Marktforschung

GFU-Studie: KI wird zum festen Bestandteil des Kaufprozesses

Künstliche Intelligenz verändert den Einkaufsprozess spürbar – auch im Markt für Consumer Electronics und Elektrohausgeräte. Das zeigt der zweite Teil einer repräsentativen Studie der GFU Consumer & Home Electronics GmbH, die im Januar durchgeführt und von YouGov unter 2.002 Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland umgesetzt wurde. Die Ergebnisse machen deutlich, dass KI-basierte Anwendungen längst im Alltag angekommen sind und zunehmend Einfluss auf Kaufentscheidungen nehmen.

Mehr als zwei Drittel der Befragten nutzen heute KI-basierte Chatbots regelmäßig. 69 Prozent setzen generative KI-Modelle vor allem ein, um sich schnell und gezielt zu informieren. Bereits rund ein Viertel verwendet digitale Assistenten konkret im Rahmen der Produktrecherche oder Kaufberatung (24 Prozent), bei den über 55-Jährigen liegt der Anteil mit 29 Prozent sogar über dem Durchschnitt. Damit etabliert sich KI zunehmend als fester Bestandteil des konsumbezogenen Entscheidungsprozesses.

Vom Informationstool zum digitalen Einkaufsberater

Besonders deutlich wird die wachsende Bedeutung bei der konkreten Vorbereitung von Kaufentscheidungen. 70 Prozent der KI-Nutzer geben an, entsprechende Systeme vor allem für das Einholen von Informationen und Empfehlungen vor dem Kauf einzusetzen. 64 Prozent nutzen KI für Preisvergleiche, 45 Prozent zur Analyse von Bewertungen.

Künftig dürfte sich der Fokus weiter verschieben: 74 Prozent können sich vorstellen, generative KI-Modelle verstärkt für Preisvergleiche und Angebotsprüfungen zu verwenden. Auch die Analyse von Produktbewertungen gewinnt an Bedeutung (56 Prozent), während das reine Einholen von Produktempfehlungen mit 63 Prozent etwas an Gewicht verliert.

„KI-Helfer werden zunehmend als vollumfängliche Einkaufsberater wahrgenommen, die Vorlieben und Verhaltensmuster interpretieren und in Echtzeit unterstützten“, beschreibt Carine Chardon, Geschäftsführerin der GFU Consumer & Home Electronics GmbH, die Rolle der Technologie im Einkaufsalltag von Konsument:innen.

Die Studie zeigt zudem, dass Nutzer von KI im Shopping-Kontext besonders technikaffin sind. 70 Prozent von ihnen kaufen häufig IT-Produkte wie Laptops, Tablets oder PCs online, 65 Prozent Smartphones und Telekommunikationsgeräte. Auch Haushalts-Kleingeräte wie Kaffeemaschinen oder Mixer werden von 64 Prozent dieser Gruppe regelmäßig online erworben. Für die Elektrohausgerätebranche signalisiert das ein hohes Potenzial in einer digital affinen und kaufbereiten Zielgruppe.

Hohe Akzeptanz – klare Erwartungen an Handel und Marken

Auffällig ist die enge Bindung vieler Anwender an ihre digitalen Assistenten. 73 Prozent der heutigen KI-Nutzer können sich vorstellen, künftig noch häufiger mit entsprechenden Systemen zu interagieren. Für 53 Prozent wäre der Wegfall virtueller KI-Assistenzen sogar ein spürbarer Verlust, und 41 Prozent empfinden KI mitunter wie einen Gesprächspartner. Insgesamt blickt die große Mehrheit optimistisch auf die Technologie: 88 Prozent sind überzeugt, dass generative KI-Modelle künftig selbstverständlich zum Alltag gehören werden. 63 Prozent sehen mehr Chancen als Risiken, und 62 Prozent glauben, dass KI die Lebensqualität verbessern wird.

Gleichzeitig bleiben kritische Aspekte präsent: 72 Prozent sorgen sich vor Fehlinformationen durch KI, 80 Prozent fordern eine stärkere gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit der Technologie.

Für Handel und Marken leitet die GFU daraus eindeutige Handlungsfelder ab. „Die Ergebnisse zeigen sehr klar, dass KI beim Einkaufsverhalten eine zunehmende Rolle spielt“, fasst Chardon zusammen. „Gerade beim Sondierungs- und Kaufprozess ist KI künftig unverzichtbar. Damit besteht die Notwendigkeit für Handel und Marken, Produktinformationen und Angebote für digitale Assistenten auffindbar und von KIs aufgreifbar zu gestalten. Gleichzeitig werden die populärsten KIs zum Nadelöhr für die Erreichbarkeit der Kunden – KI-Optimierung ist das neue SEO/SEA.“ Zugleich betont sie: „KI wird dabei nicht als Ersatz für menschliche Entscheidungen wahrgenommen, sondern als unterstützender, effizienter Sparring Partner.“

Für Unternehmen der Elektrohausgerätebranche bedeutet das, digitale Inhalte strategisch neu zu denken: Transparenz, Verständlichkeit und ein klarer Mehrwert in der Produktkommunikation werden entscheidend, um im Zeitalter KI-gestützter Kaufberatung sichtbar und relevant zu bleiben.

Rita Breer

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