Konsumklima zum Start des Weihnachtsgeschäfts weiter eingetrübt

Marktforschung

Das HDE-Konsumbarometer für November 2025 zeigt eine erneut verschlechterte Verbraucherstimmung in Deutschland. Nach einem kurzen Anstieg im Oktober ist der Indexwert um 0,95 Punkte auf 95,57 gesunken – damit liegt er auch unter dem Wert vom September. Seit Juli beträgt der Rückgang insgesamt 2,16 Punkte.

Schwache Konjunktur bremst Verbrauchsneigung

Die Stagnation der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal und die anhaltende Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung wirken sich zunehmend negativ auf das Konsumklima aus. Trotz leichter Erholung bei den Konjunkturerwartungen (plus 1,11 Punkte auf 79,81) bleibt das Niveau niedrig. Die Einkommenserwartungen sinken deutlich um fast 5 Punkte auf 95,73 und liegen damit spürbar unter dem Vorjahreswert.

Gedämpfte Anschaffungsneigung – steigende Sparneigung

Die Anschaffungsneigung der Verbraucher nimmt leicht ab (minus 0,54 Punkte auf 87,39). Gleichzeitig steigt die Sparneigung auf 110,46 Punkte. Diese gegenläufige Entwicklung deutet darauf hin, dass Haushalte angesichts unsicherer Perspektiven eher zurückhaltend beim Konsum agieren und stattdessen verstärkt sparen.

Preis- und Zinserwartungen steigen

Die Verbraucher rechnen mit steigenden Preisen und höheren Zinsen. Trotz einer stabilen Inflationsrate von 2,3 Prozent sinken die Preiserwartungen auf 94,25 Punkte, was im invers konstruierten Index auf eine steigende Teuerungserwartung hinweist. Auch bei den Zinserwartungen ergibt sich ein leichter Rückgang des Indikators auf 110,81 Punkte – ebenfalls ein Signal für eine Zinswende aus Sicht der Verbraucher.

Ausblick: Geringe Kauflaune zum Jahresende

Das Barometer deutet für die kommenden Monate auf keine nachhaltige Belebung des privaten Konsums hin. Für das laufende Weihnachtsgeschäft bedeutet dies, dass die Kaufzurückhaltung der Verbraucher voraussichtlich anhält. Eine Verbesserung der Konsumstimmung könnte erst dann einsetzen, wenn wirtschaftspolitische Maßnahmen zu einer spürbaren Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage führen. Bislang fehlt es jedoch an entsprechenden Impulsen.

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