Podiumsdiskussion auf der fairgoods & vegginale in Köln (Bild: di)
Vegan leben – worum geht es da eigentlich wirklich? Das frag ich mich, seitdem in diesem Jahr verstärkt vegan lebende Menschen mein Leben bereichern, die mich fleischfressende Pflanze offensichtlich mit der Nase drauf stoßen wollen, worum es da eigentlich wirklich geht. Ich scheine sie anzuziehen; sie animieren mich, mir Kochbücher von Attila Hild anzusehen oder mich aufs vegane Sommerfest in Köln zu wagen, wo ich mich plötzlich den Hochleistungsmixern von Bianco gegenüber sehe.
Ich dachte immer, Veganern geht es nur darum, Tierleid zu verhindern, indem sie nichts mehr davon essen. Weit gefehlt! „Vegan sein – nicht vegan essen – heißt, gegen die Ausbeutung von menschlichen und nicht-menschlichen Tieren sein,“ ließ ich mich via facebook aufklären. „Und in Konsequenz schließt das logischerweise alle Diskriminierungsformen mit ein. Pflanzlich essen ist nur ein Teilaspekt, wenn auch ein großer,“ hieß es da.
Auf der Fairgoods & Vegginale, die am 21./22. November zum ersten Mal in Köln stattfand, fragte die Bloggerin und Autorin Nicole Just zum Thema nachhaltige Ernährung, ob der Vegan-Hype mehr als nur ein Trend sei. In der Gesprächsrunde antworteten Extrem-Radsportler Ben Urbanke und Sven Johannsen vom Slow Food Convivium Köln, dass es ums Ganze geht: Soziale Werte, ethische Standards und Fairness im Anbau und dass man dies auf die Ernährung reduziert sehen könnte oder eben ausgeweitet auf den ganzen Lebensstil.
Das hörte sich nach etwas längerfristigem an. Vor allem entsprach es dem Konzept der beiden Messen, zu einer zusammen zu kommen – die Grenzen zwischen fairgoods und vegginale waren fließend, gab keine räumliche Trennung. Sie bildete eine Lebenseinstellung ab, die die Welt zumindest im Kleinen verändern könnte und daran schon kräftig arbeitet.
Auf die Frage, ob man tatsächlich mehr Geld ausgeben muss, wenn man sich nachhaltig bzw. vegan ernähren will, stellte Sven Johannsen fest, dass es für gerade mal 10 Prozent der Bevölkerung wirklich einen Unterschied macht, ob der Preis drei Euro oder 2,90 Euro beträgt. „Je geringer das Einkommen, desto mehr verarbeitete Ware bzw. Fertigprodukte werden gekauft.“ Fleischersatzprodukte sind mit durchschnittlich vier Euro teuer, doch die Zielgruppe sind nicht die Veganer, sondern die, die es werden wollen, ihnen soll der Weg erleichtert werden. Nicole Just, selbst seit sechs Jahren Veganerin, bestätigte: „Fleischersatzprodukte sind gemacht für den anerzogenen Geschmack. Wer sein Essen selbst macht, bekommt es preiswerter, pflanzliche Zutaten sind nährstoffreicher, das Zubereiten hat etwas Wertschätzendes und fördert soziale Zusammenhalt.“ Es sei zu verhindern, dass Vegan leben nur mit Fleischersatzprodukten in Verbindung gebracht werde, Ziel ist auch hier, von diesem Fleischersatz wieder wegzukommen.
OK, ich will ausprobieren, wie es sich anfühlt, vegan zu leben, wenigstens mal für vier Wochen. Aber ganz ehrlich, mit Fleischersatzprodukten fange ich gar nicht erst an. Ich will wissen, was die “richtige” vegane Küche zu bieten hat.
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