Markt & Branche

BSH bündelt Bosch und Siemens auf der IFA 2026

Die BSH Hausgeräte GmbH stellt Bosch und Siemens auf der IFA 2026 erstmals im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz vor. Im Mittelpunkt stehen die gebündelte Ausrichtung von Marketing und Vertrieb sowie zahlreiche Produktneuheiten beider Marken – von vernetzten Heizlösungen und neuen Küchengeräten bis zu künstlicher Intelligenz in Backöfen und Kaffeevollautomaten.

Für die BSH markiert der gemeinsame Auftritt von Bosch und Siemens eine Premiere. Nach Angaben von Rudolf Klötscher, Chief Sales and Service Officer und Mitglied der globalen Geschäftsführung der BSH Hausgeräte GmbH, werden auch Marketing und Vertrieb weltweit gebündelt ausgerichtet.

Das Unternehmen sieht Produkte dabei zunehmend als Teil einer umfassenderen Kundenreise. Neben Produktqualität sollen Markenerlebnisse, der Point of Sale, digitale Dienste und der Kundendienst eine stärkere Rolle spielen. Vertrauen entstehe durch Verlässlichkeit, langlebige Produkte und einen Kundendienst, der auch in einer zunehmend digitalen Umgebung persönlichen Kontakt ermöglicht.

Bosch erweitert Portfolio und digitale Services

Bosch stellt seinen IFA-Auftritt unter anderem auf die Themen Qualität, Vertrauenswürdigkeit und Weiterentwicklung ab. Neben klassischen Haus- und Küchengeräten umfasst das Angebot auch Lösungen für Heizen, Klimatisieren und Lüften.

Neu ist die Möglichkeit, Bosch Smart Home Heizkörperthermostate direkt mit Bosch-Wärmeerzeugern zu verbinden. Durch eine bedarfsgerechte Steuerung und automatische Wärmerückgewinnung sollen Energieverbrauch und Wohnkomfort optimiert werden.

Im Bereich Qualität führt Bosch zudem das digitale Qualitätszertifikat Q-Trust ein. Zum Start steht die Funktion für Bosch-Geschirrspüler zur Verfügung. Über die Home Connect App lässt sich ein Selbsttest ausführen, der Schlüsselkomponenten sowie Alter und Nutzungshäufigkeit des Geräts auswertet und daraus ein digitales Zertifikat erstellt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf künstlicher Intelligenz. Mit KochAI integriert Bosch eine entsprechende Anwendung in die Home Connect App. Sie soll Nutzer schrittweise bei der Zubereitung komplexerer Gerichte unterstützen und mehrere Geräte zeitlich koordinieren.

Neue Airfryer, Siebträgermaschine und Nass-Trockensauger

Das Airfryer-Portfolio von Bosch wird nach dem Marktstart im vergangenen Jahr zu einer vollständigen Modellreihe ausgebaut. Dazu gehören die kompakte Serie 2 mit vier Litern Fassungsvermögen sowie der Double Stack mit zwei übereinander angeordneten Schubladen und insgesamt 18 Litern Volumen. Hinzu kommen die Serie 4 Double Drawer mit zwei Schubladen à 4,5 Liter sowie der Double Flex. Dessen zehn Liter große Schublade kann in zwei unabhängige Kochzonen unterteilt werden.

Mit der Home-Café Serie 4 erschließt Bosch zudem eine neue Produktkategorie. Die halbautomatische Siebträgermaschine verfügt über ein integriertes Mahlwerk mit 30 Mahlgradeinstellungen, fünf Dosier-Vorgaben sowie eine Regelung von Brühdruck und Temperatur. Zum Einsatz kommt ein 58-Millimeter-Edelstahl-Siebträger.

Für die Bodenpflege zeigt Bosch den OneFlow Nass-Trockensauger. Das Gerät kombiniert Saugen und Wischen in einem Arbeitsgang und ist für Wohnflächen von bis zu 150 Quadratmetern ausgelegt. Eine MicroClean-Technologie soll auch nicht sichtbare Schmutzpartikel erkennen. In der Station wird die Wischrolle automatisch gereinigt und getrocknet.

Mit Eyes Plus stellt Bosch außerdem einen Sicherheits-Service für Innen- und Außenkameras vor. Die Personenerkennung unterscheidet zwischen bekannten und unbekannten Personen und kann entsprechende Benachrichtigungen auslösen.

Green Collection wird um Einbaubacköfen ergänzt

Auch die Green Collection von Bosch wird erweitert. Neu hinzu kommen Einbaubacköfen, deren Materialmix in der Produktion laut BSH einen um 20 Prozent geringeren CO₂-Fußabdruck aufweist. Die Angabe ist TÜV-zertifiziert.

Ein Erkennungsmerkmal der Geräte ist der Griff in der Ausführung „Dark Inox“. Dieser besteht nach Unternehmensangaben zu 85 Prozent aus recyceltem Altpapier.

Bei freistehenden Gefrierschränken setzt Bosch zudem auf ein flexibles Tür-Stauraumkonzept, das bei unveränderter Stellfläche mehr nutzbares Innenvolumen ermöglichen soll.

Siemens setzt auf Komfort und künstliche Intelligenz

Siemens stellt bei seinen Neuheiten intelligente Technologie, Design und die Integration in den Alltag in den Mittelpunkt. Nach einer von Siemens angeführten Studie von NielsenIQ nennen 57 Prozent der Konsumenten in Europa Komfort als wichtigsten Faktor bei der Anschaffung smarter Hausgeräte.

Künstliche Intelligenz soll dabei gezielt für konkrete Anwendungen eingesetzt werden. Ein Beispiel ist ein Anfang des Jahres in China vorgestellter Backofen mit integrierter Sprachsteuerung. Das Gerät benötigt keine externen Lautsprecher und soll natürliche Sprache verstehen.

Eine weitere Anwendung findet sich im Kühlschrank. Eine Schnell-Auftauschublade soll empfindliche Lebensmittel wie Lachsfilets oder Steaks innerhalb von zehn Minuten gleichmäßig auftauen, ohne Textur, Geschmack oder Konsistenz zu beeinträchtigen.

iQ700 Backofen erkennt mehr als 100 Gerichte

Zu den IFA-Neuheiten gehört ein iQ700 Backofen mit automatischer Gerichtserkennung. Das Gerät erkennt nach Angaben des Unternehmens mehr als 100 Gerichte und wählt selbstständig ein passendes Programm aus.

Neu ist außerdem die Möglichkeit, eigene Familienrezepte zu hinterlegen. Der Backofen soll diese anschließend erkennen und entsprechend zubereiten können.

Das mattschwarze Siemens-Sortiment wird ebenfalls ausgebaut. Nach Einbaugeräten wie Backofen, Kochfeld und Kaffeevollautomat sollen künftig auch freistehende Geräte wie Waschmaschinen in der Matt-Black-Ausführung angeboten werden.

Generative künstliche Intelligenz im Kaffeevollautomaten

Mit dem EQ.600 zeigt Siemens einen Kaffeevollautomaten, der unter anderem mit CoffeeSelect-Display und höhenverstellbarer Tassenablage ausgestattet ist.

Über die Integration von Alexa Plus kommt dabei generative künstliche Intelligenz zum Einsatz. Statt fest definierter Sprachbefehle soll das Gerät natürliche Konversationen ermöglichen.

Wärmepumpentechnik für den Waschtrockner

Bei der Wäschepflege präsentiert Siemens einen iQ700 Waschtrockner mit Wärmepumpe. Das Gerät bietet ein Fassungsvermögen von elf Kilogramm beim Waschen und sechs Kilogramm beim Trocknen und bleibt dabei innerhalb gängiger Einbaumaße.

Im kombinierten Wasch- und Trockenbetrieb erreicht das Modell nach Unternehmensangaben die Energieeffizienzklasse A. Beim ausschließlichen Waschen soll der Verbrauch 20 Prozent unter dem Grenzwert der Klasse A liegen.

Zu den Ausstattungsmerkmalen zählen die automatische Waschmitteldosierung i-Dos, die GentleDry-Trocknung sowie eine automatische Flusenreinigung des Kondensators.

Das Wäschepflegeangebot der ExtraKlasse beziehungsweise Special Edition erhält darüber hinaus eine hochglänzende schwarze Glasoberfläche und ein Vollfarb-Touchdisplay. Mit SmartFinish sollen sich Knitterfalten mithilfe von Dampf um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen. Die Funktion Wash & Speed soll den Trocknungsprozess um bis zu 38 Prozent verkürzen.

Mehr Innenraum bei unveränderten Kühlschrankmaßen

Bei freistehenden Kühlschränken stellt Siemens Modelle mit 402 Litern Innenvolumen vor. Nach Unternehmensangaben entspricht dies einem Plus von 15 Prozent gegenüber bisherigen Lösungen bei unveränderten Außenmaßen.

Das hyperFresh 0°C-Frischesystem soll Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch bis zu 14 Tage frisch halten. Verschiebbare Türabsteller können flexibel angeordnet und teilweise direkt in Schubladen eingesetzt werden.

Mit den Neuheiten von Bosch und Siemens setzt die BSH auf der IFA 2026 insbesondere auf vernetzte Funktionen, künstliche Intelligenz, Energieeffizienz und neue Gerätekonzepte. Gleichzeitig soll der gemeinsame Messeauftritt die gebündelte Ausrichtung von Marketing und Vertrieb innerhalb des Konzerns sichtbar machen.

infoboard.de

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