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Volles Haus in der Wüste Nevadas: die CES zeigte, in welche Richtung sich die Technik im Jahr 2020 bewegt. Fotos: CES
Volles Haus in der Wüste Nevadas: die CES zeigte, in welche Richtung sich die Technik im Jahr 2020 bewegt. Fotos: CES
Markt & Branche

CES 2020: Elektro-Träume & Auto-Phantasien

Wenn hierzulande noch die Festtage verdaut werden, produziert auf der anderen Seite des Atlantiks die CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas als „globale Bühne für Innovation“ hübsche Bilder, viel Tamtam und jede Menge Blingbling in den hiesigen Medien: Sextoys in der Halle für Gesundheits- und Wellness-Produkte, die ohne Umwege zum Höhepunkt führen sollen, digitale Windeln, die via App die Feuchtigkeit übermitteln oder eine Toilette mit Sitzheizung und Alexa-Sprachassistenten: digitale Feuchtgebiete, wohin die Medien auch schauten.
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Vor lauter Auto- und Zukunftsvisionen haben es Kleingeräte wie elektrische Zahnbürsten eher schwer, um die Aufmerksamkeit der Medien zu buhlen.
Vor lauter Auto- und Zukunftsvisionen haben es Kleingeräte wie elektrische Zahnbürsten eher schwer, um die Aufmerksamkeit der Medien zu buhlen.

Digitale Feuchtgebiete ^

Und natürlich war die CES 2020 auch eine Auto-, ähm Mobilitätsmesse, bei der Detroit und Frankfurt vor Neid nur so erblassen konnten. Lenkrad und fossile Kraftstoffe waren gestern, die kompostierbare Batterie, reptilähnliche Heckklappen und der Verzicht aufs Lenkrad sind das Morgen oder Übermorgen der Autoindustrie. Man zeigt, was man kann und was gehen könnte, auf der Straße werden die von Hollywood inspirierten Auto-Phantasien von Daimler – das futuristische Gefährt „AVTR“ wurde bewusst als Vision inszeniert – oder neuerdings auch Sony so wohl nie landen. Aber Sony sieht – wie beispielsweise auch Panasonic oder Samsung – in der Rolle des Auto-Zulieferers durchaus neue, lukrative Geschäftsfelder, denn auf dem Gebiet der Sensoren und Künstlichen Intelligenz kennt man sich aus.

Ein Fokus der Messe lag auf robuster, sicherer KI zur Herstellung von smarten Produkten. Wie diese aussehen, zeigt Bosch auf der CES.
Ein Fokus der Messe lag auf robuster, sicherer KI zur Herstellung von smarten Produkten. Wie diese aussehen, zeigt Bosch auf der CES.

Goldstandard ^

Die CES 2020 (rund 4.400 Aussteller und 170.000 Besucher) war einmal mehr eine große, gefühlte (Auto-)Show zwischen Spektakulärem und banalem Schickschnack. Neben Daimler und Sony gehörten auch Audi und Bosch die Schlagzeilen hierzulande: die Ingolstädter stellten ein „mitfühlendes“ Konzeptfahrzeug inklusive Lieblingsduft des Fahrers vor, aus Stuttgart kam eine transparente Sonnenblende für den Fahrer. Bei so viel Show-Cars passt auch der Auftritt der Tochter des amerikanischen Präsidenten, Ivanka Trump, als Keynote-Speaker ins Programm. Über Technik gab es von ihr wenig zu hören, über die Errungenschaften der Trump-Administration indes jede Menge. Und es gab eine Streicheleinheit für das deutsche Ausbildungssystem, insbesondere Siemens: „Goldstandard“.

Streichelte die Siemens-Seele und lobte die Errungenschaften der Trump-Regierung: Ivanka Trump, Tochter des amerikanischen Präsidenten, war Keynote-Speaker auf der CES.
Streichelte die Siemens-Seele und lobte die Errungenschaften der Trump-Regierung: Ivanka Trump, Tochter des amerikanischen Präsidenten, war Keynote-Speaker auf der CES.

So viel Gold und Glanz blendete auch die Berichterstatter: „Während deutsche Technikmessen wie die Cebit oder die Internationale Funkausstellung (Ifa) eingestellt wurden oder stark an Bedeutung verloren haben, lockt die CES längst auch Aussteller in die Wüste Nevadas, die noch vor einigen Jahren eher in Genf, Detroit oder Frankfurt anzutreffen waren“, schrieb beispielsweise die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ am 7. Januar.

Nebenbei bemerkt: Die „Internationale Funkausstellung“ heißt seit 15 (!) Jahren nur noch „IFA“, ist nach wie vor die weltweit führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances und mindestens ebenso eine veritable Wundertüte für Ideen und Innovationen rund um den digitalen Lifestyle zwischen Küche, Waschküche und Wohnzimmer – mit dem Unterschied, dass die in Berlin vorgestellten Geräte und Produkte bis auf wenige Ausnahmen, einige Monate später auch in den Regalen des Handels zu finden sind. Das Daimler-Showcar „AVTR“ wird so nie über den deutschen Asphalt düsen, der kühne Dialoggarer von Miele oder der intelligente Family Hub von Samsung indes haben längst in die Haushalte Einzug gehalten.

Gewaltiges Medien-Interesse: Presekonferenz von LG auf der CES.
Gewaltiges Medien-Interesse: Presekonferenz von LG auf der CES.

Tummelplatz des digitalen Zeitalters ^

Natürlich ist die CES als Tummelplatz des digitalen Zeitalters auch weiterhin eine Messe für TV-Geräte im 8K-Zeitalter: hier hatte vergangenes Jahr der sich aufrollende Fernseher von LG Premiere, hier zeigte Samsung Anfang Januar den Fernseher „Zero“, der von der horizontalen in die vertikale Position gedreht werden kann – gedacht und gemacht, um Videos vom Smartphone aufs TV-Geräte zu bringen. Erfindungen, die das Leben nachhaltig verändern könnten, waren in Las Vegas nicht zu finden. Das unmissverständliche Fazit von t-online.de-Digital-Chef Jan Mölleken: „Vermutlich wird sich später niemand an die CES 2020 erinnern.“

Musste beinahe unentwegt Interviews geben: Gary Shapiro, CES-macher und CEO der Consumer Technology Association.
Musste beinahe unentwegt Interviews geben: Gary Shapiro, CES-macher und CEO der Consumer Technology Association.

KI im Kühlschrank ^

Und Hausgeräte? Auf die Technikseiten der „Frankfurter Allgemeine“ hat es nur ein neues Modell der „Instaview“-Baureihe von LG geschafft – weil er runde Eiskugeln anstatt Eiswürfel produziert. Dass man mit den Top-Modellen von LG wie Samsung auch von unterwegs einen Blick in den Kühlschrank werfen kann, ist nicht mehr neu. Doch mit der neuen Version des Familiy Hub 2020 von Samsung wertet KI die vom Innenraum gemachten Bilder aus. Sie soll nicht nur helfen zu erkennen, was sich im Kühlschrank befindet, sondern auch, wenn sich der Inhalt des Marmeladenglases dem Ende neigt.

Genauso intelligent: Via Family Hub lassen sich per Touchscreen über 1.000 SmartThings-kompatible Geräte steuern. Früher ging man zum Kühlschrank, um dort heimlich zu naschen, heute um die smarten Lampen abends im Kinderzimmer auszuschalten. Ein paar Updates hier, ein paar Gimmicks dort – da bleibt für die kommende IFA jede Menge Raum für die echten Neuheiten.

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