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KitchenAid KF4 im Test: Schmaler Kaffeevollautomat mit großem Iced-Coffee-Versprechen

Mit dem KF4 bringt KitchenAid einen seiner bislang kompaktesten Kaffeevollautomaten auf den Markt. Neben den Klassikern bietet das Gerät eine Iced-Coffee-Funktion sowie einen Touchscreen, der auch Kaffee-Neulingen die Bedienung leicht machen soll. Wir haben uns angeschaut, wie sich der KF4 im Alltag schlägt.

Wer schon einmal versucht hat, in einer kleinen Küche einen ausgewachsenen Vollautomaten samt Milchsystem unterzubringen, weiß, dass das bei vielen Modellen gar nicht so einfach ist.

Genau in diese Lücke stößt KitchenAid mit dem KF4, der gerade einmal 19,5 Zentimeter breit ist. Größere Kompromisse im Hinblick auf den Leistungsumfang muss man dabei nicht eingehen. Zwar bieten Spitzenmodelle wie der KF8 dem Benutzer von Haus aus mehr Getränkerezepturen und ein größeres Display, aber ob man das im Alltag wirklich braucht, steht auf einem anderen Blatt.

KitchenAid KF4: Was steckt drin?

Auf dem Papier liest sich die Ausstattung ambitioniert. KitchenAid bewirbt den KF4 mit mehr als 20 Rezeptoptionen. Dazu gehören unter anderem Espresso, Espresso Lungo, Kaffee, Americano, Cappuccino, Latte Macchiato, Flat White, Milchkaffee, Macchiato, warmer Milchschaum, heiße Milch, heißes Wasser, Iced Espresso und Iced Coffee.

Bedient wird der Vollautomat über einen 8,8 Zentimeter großen Farb-Touchscreen. Vier Nutzerprofile ermöglichen es, individuelle Einstellungen für Stärke, Kaffee- und Milchmenge sowie Getränketemperatur zu speichern. Pro Profil lassen sich allerdings nur bis zu vier persönliche Favoriten hinterlegen.

Der Wassertank fasst 1,8 Liter, der Bohnenbehälter rund 250 Gramm. Im Inneren arbeitet ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl, dessen Mahlgrad in fünf Stufen eingestellt werden kann. Für geeignete Kaffeegetränke steht außerdem eine Doppelausgabe zur Verfügung, mit der sich zwei Tassen gleichzeitig zubereiten lassen. Zum Milchsystem gehört zudem eine BPA-freie Karaffe, die sich vollständig von der Maschine abnehmen und im Kühlschrank aufbewahren lässt.

Mit einem Gewicht von rund 10 Kilogramm und Abmessungen von etwa 36,0 Zentimetern Höhe, 19,5 Zentimetern Breite und 47,0 Zentimetern Tiefe ist der KF4 vor allem angenehm schmal. Die Tiefe sollte man allerdings nicht unterschätzen, da der Wassertank an der Rückseite entnommen wird. Wer die Maschine unter einem Hängeschrank aufstellen möchte, sollte ausreichend Platz nach hinten und oben einplanen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte das zehnjährige Reparaturversprechen von KitchenAid. Dabei handelt es sich zwar nicht um eine zehnjährige kostenlose Garantie, wohl aber um das Versprechen, in diesem Zeitraum die notwendigen Ersatzteile und das technische Wissen für etwaige Reparaturen bereitzuhalten. Denn auch das ist heutzutage keineswegs mehr eine Selbstverständlichkeit.

KitchenAid KF4: Espresso und Kaffee im Alltag

Beim eigentlichen Kerngeschäft, nämlich Espresso und Kaffee, überzeugt der KF4. Die Crema fällt konstant dicht und stabil aus. Auch bei mehreren direkt hintereinander zubereiteten Tassen wirkt die Extraktion erfreulich gleichmäßig.

Der Espresso kommt in unserem Test mit angenehmen Nuss- und Schokoladennoten aus dem Auslauf. Wobei das Geschmackserlebnis natürlich stark von den verwendeten Bohnen, dem Mahlgrad, der Getränkemenge und der gewählten Stärke abhängt. Die Werkseinstellungen liefern zwar eine gute Ausgangsbasis, aber je nach Röstung macht es dennoch Sinn, etwas herumzuexperimentieren, wenngleich die fünf zur Verfügung stehenden Mahlgradstufen einem nicht ganz so viel Spielraum lassen.

KitchenAid KF4: Milchschaum und Milchgetränke

Das automatische Milchsystem schäumt zuverlässig auf. Mit Kuhmilch entsteht ein feinporiger, cremiger und stabiler Schaum, der auch nach ein paar Minuten noch ansprechend aussieht.

Auch mit Hafer- und Mandeldrinks gelingen brauchbare Ergebnisse. Die Qualität hängt bei pflanzlichen Alternativen allerdings stärker von der jeweiligen Zusammensetzung ab. Besonders eiweißreiche Barista-Varianten liefern in der Regel stabileren Schaum als einfache Pflanzendrinks.

Wie man es von einem Kaffeevollautomaten erwartet, gelingen Cappuccino, Flat White und Milchkaffee auf Knopfdruck und lassen sich über das Display an den eigenen Geschmack anpassen. Die Milchkaraffe kann nach der Zubereitung abgenommen und in den Kühlschrank gestellt werden.

Ein Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte, ist die begrenzte Milch- beziehungsweise Schaummenge pro Durchgang. Für einen klassischen Cappuccino reicht sie problemlos aus. Bei einem großen Latte Macchiato in einer besonders hohen XL-Tasse kann es dagegen notwendig sein, einen zusätzlichen Milchbezug zu starten.

Die Iced-Coffee-Funktion: Ein schwieriges Thema

Die Programme für Iced Coffee und Iced Espresso gehören zu den Funktionen, mit denen KitchenAid den KF4 besonders prominent bewirbt. Genau hier zeigt sich im Alltag aber auch eine der größten Schwächen des Geräts.

Wichtig ist zunächst die begriffliche Einordnung: Der KF4 bereitet keinen Cold Brew im eigentlichen Sinne zu. Stattdessen brüht er den Kaffee ganz normal warm auf, allerdings bei einer etwas niedrigeren Temperatur. Parallel dazu muss man eine Tasse oder ein Glas mit Eiswürfeln unter den Auslass stellen.

Das ist kein grundsätzlich falsches Konzept. Ein angepasster Bezug kann verhindern, dass ein normal gebrühter Kaffee über Eis sofort zu bitter oder zu dünn schmeckt. Wirklich kalt wird das Getränk dadurch aber nicht automatisch. In unserem Test schmolz ein Teil der Eiswürfel bereits während der Ausgabe und das Ergebnis war eher ein kühler bis lauwarmer, verdünnter Kaffee.

Wer sich unter der Funktion eine echte Kaltextraktion oder einen sofort eiskalten Kaffee vorstellt, wird deshalb wahrscheinlich enttäuscht sein.

KitchenAid KF4: Bedienung, Lautstärke und Reinigung

Kommen wir zur Bedienung. Der Touchscreen der KF4 führt verständlich durch die Rezeptauswahl. Symbole, Beschriftungen und Einstellmöglichkeiten sind übersichtlich angeordnet, sodass auch weniger technikaffine Nutzer schnell mit der Maschine zurechtkommen.

Im Alltag reichen meist wenige Berührungen, um das gewünschte Getränk zu starten. Stärke, Getränkemenge, Milchmenge und Temperatur lassen sich abhängig vom Rezept anpassen. Häufig verwendete Einstellungen können anschließend in einem der vier Nutzerprofile gespeichert werden. Die Begrenzung auf vier persönliche Favoriten pro Profil ist im Alltag spürbar, wenn mehrere unterschiedliche Getränke regelmäßig genutzt werden. Für die meisten Haushalte dürfte der Speicher dennoch ausreichen.

Positiv überrascht hat uns die Lautstärke. Beim Mahlen und Brühen bleibt der KF4 vergleichsweise zurückhaltend. Insbesondere das Mahlwerk wirkt weniger schrill als bei vielen anderen Vollautomaten. Das ist morgens angenehm, wenn andere Personen im Haushalt noch schlafen.

Die Reinigung ist dank herausnehmbarer Brühgruppe, automatischer Spülprogramme und abnehmbarer Milchkaraffe grundsätzlich unkompliziert. Nach der Zubereitung von Milchgetränken verlangt die Maschine allerdings regelmäßig eine Spülung des Milchsystems. Bei mehreren Milchgetränken pro Tag erscheinen die entsprechenden Hinweise im Display entsprechend häufig.

KitchenAid KF4: Fazit

Am Ende des Tages ist der KitchenAid KF4 in der Preisklasse um die 1.000 Euro dennoch ein überzeugender Vollautomat für alle, die wenig Platz in der Küche haben und Wert auf ein schlichtes Design legen.

Bei den klassischen Heißgetränken liefert er sehr gute Ergebnisse. Espresso und Kaffee gelingen konstant, die Crema ist stabil und das automatische Milchsystem erzeugt feinporigen Schaum. Auch Verarbeitung, Display und Bedienkonzept hinterlassen einen hochwertigen Eindruck.

Zu den weiteren Stärken gehören der vergleichsweise leise Betrieb, die herausnehmbare Brühgruppe und die übersichtlich gestalteten Pflegeprogramme. Einschränkungen gibt es bei der geringen Zahl an Mahlgradstufen, der begrenzten Milchmenge pro Bezug und den maximal vier Favoriten pro Nutzerprofil.

Auch die kompakte Bauform muss man richtig einordnen. Der KF4 ist mit 19,5 Zentimetern ausgesprochen schmal, benötigt mit knapp 47 Zentimetern aber weiterhin viel Tiefe auf der Arbeitsplatte. Der rückseitig entnehmbare Wassertank verlangt zusätzlich etwas Bewegungsfreiheit.

Die Iced-Coffee-Funktion sollte ebenfalls realistisch bewertet werden. Sie ist ein bequemes Extra für Kaffee über Eis, liefert aber keinen echten Cold Brew und auch nicht zwangsläufig ein durchgehend eiskaltes Getränk. Wer genau das erwartet, dürfte enttäuscht sein.

Wer den KF4 dagegen als das betrachtet, was er in erster Linie ist, nämlich einen sehr guten, schmalen Kaffeevollautomaten für Espresso, Kaffee und Milchgetränke, bekommt ein gelungenes Gerät.

Frank Feil

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