Der Hamburger Kaffeeröster macht erstmals seit 25 Jahren wieder Verluste.
Als Grund für diese Entwicklung wurden gestiegene Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten sowie die weltweite Lieferkettenkrise angegeben. Allgemein sei im Handel, bedingt durch die Inflation, eine Kaufzurückhaltung bei den Verbrauchern zu beobachten. Während der Gesamtumsatz durch das gute Kaffeegeschäft zwar nahezu stabil geblieben ist, hat sich das Ergebnis deutlich verschlechtert. Das EBIT ist von zuvor 176 Mio. EUR im Vorjahr auf gleich -167 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 in den Keller gerauscht.
Der Umsatz von Tchibo lag mit exakt 3,245 Mrd. EUR nominal und organisch auf dem Niveau des Vorjahres (3,256 Mrd. EUR). Die positive Entwicklung im Kaffeegeschäft sowie im Filial- und Out-of-home-Geschäft konnte die Abschwächung bei Gebrauchsartikeln nahezu ausgleichen.
Das EBIT ging aufgrund geringerer Deckungsbeiträge infolge von dramatisch gestiegenen Rohwaren-, Energie- und Frachtkosten sowie der weltweiten Supply-Chain Krise von 176 Mio. EUR auf -167 Mio. EUR zurück. Die EBIT-Umsatzrendite lag bei -5,1% (Vorjahr: 5,4%). Der Deckungsbeitrag wurde durch gestiegene Lagerbestände an Non Food Ware belastet. Der geplante Non Food Absatz wurde aufgrund der inflationsbedingten Kaufzurückhaltung der Kundinnen und Kunden nicht realisiert.
Der Ausblick von Tchibo für das Jahr 2023 geht aufgrund eines weiterhin schwachen Konsumklimas von einem Umsatz leicht über dem Niveau des Vorjahres aus. Die eingeleiteten Reorganisationsmaßnahmen zur Verbesserung der Ergebnislage werden entschieden umgesetzt.
Dank dieser Maßnahmen sowie der erwarteten schrittweisen Verbesserung der Geschäftslage im 2. Halbjahr wird für das Gesamtjahr von einem positiven EBIT ausgegangen. Das Unternehmen investiert weiterhin in zukunftsgerichtete Projekte in Digitalisierung und den Vertrieben. Die Internationalisierung soll weiter vorangetrieben werden.
Tchibo gehört zu 100% der Holding Maxingvest, in der ein Teil der Hamburger Familie Herz ihre Beteiligungen gebündelt hat. Zweites Standbein von Maxingvest ist die Mehrheitsbeteiligung am Hamburger Nivea-Hersteller und Dax -Konzern Beiersdorf (gut 51%), zu dem auch der Tesa gehört. (mmm)
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