„Hersteller, die auf fragwürdige und unfaire Methoden setzen, machen unseren Qualitätsanspruch kaputt“, sagt Beurer Geschäftsführer Marco Bühler.
Beurer nutzt die Chance, seine Produkte über die unterschiedlichsten Kanäle – verstärkt auch online – in der ganzen Welt zu vermarkten. Jedoch birgt vor allem das Internet auch Risiken, denn immer mehr unbekannte Marken überrollen den Onlinehandel mit qualitativ oft minderwertiger Ware und durchaus zweifelhaften Top-Bewertungen.
Die Qualität, Erfahrung und Tradition einer Marke zu leben und authentisch nach außen zu tragen, gepaart mit dem Ziel, neue Trends zu setzen und dabei sowohl die Digitalisierung voranzutreiben als auch die Globalisierung nicht außer Acht zu lassen, erfordert ein ganz besonderes Fingerspitzengefühl. Beurer setzt dabei, wie viele namhafte Hersteller auf verschiedene Vertriebswege.
Für den stationären Einzelhandel steht das Ulmer Unternehmen nach wie vor als verlässlicher Partner für Qualitätsprodukte. Seit einigen Jahren ist aber besonders der Onlinehandel ein rasant wachsender Markt. Sich in den international agierenden großen Onlineshops langfristig behaupten zu können, das bedeutet harte Arbeit, auch für Traditionsunternehmen mit starker Marke. Beurer hat es geschafft und sich über viele Jahre hinsichtlich Qualität und Service hier ein „Standing” aufgebaut. Die größte Herausforderung ist es heute, dieses zu halten.
Denn im Netz überzeugt nicht mehr nur die Produktqualität oder der Name des Herstellers. Immer häufiger verlässt sich der Endverbraucher bei der Kaufentscheidung auf Kundenbewertungen. Das Problem: viele chinesische Hersteller überrollen das Internet mit „No Name“-Produkten, die teilweise mit auffällig vielen, durchweg positiven Produktbewertungen in den Handel einsteigen.
Bestellt der Kunde ein solches Produkt, stellt er schnell fest, dass die Qualität oft nichts mit den überzeugten Meinungen im Netz zu tun hat. Das ZDF-Magazin „WISO“ hat am 25.November einmal mehr auf das Problem gefälschter Bewertungen aufmerksam gemacht. Was bedeutet das für bekannte Markenhersteller?
„Es ist ein nicht enden wollender Kampf, die Marke und die Qualität, die man aufgebaut hat, weiterhin auf Kurs zu halten und voranzutreiben. Hersteller, die dabei auf fragwürdige und unfaire Methoden setzen, machen unseren Qualitätsanspruch kaputt. Sie ziehen auch das Ansehen der ganzen Produktgruppe nach unten. Außerdem ist der Endkunde verwirrt und es ist schwer, sich im scheinbar unendlichen Produktdschungel noch zurecht zu finden. Wir wissen, dass die meisten Kunden Qualitätsprodukte suchen. Daher werden wir nichts unversucht lassen, um unseren Platz und Ruf zu verteidigen”, sagt Marco Bühler, Geschäftsführer bei Beurer.
Viele Traditionsmarken kämpfen mit demselben Problem und werden wohl in den kommenden Jahren Einbußen von mehreren Millionen Euro in Kauf nehmen müssen. „Wir werden mit einem Maßnahmenpaket, bestehend aus Content-Verbesserung, Brand-Überarbeitung, Verstärkung der Werbung auf strategische Produkte, genaue Überprüfung fragwürdiger Ware und Fokussierung der Öffentlichkeitsarbeit kontern”, ergänzt der Firmeninhaber weiter.
Auch das Bundeskartellamt und der Bundesgerichtshof haben sich dem Thema der unseriösen Beschaffung von Bewertungen intensiv angenommen, denn das Problem ist mittlerweile vielschichtiger und betrifft unter anderem auch Ärzte, Handwerker, Hotels oder Restaurants.
Bühler appelliert: „Natürlich muss jedes Unternehmen selbst dafür Sorge tragen, dass die eigenen Produkte in Qualität und Präsentation bestmöglich vertreten sind. Im Endeffekt kann man die Konsumenten nur dazu aufrufen, die Produkte vor dem Kauf genau unter die Lupe zu nehmen und nicht blind auf jede positive oder auch negative Bewertung zu vertrauen, die man im Netz liest.”
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