Miele treibt die Automatisierung im Haushalt weiter voran

IFA-Neuheiten reichen vom intelligenten Kochassistenten über den G 8000 Diamond bis zur weitgehend selbstständig arbeitenden Waschmaschinenstudie Cary

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Miele stellt auf der IFA 2026 die zunehmende Automatisierung von Hausgeräten in den Mittelpunkt. Neue Funktionen sollen nicht nur einzelne Arbeitsschritte übernehmen, sondern Nutzern auch Entscheidungen bei der Gerätebedienung abnehmen. Zu den vorgestellten Lösungen zählen der Culinary Coach für die Küche, der Geschirrspüler G 8000 Diamond, neue Funktionen für die Wäschepflege sowie die Konzeptstudie Kerry.

Nach Darstellung von Miele setzt das Unternehmen damit eine Entwicklung fort, die bereits seit Jahrzehnten von zunehmender Automatisierung geprägt ist. Reinhard Zinkann aus der Geschäftsführung verweist dabei auf den seit 127 Jahren bestehenden Unternehmensanspruch „Immer besser“. Während Hausgeräte zunächst vor allem körperlich anstrengende Arbeiten erleichterten, sollen moderne Geräte zunehmend Situationen erkennen, Informationen auswerten und auf dieser Basis selbstständig Einstellungen vornehmen.

Als historische Entwicklungsschritte nennt Miele unter anderem den Einstieg in die elektrische Bodenpflege mit dem Kesselsauger Melior im Jahr 1927, den ersten elektrischen Geschirrspüler des Unternehmens im Jahr 1929 sowie den ersten elektronischen Wäschetrockner von 1966.

Im Jahr 2000 folgte mit LiquidWash die automatische Waschmitteldosierung, aus der später TwinDos hervorging. Mit AutoDos und PowerDisk übertrug Miele 2018 das Prinzip der automatischen Dosierung auf Geschirrspüler. Seit 2019 kommen zudem Kameras in Backöfen zum Einsatz. Die heutige Funktion Smart Food ID kann Gerichte erkennen und bei der Auswahl geeigneter Einstellungen unterstützen.

Nach Einschätzung des Unternehmens verschiebt sich damit auch der Schwerpunkt der Geräteentwicklung. Im Mittelpunkt stehe zunehmend nicht mehr allein die Frage, welche Arbeit ein Gerät übernehmen könne, sondern welche Entscheidungen der Nutzer überhaupt noch selbst treffen müsse.

Culinary Coach unterstützt beim Kochen

Für den Küchenbereich stellt Miele mit dem Culinary Coach einen intelligenten Kochassistenten innerhalb der Miele App vor. Die Anwendung soll Nutzer unter anderem bei der Auswahl von Gerichten, Rezepten und geeigneten Geräteeinstellungen unterstützen.

Der Culinary Coach lässt sich per Text, Sprache oder Bild bedienen. Gibt der Nutzer beispielsweise eine vorhandene Hauptzutat wie Lachs vor, erstellt der Assistent auf dieser Basis einen Rezeptvorschlag. Dabei greift die Anwendung nach Angaben von Miele auch auf die Rezeptwelt des Unternehmens sowie auf Informationen über das jeweils vorhandene Gerät zurück.

Steht für ein Gericht ein geeignetes Automatikprogramm zur Verfügung, kann der Culinary Coach dieses vorschlagen. Nach Bestätigung durch den Nutzer werden Betriebsart, Temperatur und Timer direkt an den Backofen übertragen.

Auch handschriftliche Familienrezepte sollen sich einbinden lassen. Dazu wird das Rezept fotografiert. Der Culinary Coach erfasst anschließend den Text, leitet daraus eine geeignete Zubereitung ab und übermittelt die entsprechenden Einstellungen an den Backofen.

Eine weitere Anwendung besteht darin, ein Gericht anhand einer Beschreibung oder eines Fotos zu identifizieren. Ergänzend kann der Assistent Detailfragen zur Zubereitung beantworten, beispielsweise zur geeigneten Einschubebene im Backofen.

Miele sieht die Besonderheit der Anwendung in der Kombination aus Gerätewissen, geprüften Rezepten und der Möglichkeit, den Backofen direkt anzusteuern.

G 8000 Diamond analysiert die Beladung

Eine weitere zentrale Neuheit der IFA-Präsentation ist der Geschirrspüler G 8000 Diamond, den Miele als Weltneuheit vorstellt. Das Gerät kombiniert mehrere Technologien, um Programmauswahl, Trocknung und Dosierung stärker zu automatisieren.

Mit AutoVision kommt eine im Geschirrspüler integrierte Kamera zum Einsatz. Beim Schließen der Tür analysiert sie den Innenraum mithilfe einer auf künstlicher Intelligenz basierenden Bilderkennung.

Das System erkennt nach Angaben des Herstellers unterschiedliche Geschirrarten wie Töpfe, Flaschen oder Kunststoffteile sowie den Beladungsgrad. Die erfassten Informationen fließen anschließend in den Spülprozess ein. Bei Töpfen kann beispielsweise die Reinigungsintensität erhöht werden. Bei Flaschen wird die Innenreinigung angepasst, während bei Kunststoffteilen die Trocknung entsprechend optimiert werden kann.

Zusätzlich lässt sich der automatische Programmstart an einen vorgegebenen Beladungsgrad koppeln.

ExcellentDry und AutoDos ergänzen die Automatisierung

Für die Trocknung setzt der G 8000 Diamond auf ExcellentDry. Dabei wird erwärmte Luft durch den Innenraum geführt. Je nach gewählter Einstellung kann der Schwerpunkt stärker auf Energieeffizienz oder auf Trocknungsleistung gelegt werden.

Nach Angaben von Miele ist eine Energieeffizienz von bis zu 25 Prozent unterhalb des Grenzwerts der Energieeffizienzklasse A möglich. Bei maximaler Trocknungsleistung sollen auch Kunststoffteile schranktrocken aus dem Gerät genommen werden können.

Als dritte zentrale Technologie kommt AutoDos mit PowerDisk zum Einsatz. Das bereits bekannte automatische Dosiersystem gibt abhängig vom Spülprogramm die benötigte Reinigermenge zum vorgesehenen Zeitpunkt frei.

Miele hat darüber hinaus das Korbsystem des Geräts überarbeitet. Veränderte Halterungen sowie eine absenkbare Besteckschublade sollen eine flexiblere Nutzung des Innenraums ermöglichen. Die Bedienung erfolgt über ein vollgrafisches Touchdisplay.

Über individuell definierbare Spülpläne lässt sich zudem festlegen, unter welchen Bedingungen das Gerät starten soll. Möglich ist beispielsweise ein automatischer Start ab einem Beladungsgrad von 80 Prozent. Ebenso können ein bestimmtes nächtliches Zeitfenster oder die Verfügbarkeit von Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage berücksichtigt werden.

Neue Funktionen für W2 und T2

Auch in der Wäschepflege baut Miele die Automatisierung weiter aus. Nach der vor zwei Jahren vorgestellten Nova Edition sollen Komfortmerkmale der Gerätegeneration W2 und T2 nun auch in den Ausstattungsklassen Platinum, Gold und Silber angeboten werden.

Eine der Funktionen ist Smartmatic. Sie richtet sich insbesondere an kleinere Beladungsmengen von bis zu sechs Kilogramm. Wasser-, Energie- und Waschmittelverbrauch werden dabei automatisch an die tatsächliche Wäschemenge angepasst.

Bei Teilbeladungen soll der Energieverbrauch pro Kilogramm nach Angaben von Miele rund 60 Prozent unter marktüblichen Werten liegen. Die Waschmaschinen unterschreiten demnach je nach Modell den Grenzwert der Energieeffizienzklasse A um bis zu 60 Prozent.

TwinPlus erweitert die automatische Waschmitteldosierung

Das Zwei-Phasen-Dosiersystem TwinDos stimmt die Waschmittelmenge automatisch auf die jeweilige Wäsche ab. Mit TwinPlus erweitert Miele dieses Prinzip auf empfindlichere Textilien.

Damit sollen künftig auch Wolle und Seide automatisch dosiert gepflegt werden können. Ein separates Spezialwaschmittel muss nach Unternehmensangaben nicht mehr manuell eingefüllt werden.

Beim Trocknen sollen DryCare 40 und WoolDry die Zahl notwendiger Entscheidungen ebenfalls reduzieren. Mit DryCare 40 können nach Angaben von Miele nahezu alle Textilien, die bei 40 Grad Celsius gewaschen wurden, anschließend direkt in den Trockner gegeben werden, ohne sie zuvor sortieren zu müssen.

WoolDry ist für handwaschbare Wolltextilien vorgesehen und soll deren Trocknung im Gerät ermöglichen.

Miele verweist bei den Geräten außerdem auf seine Prüfungen für eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren. Zur Ausstattung gehören Glastüren, überarbeitete Bedienoberflächen sowie eine gegenüber vorherigen Lösungen um mehr als 25 Prozent vergrößerte Türöffnung.

Ein weiteres Highlight: Mit seiner Konzeptstudie Cary zeigt Miele, wie Wäschepflege künftig noch einfacher werden könnte. Intelligente Sensorik und KI erkennen, was sich in der Trommel befindet, und stimmen Waschprozess und Dosierung darauf ab.
Ein weiteres Highlight: Mit seiner Konzeptstudie Cary zeigt Miele, wie Wäschepflege künftig noch einfacher werden könnte. Intelligente Sensorik und KI erkennen, was sich in der Trommel befindet, und stimmen Waschprozess und Dosierung darauf ab.

Konzeptstudie Cary reduziert die Programmauswahl

Einen Ausblick auf eine mögliche weitere Entwicklung der Wäschepflege gibt Miele mit der Konzeptstudie Cary.

Ausgangspunkt ist nach Unternehmensangaben die hohe Zahl möglicher Einstellungskombinationen moderner Waschmaschinen. Bei Cary soll die Bedienung deshalb auf drei grundlegende Schritte reduziert werden: Maschine beladen, Tür schließen und den Waschvorgang starten. Alternativ ist eine Aktivierung per Sprache vorgesehen.

Optische und elektromechanische Sensoren sollen in Verbindung mit künstlicher Intelligenz unter anderem Textilart, Farbe, Wäschemenge und Verschmutzungsgrad erkennen. Auf Grundlage dieser Informationen bestimmt das System selbstständig das Waschprogramm und die erforderliche Waschmittelkombination.

Auch das Bedienkonzept ist entsprechend reduziert. Die Studie besitzt eine durchgehende Glasfront und verzichtet weitgehend auf klassische Bedienelemente.

Mit Cary zeigt Miele, in welche Richtung sich die Automatisierung der Wäschepflege aus Sicht des Unternehmens entwickeln könnte: Anstelle der manuellen Auswahl von Programmen und Zusatzoptionen soll das Gerät zunehmend selbst erkennen, welche Behandlung für die eingelegte Wäsche geeignet ist.

Geräte sollen zunehmend Entscheidungen übernehmen

Über die verschiedenen Produktbereiche hinweg verfolgt Miele auf der IFA 2026 damit einen gemeinsamen Ansatz. Automatisierung soll sich künftig weniger auf einzelne mechanische Arbeitsschritte beschränken und zunehmend auch Auswahl- und Einstellprozesse umfassen.

Dabei sieht das Unternehmen Vertrauen als wesentliche Voraussetzung. Je stärker Geräte eigenständig Entscheidungen treffen, desto wichtiger seien zuverlässige Ergebnisse, insbesondere bei Kleidung, Lebensmitteln oder empfindlichem Geschirr.

Mit dem Culinary Coach, dem G 8000 Diamond und den erweiterten Funktionen der W2- und T2-Generation bringt Miele entsprechende Lösungen in konkrete Produktbereiche. Die Konzeptstudie Kerry zeigt darüber hinaus, wie sich dieser Ansatz künftig noch stärker auf die Bedienung von Hausgeräten auswirken könnte.

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