Markt & Branche

JD.com: Ceconomy-Übernahme muss noch durch die EU-Subventionsprüfung

Die geplante Übernahme des Elektronikhändlers Ceconomy (MediaMarktSaturn) durch den chinesischen E-Commerce-Konzern JD.com ist weiterhin noch nicht in trockenen Tüchern. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, hat die EU-Kommission ein Prüfverfahren nach der Verordnung über drittstaatliche Subventionen eingeleitet. Diese Prüfung im Rahmen der Foreign Subsidies Regulation (FSR) sei allerdings Teil der üblichen regulatorischen Genehmigungsverfahren und wurde bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung der Transaktion im vergangenen Jahr kommuniziert, heißt es von Seiten der begleitenden FTI Consulting. Im Zentrum steht die Frage, ob JD.com von staatlichen chinesischen Beihilfen profitiert und dadurch Wettbewerbsvorteile im europäischen Markt erlangt.

Die Brüsseler Behörde hat nun bis zum 28. Mai Zeit, eine vorläufige Bewertung vorzulegen. Bemerkenswert ist, dass die Transaktion nach klassischem EU-Fusionsrecht nicht prüfungspflichtig ist – die aktuelle Untersuchung erfolgt somit explizit im Rahmen der neuen Subventionskontrollregeln.

Direkter Zugriff auf europäische Vertriebsstrukturen

Für die Elektrohausgeräte- und Elektronikbranche ist der Fall von hoher Relevanz: Mit JD.com würde ein global agierender Plattformanbieter mit erheblicher Finanzkraft direkten Zugriff auf etablierte europäische Vertriebsstrukturen erhalten. Die Integration von MediaMarkt und Saturn könnte die Wettbewerbsdynamik im stationären wie im Onlinehandel spürbar verändern.

Parallel zur EU-Prüfung wird die Übernahme auch auf nationaler Ebene bewertet. In Österreich läuft bereits ein Verfahren nach den dortigen Regeln für ausländische Direktinvestitionen, während Italien die Transaktion freigegeben hat.

Im Gesamtübernahmekontext zeigt der Fall exemplarisch die wachsende regulatorische Sensibilität gegenüber Investitionen aus Drittstaaten – insbesondere aus China. Neben klassischen wettbewerbsrechtlichen Fragen rücken zunehmend industriepolitische Aspekte wie staatliche Einflussnahme und Marktverzerrungen in den Vordergrund. Für die Branche signalisiert dies strengere Prüfmaßstäbe bei internationalen Übernahmen und potenziell längere Transaktionsprozesse.

Rita Breer

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