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Volles Lager, mauer Konsum: Krise bei Zwilling

Die Lager voll, die Konsumlaune im Keller. Das hat unmittelbare Folgen für das Solinger Traditionsunternehmen Zwilling, das nach übereinstimmenden Medienberichten 108 Beschäftigte von August 2023 bis Januar 2024 in die Kurzarbeit schickt.


Der Messerhersteller und Küchenausstatter (u.a. Elektrokleingeräte) aus dem Bergischen Land hat offenbar zu wenig Beschäftigung für seine hiesigen Produktionsmitarbeiter, insbesondere in der handwerklichen Messerfertigung.

„Wegen der angespannten Lieferketten in der Corona-Phase setzte Zwilling, wie viele Betriebe der Branche, auf Bevorratung“, teilte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post mit. Nach sehr guten Vorjahren normalisiere sich der Markt derzeit. „Die insbesondere in China rückläufige Nachfrage trifft auf volle Lager.“

Zwar sei das Unternehmen „selbstverständlich profitabel“, doch sei man mit der Lage nicht zufrieden, weshalb auf die Kurzarbeit zurückgegriffen wurde. Mit Sonderaktionen sollen derzeit die überfüllten Lager abgebaut werden.

Zwilling trifft offenbar noch stärker als andere Unternehmen die Konsumzurückhaltung auf dem chinesischen Markt, der für das Unternehmen als sehr wichtig gilt. Seit 1995 sind die Solinger dort präsent, unter anderem auch mit großen Verkaufshäusern. Gerade in der Zusammenarbeit mit Influencern und durch Verkaufsaktionen über soziale Netzwerke wie Tiktok hat das Unternehmen dort in der Vergangenheit starkes Wachstum erzielt.

Der Zwilling Store in Solingen wurde im Industrial-Design gestaltet.

Online-Geschäft zunehmend wichtiger

Zwar wachse der Bereich „Social Commerce“ nach wie vor – in China macht das ein Fünftel des Gesamtumsatzes aus –, doch kann das den Nachfragerückgang insgesamt nicht ausgleichen. Im wichtigsten Einzelmarkt USA und auch in Europa sei die Marktentwicklung aber gut, sagte der Sprecher. Das -Gwird für Zwilling insgesamt zunehmend wichtiger, global machen die Verkäufe 46% des Gesamtumsatzes aus.

Im vergangenen Jahr hat das zur Wehrhan-Gruppe gehörende Unternehmen rund 900 Mio. EUR umgesetzt. Die im Jahr 1731 gegründete Messerschmiede erzielt ihre Erlöse aber längst nicht mehr hauptsächlich durch den Verkauf der scharfen Klingen, wenngleich Messer weiter die bekanntesten Zwilling-Produkte sind.

Durch Übernahmen etwa der französischen und belgischen Küchengerätehersteller Staub und Demeyere oder des italienischen Pfannenherstellers Ballarini produziert Zwilling auch in anderen europäischen Ländern – und natürlich in Asien. 2020 hat das Unternehmen zudem mit Vakuum- und Aufbewahrungsprodukten ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Vor zwei Jahren hat Zwilling zudem die deutschen Grillhersteller Santos und Flammkraft übernommen.

infoboard.de

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