nerv der Zeit ^

Gerätepartner auf der IFA ist in diesem Jahr die italienische Designschmiede Smeg mit Kühlgeräten, die auffallen werden und zusammen mit den Kleingeräten aus der „Dolce & Gabbana“-Serie das Potenzial haben, zu den meist fotografierten Standmotiven der IFA zu werden. Doch Smeg ist mehr als nur Kulisse: „Smeg trifft den Nerv der Zeit! Da macht es für unsere Händler auch endlich wieder Sinn, Wasserkocher mit attraktiven Margen zu verkaufen“, so Wolf. Und weiter: „Die EK/servicegroup will deutschlandweit der größte Smeg-Händler werden.“

Online-Marktplatz & Nachhaltigkeit ^

Neben Smeg sind die Eröffnung des Online-Marktplatzes von electroplus sowie die Nachhaltigkeit die IFA-Top-Themen. Wolf: „Mit unserem neuen Online-Marktplatz, der die Stärken des stationären Einzelhandels mit den vielfältigen Möglichkeiten des Onlinehandels verknüpft, wollen wir unseren Handelspartner helfen, ihr Geschäft in die digitale Zukunft zu führen. “Über 20 Händler sind zum Start bereits mit dabei. Auch wenn MediaSaturn und – ganz aktuell – AO zeigen, dass die Bäume im Onlinehandel nicht in den Himmel wachsen, wähnt sich Wolf auf der sicheren Seite. Weil die Industrie mit innovativen Produkten auf die IFA kommt, die Traffic versprechen. Und auch weil man die Stärke des Mehrbranchenverbundes voll ausspielen kann. Zum Induktionskochfeld gibt es dann beispielsweise gleich das Induktions-Kochgeschirr als Angebot mit dazu.

Viele EK-Händler haben sich bereits zur IFA angemeldet: Sie erwartet ein Rundum-sorglos-Verwöhnprogramm inklusive Bustransfer, Gepäckaufbewahrung, attraktiven Stand- und Abendveranstaltungen und Messe-Führungen abseits ausgetretener Händler-Pfade: So geht es in diesem Jahr u.a. an die Stände von Samsung, Haier, Nivona, Sebo, Smeg und Zaco (früher Ilife).

infoboard.de

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