Repair Café: Wie repariere ich einen Toaster?

In unserer Wegewerfgesellschaft ist Reparieren von Gegenständen nicht angesagt – viele Menschen wissen gar nicht mehr, wie man etwas reparieren kann. Und diejenigen, die es noch wissen, müssen sich ebenso weggeworfen vorkommen, denn sie erfahren, dass ihre Kenntnisse nicht angesagt sind – in der landläufigen Meinung kommt eine Reparatur teurer als ein Neukauf.

Andererseits regen sich viele Umweltbewusste über die sogenannte „geplante Obsoleszenz“ auf – das ist meist der Fall, wenn z. B. der Drucker kurz nach Garantieablauf seinen Geist aufgibt. Denn vorher haben die Macher ausgerechnet, wie viel Papier und Toner bis dahin durchläuft. Dem Drucker fehlt nichts, nur das innere Zählwerk müsste auf Null gestellt werden.  Doch wer weiß das schon?

Das könnte sich ändern, wenn sich die Idee des Repair Café weiter verbreitet. Im Sinne des nachhaltig leben-Wollens  nach der Agenda 21 sind viele umweltbewusste Menschen nicht mehr damit einverstanden, Dinge, die sie gekauft haben, wegwerfen zu müssen, nur weil nur eine Kleinigkeit defekt ist.

Eine dieser Menschen ist die Niederländerin Martine Postma. Sie hat im Jahr 2009 das erste Repair Café in Amsterdam gegründet und aufgrund des großen Erfolges gibt es seit 2010 auch eine Stiftung Repair Café. Die Idee breitet sich derzeit in Deutschland aus:  In dieser Art Café treffen sich Reparierwillige nebst ihren defekten Geräten mit ehrenamtlich tätigen Reparaturkundigen, die Kaputtes wieder ans Laufen bringen. Meist sind es Elektrogeräte aus dem Haushaltsbereich und Unterhaltungselektronik, aber auch Kleidung und Möbel können ausgebessert werden. Wer nichts zu reparieren hat, kann trotzdem kommen und bei Kaffee und Kuchen sein Know How erweitern. Bei vielen Nutzern findet ein Umdenkprozess statt, was nicht alles entgegen aller Vermutung doch repariert werden kann, und die Wertschätzung der Produkte steigt genauso wie die Wertschätzung derer, die handwerklich was drauf haben.
Das Schöne ist: Jeder kann ein Repair Café in seinem Ort eröffnen, vorausgesetzt, er hält sich an drei simple Regeln. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Annette Dietzler

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