Markt & Branche

Positive expert-Bilanz, aber harsche Kritik an Direct-to-Consumer: „Das finden wir überhaupt nicht lustig“

Vier Tage lang stand die vergangene Woche im Zeichen der virtuellen expert-Frühjahresmesse im Rahmen der KOOP. 1.598 expertinnen und experten nahmen unter dem Motto „Mit Partnerschaft und Zuversicht zum Erfolg“ an der virtuellen Messe teil – das entspricht einer Teilnahmequote von 92,3% der Gesellschafterbetriebe. „Das sind bessere Quoten als zur Hauptversammlung und mehr expert-Teilnehmer als bei einer analogen Veranstaltung“, freute sich Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Müller. Konsequenz: Die kommende Hauptversammlung wird, unabhängig vom Stand der Corona-Pandemie als hybrides Format in Hannover geplant.

Mit der expert-Frühjahrsmesse fand auch die erste virtuelle KOOP 2021 ihren Abschluss, die mit der expert-Frühjahrstagung am 20. Februar begonnen hatte. Nicht nur an den virtuellen Messeständen der 163 Aussteller der expert-Frühjahrsmesse erfuhren die Besucher Neuigkeiten der Verbundgruppe und Trends aus der Branche aus erster Hand. Auch die 379 Workshops zu insgesamt 100 Themen, die während der Messe stattfanden, fanden mit rekordverdächtigen 6.938 Anmeldungen ihr Publikum.

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Dabei, so die expert-Führungsriege in einer hybriden Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag, ging es zu wie im realen Messeleben. Viele Veranstaltungen waren ein Renner, bei manchen ließen sich die Teilnehmer aber auch an zwei Händen abzählen. Einer der „Quotenbringer“: Bereits am ersten Messetag hatte der expert-Vorstand die Gesellschafter in Impulsvorträgen über aktuelle Entwicklungen bei expert sowie über das Ergebnis des Geschäftsjahres 2020/2021 informiert.

Geschäftsjahr 2020/2021: Besser als erwartet

Dr. Stefan Müller zum Geschäftsjahr 2020/2021 (April 2020 bis März 2021), das von der Corona-Pandemie stark geprägt wurde: „Ein solides Ergebnis. Trotz des fünfmonatigen Shutdowns unserer Standorte in ganz Deutschland hat sich der Umsatz von expert besser entwickelt als erwartet. Dank der kreativen Lösungen unserer Gesellschafter während der Zeit der Ladenschließungen sowie unseres starken Online-Ansatzes waren wir weiter bestmöglich für unsere Kunden da.“

„Trotz des vergleichsweise soliden Ergebnisses ist es weiterhin unsere Forderung, die aktuellen Einschränkungen im Einzelhandel mit Augenmaß zu lockern“, Dr. Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender expert SE
„Trotz des vergleichsweise soliden Ergebnisses ist es weiterhin unsere Forderung, die aktuellen Einschränkungen im Einzelhandel mit Augenmaß zu lockern“, Dr. Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender expert SE

Das schlägt sich dann auch in den Zahlen nieder: Im Geschäftsjahr 2020/2021 verzeichnete expert einen Innenumsatz zu Industrieabgabepreisen (ohne MwSt.) von 2,2 Mrd. EUR. Das entspricht einer Steigerung von 6,9% im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem beim Streckengeschäft lagen die experten deutlich über Plan und dem Vorjahr.

Im Vergleich mit dem Markt im Zeitraum Januar bis Dezember 2020 steht expert glänzend da: Während der Markt um 9,3% zulegte, steigerte sich expert um 10,9%. Schaut man indes auf die Elektrohausgeräte, legte expert „nur“ um 12,1% zu, während sich der Markt um 13,7% in die Höhe schraubte.

„Trotz des vergleichsweise soliden Ergebnisses ist es weiterhin unsere Forderung, die aktuellen Einschränkungen im Einzelhandel mit Augenmaß zu lockern“, so Dr. Müller. Und: „Keiner hat bislang eine Vorstellung davon, wann die Geschäfte wieder öffnen dürfen.“ Dabei habe der Einzelhandel nie zu den Infektions-Hotspots gezählt und dank der großflächigen Standorte sowie den zahlreichen Hygienemaßnahmen, die die Gesellschafter umgesetzt hätten, sei ein sicheres Einkaufserlebnis bei expert möglich. „Wir blicken mit Zuversicht in die Zukunft und hoffen, bald wieder in vollem Umfang für unsere Kunden da sein zu können.“

Fachmarkt-Netz: Starke expert-Familie

Das deutschlandweite Fachmarkt-Netz von expert wächst um einen Standort, Geschäftsaufgaben aufgrund der Pandemie hat es nicht gegeben. Müller: „Es gibt keine Aufgaben, keine Pleiten. Wir haben eine stabile Situation.“ Seit dem 1. April 2021 führt expert Jakob einen neuen Fachmarkt in Eschwege. Darüber hinaus hat expert erfolgreiche Nachfolgeregelungen für acht seiner Standorte gefunden. Die Fachgeschäfte- und Fachmärkte, die aus verschiedenen Gründen durch die langjährig erfolgreichen Gesellschafter aufgegeben wurden, sind im April 2021 an Gesellschafter-Kollegen übergeben worden und bleiben so Teil der expert-Familie.

„Das Wachstum unseres Fachmarkt-Netzes freut uns sehr“, so Gerd-Christian Hesse, Vorstand für Finanzen, Personal und Versicherung der expert SE. Und weiter: „Bei expert legen wir großen Wert darauf, für möglichst viele Kunden deutschlandweit mit Fachgeschäften und -märkten in Wohnortnähe vertreten zu sein. Zudem liegt es uns am Herzen, Standorte, die aus verschiedenen Gründen von expert-Gesellschaftern abgegeben werden, durch Nachfolgeregelungen mit anderen experten in der expert-Familie zu halten.“

„Das Wachstum unseres Fachmarkt-Netzes freut uns sehr“, Gerd-Christian Hesse, Vorstand für Finanzen, Personal und Versicherung, expert SE.
„Das Wachstum unseres Fachmarkt-Netzes freut uns sehr“, Gerd-Christian Hesse, Vorstand für Finanzen, Personal und Versicherung, expert SE.

Hervorragende Partnerschaften

„Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Industrie- und Dienstleistungspartnern können wir die aktuellen Herausforderungen solide meistern“, betont Frank Harder, Vorstand für Vertrieb, Marketing und e-Commerce der expert SE. Um die Partnerschaften gebührend zu würdigen, wird in diesem Jahr erstmals der „expert Star“ ins Leben gerufen, eine Auszeichnung der Lieferanten der verschiedenen Warenbereiche.“

Die Auszeichnungen anhand einheitlicher, transparenter Kriterien (Wirtschaftlichkeit, Verbindlichkeit, Innovation/Marketing) vergeben. Die bestbewerteten Lieferanten erhalten Awards in den Kategorien Gold, Silber und Bronze. Aus den Gewinnern der Gold-Awards wählen die Gesellschafter am Ende den Gesamt-Gewinner des expert-Star-Awards, der eine Platin-Auszeichnung erhält.

„Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Industrie- und Dienstleistungspartnern können wir die aktuellen Herausforderungen solide meistern“, Frank Harder, Vorstand für Vertrieb, Marketing und e-Commerce, expert SE.
„Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Industrie- und Dienstleistungspartnern können wir die aktuellen Herausforderungen solide meistern“, Frank Harder, Vorstand für Vertrieb, Marketing und e-Commerce, expert SE.

„Kendo“: expert-Marke mit Tradition & Potenzial

Anlass zum Feiern hat expert mit „Kendo“: Die in der Weißen Ware noch gänzlich unbekannte Eigenmarke feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum – die Marke wurde im Jahr 1981 erstmals eingetragen. Unter dem Namen „Kendo“ wurden bislang exklusiv für expert produzierte LED-Fernseher sowie Artikel aus dem Bereich der Empfangstechnik vertrieben. Anlässlich des Jubiläums überarbeitet expert den Markenauftritt von „Kendo“, um die Marke jünger und moderner zu präsentieren. Auch eine gezielte Ausweitung des Produkt-Portfolios nach Wachstumssegmenten wird in diesem Jahr sukzessive angestrebt. Bis zu 20 Produkte sollen um die Käufergunst buhlen, bei Elektrokleingeräten etwa Mikrowellen und Wasserkocher.

Fulfillment Center: Nachhaltige Investition

Seine Zuversicht in eine erfolgreiche Zukunft unterstreicht expert mit dem Bau seines expert Fulfillment Centers (eFC): Direkt neben der Unternehmenszentrale entsteht derzeit ein hochmodernes, knapp 13.000 Quadratmeter umfassendes Logistikzentrum. Mit dem Neubau der Zentrallogistik setzt expert ein deutliches Zeichen für den Ausbau des wichtigen Lagergeschäftes für die Zukunft des Unternehmens.

Das neue eFC bietet eine Optimierung des Großhandelsgeschäfts von expert, indem die wesentlichen Kennzahlen wie Verfügbarkeit, Qualität und Liefergeschwindigkeit vor einer nochmals höheren Wirtschaftlichkeit realisiert werden können. Auch bei der Belieferung der Endkunden wird dem neuen Fulfillment Center eine hohe Bedeutung zukommen. Die Inbetriebnahme des expert Fulfillment Centers ist für Ende 2021 geplant.

„Not amused“ ist man bei expert indes von den Direct-to-Consumer-Bestrebungen à la Bosch in Österreich oder von Miet-Modellen bei Hausgeräten, wie sie von Miele und der BSH angekündigt und getestet werden. Vorstand Frank Harder wurde vor allem mit Blick nach München in die BSH-Zentrale deutlich: „Das finden wir überhaupt nicht lustig!“

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