Die industrielle Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zum zentralen Treiber der Wertschöpfung – auch in produktionsnahen Bereichen der Elektro- und Digitalindustrie. Darauf weist der ZVEI hin und baut seine Plattform „Industrial AI & Data Economy“ weiter aus, um Unternehmen bei der Transformation zur „Software Defined Industry“ zu unterstützen.
Im Fokus steht ein grundlegender Wandel: weg von der reinen Hardware-Optimierung hin zu integrierten, softwarebasierten Prozessen. Bereits ein Whitepaper mit dem Titel „Vom Automatisieren zum Agieren“ habe diesen Entwicklungspfad aufgezeigt, den deutsche Unternehmen nun verstärkt einschlagen.
Die Plattform fungiert dabei als zentrale Austausch- und Informationsdrehscheibe. Sie bündelt Themen der industriellen Digitalisierung, vernetzt Mitgliedsunternehmen leitmarktübergreifend und adressiert neben Industrial AI auch Datenökosysteme wie Manufacturing-X sowie den Digitalen Produktpass 4.0. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis für Technologien zu schaffen und konkrete Hilfestellungen für die Implementierung zu liefern.
Zwei Drittel haben KI in Produkten oder Produktion integriert
Dass die Branche diesen Weg bereits aktiv beschreitet, zeigte zuletzt die Hannover Messe 2026: Laut ZVEI setzen sich nahezu alle Unternehmen mit industrieller KI auseinander, rund zwei Drittel haben entsprechende Anwendungen bereits in Produktion oder Produkten integriert. Dies unterstreiche die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts.
Gleichzeitig mahnt der Verband bessere politische Rahmenbedingungen an. ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel fordert eine praxistaugliche Regulierung und kritisiert insbesondere den aktuellen europäischen Rechtsrahmen deutlich: „Der AI Act muss weg, solange er jegliche Industrietauglichkeit vermissen lässt“.
Für die kommenden Monate sieht der ZVEI vor allem die Aufgabe, industrielle KI weiter in die Breite zu tragen und Unternehmen stärker einzubinden. Der Appell an die Branche ist entsprechend klar formuliert: „Die Zukunft ist nicht nur elektrisch, digital und intelligent. Sie ist auch unsere ureigene Gestaltungsaufgabe.“

