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„Wir müssen als Flächenmarkt ein Erlebnis bieten.“

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Für Medimax (und ElectronicPartner) war 2018 ein gebrauchtes Jahr. 2018 habe sich, so Vorstand Karl Trautmann damals zu infoboard.de, „vom Hoffnungsträger zum Albtraum“ entwickelt. Die Stimmung war im Keller, die Vernunftehe mit notebooksbilliger.de geplatzt. Doch 2018 markiert auch einen Wendepunkt, führte zu einem fast beispiellosen Kulturwandel und Strategiewechsel bei Medimax, das damals noch den Großteil seiner Märkte in Eigenregie betrieb. Vorbei: Seit 2022 werden alle Standorte (derzeit 82) durch Franchisepartner betrieben. Einer der neuen Franchisepartner ist Ralf Gassner, der drei Märkte im Ruhrgebiet (Dinslaken, Oberhausen und Dortmund) führt.


Vorstellen musste sich Ralf Gassner bei ElectronicPartner nicht. Der 54-Jährige gebürtige Würzburger ist bereits seit 2003 bei ElectronicPartner, war nach Stationen bei Duttenhofer und QVC (Einkauf Unterhaltungselektronik) langjähriger Leiter des Bereichs Consumer Electronics bei ElectronicPartner. Einer also, der sich mit der Ware, den Abläufen und Strukturen bestens auskennt. Und Einer, der den Absprung vom Angestelltendasein in der ElectronicPartner-Zentrale in Düsseldorf ins selbstständige Unternehmertum mit Medimax gewagt hat und damit auch beispielgebend für den Kulturwandel der Fachmarktkette steht.

„Die ersten Gedanken reiften beim Joggen, Auslöser war die angekündigte Qualitätsoffensive bei Medimax“, erinnert sich Gassner. Und: „Ich fühle mich bei ElectronicPartner einfach immer gut aufgehoben.“ Vorstand Friedrich Sobol diktierte uns schon vor geraumer Zeit in den Block. „Wer selbst verantwortlich ist, Gestaltungsspielraum hat und mit seinem Namen als lokaler Ansprechpartner für Qualität steht, der geht ganz anders an seine Aufgabe heran als ein Angestellter.“ Das kann man aktuell am besten vor Ort sehen und erleben!

Wir jedenfalls reiben uns bei unserem Besuch im Medimax Elektronikfachmarkt in Dinslaken an einem Freitagvormittag Ende Mai nicht nur ob der lebhaften Frequenz auf dem Parkplatz wie im Markt die Augen: Die Verkaufsfläche ist einladend, ja attraktiv, offen, hell, modern und klar strukturiert. Erlebniseinkauf ist eben auch, wenn man ein Geschäft zum ersten Male betritt und man sich sofort wohl, bestens beraten und damit rundum gut aufgehoben fühlt.

Was sofort ins Auge fällt: Mit dem Umbau im vergangenen Herbst wurde die Auswahl in den einzelnen Warengruppen signifikant vergrößert. Vor allem bei den Hausgeräten – und hier insbesondere bei den Trendsegmenten Kaffee und Bodenpflege – gibt es, attraktiv in Szene gesetzt, jede Menge an Geräte-Neuheiten zu entdecken.

Alles für ein besseres Einkaufserlebnis

„Wir freuen uns, unseren Kunden ein noch besseres Einkaufserlebnis bieten zu können. Durch den optimierten Ladenbau finden sie nun noch schneller, was sie suchen, können aber auch in angenehmer Atmosphäre unsere Produkte testen“, so Gassner.

Für seinen Schritt in die Selbständigkeit in Corona-Zeiten und seine unternehmerischen Zukunftspläne setzte Gassner nicht ohne Grund auf die Zusammenarbeit mit seinem früheren Arbeitgeber, die Verbundgruppe ElectronicPartner: „Überzeugt haben mich die attraktiven Konditionen – zum Beispiel bei der Finanzierung, dem IT-Support oder dem umfassenden Servicepaket, das vom Personalmanagement bis zum Marketingsupport reicht.“

Apropos Finanzierung: Das neue Medimax-Konzept baut auf einem attraktiven Finanzierungsangebot auf. Es beinhaltet neben diversen Optionen zur Anschubfinanzierung auch reichlich Unterstützung in Mietvertragsangelegenheiten, zum Beispiel durch Mietbürgschaften. Darüber hinaus erwartet die Franchisepartner ein vollumfängliches Servicepaket an Dienstleistungen: vom Marketing über Recruiting bis zu Einkauf, Buchhaltung und IT-Support.

„Überzeugt haben mich bei Medimax die attraktiven Konditionen – zum Beispiel bei der Finanzierung, dem IT-Support oder dem umfassenden Servicepaket, das vom Personalmanagement bis zum Marketingsupport reicht“, Ralf Gassner.
„Überzeugt haben mich bei Medimax die attraktiven Konditionen – zum Beispiel bei der Finanzierung, dem IT-Support oder dem umfassenden Servicepaket, das vom Personalmanagement bis zum Marketingsupport reicht“, Ralf Gassner.

„Größe ist nach wie vor wichtig!“

Aus dieser Überzeugung heraus hat Gassner neben Dinslaken (1.600 Quadratmeter) auch die Medimax-Standorte in Oberhausen (1.100 Quadratmeter im Bero Einkaufszentrum) und Dortmund (derzeit etwas über 2.000 Quadratmeter im Stadtteil Aplerbeck) übernommen. Damit diese auch in Zukunft modern und innovativ für die Kundschaft bleiben, hat er aktiv in die Märkte investiert.

Gassner im Gespräch mit infoboard.de: „Ich wollte keinem anderen Franchisenehmer in die Quere kommen. Ich wollte aber mindestens drei Betriebe übernehmen, um dadurch auch vernünftige Synergien zu heben. Denn Größe ist nach wie vor wichtig. So bin ich stark gefordert, aber nicht überfordert.“

Um die neue DNA von Medimax zwischen Fachhändlern der Marke EP: einerseits und den Technical Superstores andererseits zu erklären, bringt Gassner einen alten Medimax-Slogan ins Spiel, der für ihn heute aktueller denn je erscheint: „Wir sind der „beratungsstarke Fachmarkt von nebenan“, wollen der ‚local hero‘ vor Ort sein.“

Ganz nach dem Motto „Mehr Mensch. Mehr Technik.“ sei Medimax die Anlaufstelle in Sachen Elektronik vor Ort, erklärt Gassner: „Wir sind als stationärer Händler mit Multichannel-Anbindung immer auch persönlich für unsere Kunden als Ansprechpartner da.“

Insbesondere in der Rolle des „local hero“ sieht Gassner weiteres Potenzial, auch mit Blick auf die Zentralisierung bei MediaMarktSaturn: „Das ist für uns eine große Chance, wenn wir jetzt noch schneller auf lokale Anforderungen reagieren. Gassner denkt dabei an Klimageräte genauso wie an Wallboxen, aber auch das Thema Küchenplanung & -einbau. Indes: „Ich schaue brutal auf mich selbst und das, was ich tue – und nicht auf die Aktionen des Wettbewerbs.“

An den drei Standorten in Dinslaken, Oberhausen und Dortmund hat Gassner insgesamt 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, zudem zwei Mitarbeiter in der Verwaltung und jeweils einen Filialverantwortlichen vor Ort. Gassner selbst kümmert sich derweil vor allem um den Einkauf inklusive der Jahresgespräche mit den Lieferanten, den Warenfluss und die Preisgestaltung.

Für das Verkaufsteam steht im Fokus, dass die Kunden eine umfassende Beratung erhalten, sich wohl fühlen und das passende Produkt erhalten. Gassner: „Klar, wir sind ein Flächenmarkt und benötigen auch den Warendruck. Aber wir müssen unseren Kunden auch ein Erlebnis bieten. Wir nehmen uns Zeit für jeden Kunden, legen viel Wert auf die Beantwortung aller Fragen.“

Deshalb sei die neue Produktpräsentation eine gute Möglichkeit, um noch umfassender zu beraten und Neuheiten direkt am Regal zu erklären. Dazu gehört aber auch, dass man mit Unterstützung aus der Düsseldorfer Zentrale auch in die Beratungsqualität der Mitarbeiter investiert. Dass sei aktuell nötiger denn je, denn unter zwei Jahren Corona und monatelang geschlossenen Märkten hätte auch die Qualität der Beratung gelitten.

Noch stärkere regionale Ausrichtung

Ein Blick von Dinslaken nach Dortmund: Der Markt im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck gehört zwar zu den umsatzstärksten im Medimax-Land, bereitet Gassner aber aktuell den meisten Planungs- und Strategieaufwand, denn der namensgebende Hauptmieter im real-Center macht zum 30. Juni 2022 dicht. Danach soll der Markt umgebaut und an einen neuen Händler (Kaufland) übergeben werden.

Monatelang eine große Baustelle vor der Eingangstür ist nicht eben ein Frequenzbringer. Gassner will die Chance nutzen, die Filiale in Dortmund noch einmal umzubauen und dabei ein wenig zu verkleinern: „Der Standort Dortmund-Aplerbeck hat viel Potenzial, das wir durch eine noch stärkere regionale Ausrichtung nutzen und weiter ausbauen.“

Apropos Frequenzen: Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die digitale Transformation habe sich die Kundenfrequenz in allen Filialen „deutlich verringert“. Gassner: „Die Kunden kommen zielgerichteter als früher, doch die Schere zwischen hochwertig und günstig geht immer stärker auf. Und es wird deutlich weniger Zubehör gekauft.“

Aufgeben war und ist für Ralf Gassner indes nie eine Option gewesen. Ganz im Gegenteil: Wer sich in seinen Medimax-Märkten umschaut, wer mit ihm über die Branche und seine Verbundgruppe spricht, ahnt schnell: Es muss nicht bei den drei Märkten zum Start bleiben. Optimistisch schaut auch Vorstand Friedrich Sobol nach vorne: „Unsere Medimax-Franchisepartner sind hoch motiviert, ihre Standorte und die gesamte Marke Medimax aktiv nach vorne zu bringen.“

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