Die Bosch-Gruppe hat auf ihrer Bilanzpressekonferenz eine insgesamt stabile, aber herausfordernde wirtschaftliche Entwicklung für 2025 berichtet. Der Umsatz stieg leicht auf 91 Mrd. Euro (2024: 90,3 Mrd. Euro), wechselkursbereinigt um 4,1 Prozent. Die operative EBIT-Rendite lag mit 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, unter anderem aufgrund von Belastungen durch Strukturmaßnahmen in Höhe von 2,7 Mrd. Euro. Der Free Cashflow erreichte 300 Mio. Euro.

Für 2026 erwartet Bosch ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent sowie eine deutliche Verbesserung der Profitabilität mit einer EBIT-Rendite von vier bis sechs Prozent.

„Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen. 2026 wird ein Jahr des Vorankommens sein“, betonte CEO Stefan Hartung.
Internationales Geschäft als Stabilitätsfaktor

Während sich das Geschäft in Europa leicht rückläufig entwickelte (–0,6 Prozent), konnte Bosch in anderen Weltregionen zulegen. In Amerika stieg der Umsatz um 3,8 Prozent, in Asien-Pazifik um 0,7 Prozent, jeweils nominal. Wechselkursbereinigt fielen die Zuwächse mit 9,3 Prozent in Amerika und 5,0 Prozent in Asien-Pazifik deutlich stärker aus.
Diese internationale Aufstellung bleibt für Bosch ein zentraler Wettbewerbsvorteil – auch vor dem Hintergrund regional unterschiedlicher Nachfrageentwicklungen und wachsender Handelsbarrieren.
Sensorik als Schlüsseltechnologie
Ein zentrales Innovationsfeld ist die Sensorik, die Bosch als wichtigen Wachstumstreiber sieht. Der globale Sensormarkt könnte laut Prognosen bis 2031 auf mehr als 440 Milliarden US-Dollar anwachsen. Bosch profitiert dabei insbesondere von steigenden Anwendungen in Robotik und automatisiertem Fahren.
Mit der Sensorplattform „BMI5“ treibt das Unternehmen beispielsweise die Entwicklung leistungsfähiger Lösungen für Robotik-Anwendungen voran. Zudem gewinnen Inertialsensoren im Automobilbereich an Bedeutung, da sie die Orientierung von Fahrzeugen auch ohne GPS oder Kameras ermöglichen.

Für die Elektrohausgerätebranche ist vor allem der Geschäftsbereich Consumer Goods relevant, zu dem auch BSH Hausgeräte gehört. Dieser verzeichnete 2025 einen nominalen Umsatzrückgang von 1,9 Prozent auf 19,9 Mrd. Euro, konnte jedoch wechselkursbereinigt um 4,1 Prozent zulegen. Belastend wirkten insbesondere schwache Baukonjunkturen in China und den USA.

Gleichzeitig setzt Bosch gezielt auf Innovationen, insbesondere durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Ein Beispiel ist ein neues Backofenmodell mit integrierter Sprachfunktion, das ohne zusätzliche Apps oder externe Geräte auskommt.
Darüber hinaus erwartet Bosch weiteres Wachstum im globalen Hausgerätemarkt, insbesondere im Premium- und Luxussegment. Bis 2030 könnte der weltweite Absatz auf rund fünf Milliarden Geräte steigen.
Investitionen sichern zukünftiges Wachstum
Bosch investiert weiterhin stark in Zukunftstechnologien. 2025 lagen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei 7,9 Mrd. Euro, die F&E-Quote betrug 8,7 Prozent. Insgesamt flossen rund zwölf Milliarden Euro in Forschung, Entwicklung und Sachanlagen.

„Das Fundament für profitables Wachstum ist unsere Wettbewerbsfähigkeit – deshalb wollen wir sie mit Nachdruck weiter steigern“, sagte Markus Forschner, Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH. „Das stärkt unsere Robustheit gegenüber künftigen Herausforderungen und fördert zugleich die Investitionskraft für unsere Zukunft.
Für die Hausgerätebranche zeigt sich damit ein klarer Trend: Bosch kombiniert internationale Marktstärke mit technologischen Innovationen – insbesondere in den Bereichen KI und Sensorik –, um neue Wachstumsimpulse zu setzen und sich im Premiumsegment weiter zu positionieren.
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