Metro-Bilanz: Nix frohe Weihnachten

„Wir haben uns in einem anspruchsvollen Marktumfeld im Weihnachtsquartal solide behauptet“, Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG.
„Wir haben uns in einem anspruchsvollen Marktumfeld im Weihnachtsquartal solide behauptet“, Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG.

Die Metro Group hat im 1. Quartal 2016/17 nach vorläufigen und nicht testierten Zahlen einen flächenbereinigten Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres erreicht. Liest sich erst einmal nicht schlecht, insbesondere wenn Olaf Koch, der Vorstandsvorsitzender der Metro AG, nachlegt: „Insgesamt haben wir uns in einem anspruchsvollen Marktumfeld im Weihnachtsquartal solide behauptet. An unserer Prognose für das Geschäftsjahr 2016/17 halten wir unverändert fest.“ Solide behauptet? Als Schulnote ist das bestenfalls eine schwache Drei, wenn überhaupt.

Denn machen wir uns nichts vor: Das Weihnachtsquartal, also dann, wenn süßer die Kassen nie klingeln, war eine herbe Enttäuschung. Die Metro Group hat zwischen Oktober und Dezember 2016 einen leichten Umsatzrückgang von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnet und Erlöse von insgesamt 17 Mrd. Euro erzielt. Sämtliche Geschäftsfelder legten ein schwaches Quartal hin, einzig Media-Saturn konnte seinen Umsatz Plusminus Null halten. Der demnächst unter dem Namen Ceconomy AG abgespaltene Teil der Metro blieb mit 6,9 Mrd. Euro Umsatz auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Heißt übersetzt: auch hier kein Plus.

Kaffee+ im Text

Black Friday mit Nebenwirkungen

Aufschlussreiches Detail am Rande: Der Weihnachtsmonat Dezember lief längst nicht so gut wie man das in Ingolstadt in früheren Jahren gewohnt war. Nach der Champagner-Euphorie zum Black Friday kam der Adventskater: Das Weihnachtsgeschäft entzerrt sich immer mehr, vorgezogene (Rabatt)Käufe zum Black Friday und Cyber Monday aber auch die positiven Nachlaufeffekte der ersten Januarwoche zeigen Wirkung.

Und im Detail? Bei Entertainment, Foto und IT-Hardware ging es bergab, bei den Warengruppen Smartphones, Weiße Ware und TV gings entsprechend bergauf. Hinzu kommen sogar zweistellig steigende Umsätze bei „Services & Solutions“, getrieben durch eine starke Nachfrage nach Reparatur- und Installationsleistungen sowie das Thema Garantieverlängerungen. Alles in allem wurde so der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahresquartal letztlich gehalten.

Gab die Metro-Aktie vorgestern aufgrund der mauen Zahlen erst einmal deutlich ab (-3,7 Prozent), verteuerte sich das Papier im Nachmittagsverlauf wieder und drehte leicht ins Plus. Bedeutet: Die Börsianer haben die Zahlen kaum überrascht. Die Presse indes ätzt, auch wenn die Watsch’n eher an die Metro, denn an die MSH gehen: Vergeigt und Elfmeter im Weihnachtsgeschäft verschossen, analysiert das Digital Commerce Magazin „etailment“. Und die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ urteilt: „Stillstand ist Rückschritt“. Ihr Fazit: „Das, was künftig Metro heißen soll, tritt auf der Stelle. Und das gilt genauso für die Elektronikhandelssparte. Dass Media-Saturn bald Ceconomics heißen soll, hat die Fantasie nur bei der Herleitung des Namens beflügelt, aber nicht im Hinblick auf Kurspotenzial an der Börse.“