Marktforschung

NIQ: Singlehaushalte dominieren – Regionale Unterschiede prägen den Hausgerätemarkt

Die Haushaltsstruktur in Deutschland befindet sich weiterhin im Wandel – mit spürbaren Auswirkungen auch auf die Nachfrage im Elektrohausgerätemarkt. Aktuelle Bevölkerungsstrukturdaten von NIQ zeigen: Singlehaushalte stellen mit einem Anteil von 41,6 Prozent inzwischen den mit Abstand größten Haushaltstyp dar. Damit prägen sie zunehmend Produktentwicklung, Sortimentsgestaltung und Vertriebsstrategien der Branche.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder (31,25 Prozent) sowie Familienhaushalte mit Kindern (27,15 Prozent). Die Verschiebung hin zu kleineren Haushaltsgrößen unterstreicht den anhaltenden Trend zur Individualisierung – ein Faktor, der insbesondere bei kompakten, energieeffizienten und multifunktionalen Geräten an Bedeutung gewinnt.

Stadt-Land-Gefälle deutlich sichtbar

Während in Regensburg die meisten Single-Haushalte Deutschlands sind, gibt es im Landkreis Cloppenburg die wenigsten.

Ein genauer Blick auf die regionale Verteilung offenbart erhebliche Unterschiede: Den höchsten Anteil an Einpersonenhaushalten weist der Stadtkreis Regensburg auf. Hier lebt in 55,91 Prozent aller Haushalte nur eine Person – ein Wert, der deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt und typisch für urbane Zentren mit hoher Studierenden- und Berufseinsteigerquote ist.

Bielefeld hingegen liegt mit 41,65 Prozent nahezu exakt auf dem bundesweiten Durchschnitt und steht damit exemplarisch für viele mittelgroße Städte in Deutschland.

Am unteren Ende der Skala befindet sich der Landkreis Cloppenburg: Dort machen Singlehaushalte lediglich 31,29 Prozent aus. Stattdessen dominieren hier klassische Mehrpersonenhaushalte, was auf eine stärker ländlich geprägte Bevölkerungsstruktur hinweist.

Implikationen für die Branche

Für Hersteller und Handel ergeben sich daraus klare Handlungsfelder. Während in urbanen Regionen platzsparende Lösungen, smarte Küchengeräte und flexible Nutzungskonzepte gefragt sind, bleibt in ländlichen Gebieten die Nachfrage nach großvolumigen Geräten für Familienhaushalte stabil.

Die NIQ-Daten verdeutlichen einmal mehr: Wer den Markt erfolgreich bedienen will, muss regionale Unterschiede stärker berücksichtigen – und das Sortiment konsequent an die jeweilige Haushaltsstruktur anpassen.

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