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So klein war Saturn noch nie …

Auf den ersten Blick wie immer …
Auf den ersten Blick wie immer …
…bei genauerem Hinsehen deutlich komprimierter: der neue Saturn in der Hamburger „Marktplatz Galerie“ im Stadtteil Bramfeld.
…bei genauerem Hinsehen deutlich komprimierter: der neue Saturn in der Hamburger „Marktplatz Galerie“ im Stadtteil Bramfeld.
Vergangenen Donnerstag eröffnete in der Hamburger „Marktplatz Galerie“ im Stadtteil Bramfeld ein neuer Saturn-Markt. Na und? Es ist der der sechste seiner Art in Hamburg und der 158 bundesweit. Was diese Eröffnung aber so bedeutsam macht: Es ist der erste Saturn-Markt in Deutschland mit einer Fläche von knapp 1.000 Quadratmetern. So klein war Saturn noch nie. Bahnt sich hier gar ein neuer Trend an?

Das macht in Zeiten des Multichannel-Handels, wo alles, aber auch wirklich alles, was einen Stecker hat, nur zwei, drei Klicks entfernt ist, durchaus Sinn. Bei ElectronicPartner hat man das schon lange erkannt: Mit dem VirtualShelf, einem interaktiven Regal mit Smartphone-Anmutung, das gerade mal 1 Quadratmeter Ladenfläche in Anspruch nimmt, bekommt der Händler eine (digitale) Sortimentserweiterung um 15.000 Artikeln aufgespielt, die kein Kapital bindet.

Und Euronics-Vorstand Benedict Kober wird in der September-Ausgabe von „Der Handel“ wie folgt zitiert: „Es gab eine expansive Phase, an der wir auch teilgenommen haben. Die hat sich beruhigt. Jetzt warten die Marktteilnehmer ab, da alle merken, welchen Einfluss das Internet hat.“ Abwarten? Die Digitalisierung ändert alles: unsere Art, zu kommunizieren. Unsere Art, zu arbeiten. Und nicht zuletzt unsere Art, Einkäufe zu erledigen.

Nahversorger ^

„Wir verstehen uns als Nahversorger”, erklärt Clemens Hiby, Marktverantwortlicher des neuen Saturns in Bramfeld. Das sind neue Töne bei Saturn. Fakt ist: Die Elektronik-Kette testet in der Hansestadt ein neues Konzept. Im Schnitt sind Saturn-Filialen rund 3500 Quadratmeter groß, Tendenz aber eher rückläufig. In der 1A-Lage an der Mönckebergstraße wirbt Saturn sogar mit 18.000 Quadratmetern. Laut Unternehmen der größte Elektrofachmarkt der Welt. Dagegen nimmt sich der Markt in Bramfeld wie ein Zwerg aus – aber genauso gewollt.

Der Technikmarkt belegt im Untergeschoss des Einkaufszentrums eine Verkaufsfläche von rund 1.000 Quadratmetern. „Wir verkürzen den Kunden im Einzugsgebiet von Bramfeld den Weg zu einer riesigen Auswahl an innovativen Technikprodukten”, so Hiby.

Auf den ersten, schnellen Blick ist es in Bramfeld so wie überall bei Saturn: Man kann die neueste Technik anfassen, ausprobieren und erleben. Das Ladendesign ist auf Höhe der Zeit, die Kunden erwartet ein Markt im typischen Saturn-Look mit einer moderner Warenpräsentation und übersichtlicher Abteilungsstruktur. Das Sortiment ist aktuell, die Preisschilder wie an der Tanke digital. „Es passt alles zusammen, hier kann man smarte Produkte smart einkaufen”, erklärt Hiby.

„Wer dem bequemen Einkauf per Smartphone oder Mausklick den Gang in ein Geschäft vorzieht, hat natürlich auch besondere Erwartungen“, Martin Wild, Chief Digital Officer MediaMarktSaturn Retail Group.
„Wer dem bequemen Einkauf per Smartphone oder Mausklick den Gang in ein Geschäft vorzieht, hat natürlich auch besondere Erwartungen“, Martin Wild, Chief Digital Officer MediaMarktSaturn Retail Group.

Keine Abstriche beim Sortiment ^

In der Tat: Ob Smartphone, Fernseher, Kamera, Notebook, Spielekonsole, VR-Brille, Sprachassistent, Kaffeevollautomat oder Waschmaschine – die Produktauswahl in Bramfeld lässt keine Wünsche offen. Auch wenn die Fläche im Vergleich zu den anderen Hamburger Saturn-Märkten kleiner ist, gibt es beim Sortiment keine Abstriche. „Wir werden in sämtlichen Bereichen stets eine attraktive Auswahl an aktuellen Markenprodukten vorrätig haben. Darüber hinaus können wir den Kunden alle Artikel aus dem Gesamtsortiment von Saturn in kürzester Zeit beschaffen”, verspricht Hiby.

Möglich machen dies die moderne Bestell-Logistik im Verbund der Hamburger Saturn-Märkte und die enge Verknüpfung mit dem Saturn-Onlineshop. Der Saturn-Service definiert sich heute so: Ist ein bestimmtes Gerät beispielsweise nur in der Mönckebergstraße verfügbar, so kann es noch am selben Tag im Markt in Bramfeld abgeholt werden – oder aber auf Wunsch zwischen 19 Uhr und 21 Uhr zum Kunden nach Hause geliefert werden.

Innovative Technik gleich nebenan ^

Grundidee des Saturn-Markts in Bramfeld ist die Nahversorgung mit modernen Technikprodukten, die im Zuge der Digitalisierung eine immer größere Bedeutung für den Alltag bekommen. „Technische Geräte gehören wie Lebensmittel zum täglichen Bedarf, daher macht es Sinn, sie verbrauchernah anzubieten”, unterstreicht Hiby.

Drei strategische Marktsegmente soll der Mini-Saturn schwerpunktmäßig abdecken: Viel Platz gibt es für die „weiße Ware” mit Kühlschränken, Kaffee-Vollautomaten und Waschmaschinen. Zweites augenfälliges Standbein ist das TV-Segment. Und zum Dritten gibt es ein umfassendes Angebot an Smartphones und Tablets.

Saturn als Nahversorger? Warum nicht. Rund 30.000 Haushalte mit etwa 50.000 Verbrauchern hat man als Einzugsgebiet ausgemacht. Dass die Nachfrage im Stadtteil besteht, wurde mittels Abfrage der Postleitzahlen beim Bezahlen der Kunden in den bestehenden Märkten ermittelt. Auch für Online-Shopper soll Bramfeld zur ersten Adresse werden. Schließlich holen rund 40 % der Verbraucher ihre im Netz bestellte Ware in einem der stationären Geschäfte ab.

Die Emotionen bedienen! ^

Heute shoppt ein Großteil der Konsumenten ganz selbstverständlich über viele verschiedene Kanäle ohne sich darüber Gedanken zu machen, in welchem Kanal man sich gerade befindet. Dadurch verändert sich die Rolle des stationären Handels elementar: Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung zur Zukunft des E-Commerce muss der stationäre Handel vor allem die emotionalen Bedürfnisse der Kunden bedienen.

„Wer dem bequemen Einkauf per Smartphone oder Mausklick den Gang in ein stationäres Geschäft vorzieht, hat natürlich besondere Erwartungen“, sagt Martin Wild, Chief Digital Officer MediaMarktSaturn Retail Group. Der stationäre Handel als Ort der Inspiration, des Entertainments und des Erlebnisses? Wird der stationäre Handel künftig also gar zur attraktionsgetriebenen Zirkusarena?

„Nicht ganz“, sagt Wild, „aber sehr wohl zu einem Showroom, der den Kunden neben persönlicher Beratung auch neuartige Erlebniswelten bietet.“ Hierbei werden innovative Technologien am Point of Sale wichtiger denn je – als Service für den Kunden und als direkte Verbindung zwischen E-Commerce und stationärem Handel. So arbeitet MediaMarktSaturn unter anderem mit Robotik, Virtual Reality, Smart Shelf und Instore-Navigation gleich mit mehreren digitalen Konzepten, die den realen Verkaufsraum um zusätzliche Dimensionen erweitern – und den Konsumenten zu neuen Erfahrungen am PoS verhelfen.

„Verweile doch, ich bin so smart“ ^

Ob Bildergalerien, Videos oder Kundenbewertungen: Digitale, produktbezogene Verbraucherhinweise sind bald nicht mehr ausschließliche Domäne des E-Commerce. MediaSaturn testet intelligente Regalsysteme, sogenannte Smart Shelves. Nimmt ein Kunde in der Fotoabteilung eine Kamera zur Ansicht aus dem Regal, erkennt dies das Smart Shelf und spielt über einen Monitor Zusatzinformationen wie Filme, Ratgeber und Bilder ab.

Damit werden neue digitale Technologien in ein stationäres Geschäft integriert, um die Customer Journey am PoS mit Erlebnis-Mehrwert anzureichern. Wild: „Wer seine Kunden frühzeitig in Pilotprojekte einbezieht, kann die Erfahrungen aus der Praxis direkt in die weitere Entwicklung einfließen lassen – und damit den eigenen stationären Handel bestmöglich in einer digitalisierten Zukunft positionieren.

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