Newslettermarketing – Totgesagte leben länger

Marktforschung
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Newsletter wirken neben Social Media, Apps und neuen KI-basierten Kommunikationswegen fast schon klassisch. An Relevanz haben sie deshalb aber nicht verloren. Die aktuelle DACH-Studie „Erfolgsfaktor Newsletter: Nutzung, Erwartungen und Trends“ zeigt: 79 Prozent der Befragten haben mindestens einen Newsletter abonniert. Für Händler besonders interessant ist die Verbindung von Information, Kaufimpuls und Kundenbindung – online ebenso wie im stationären Geschäft.

Die Studie wurde von Omnicom Media Germany im Auftrag von United Internet Media durchgeführt. Befragt wurden mehr als 6.000 Internetnutzer im Alter von 18 bis 69 Jahren aus Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Die Feldzeit lag zwischen dem 23. Oktober und 4. November 2025, veröffentlicht wurden die Ergebnisse 2026.

Newsletter führen weiterhin zum Kauf

Newsletter sind im digitalen Alltag fest verankert. 79 Prozent der Befragten haben mindestens einen abonniert, mehr als ein Drittel sechs oder mehr. Besonders häufig stammen die Mailings aus dem Handel: 71 Prozent der Newsletter-Abonnements entfallen auf Online-Shops.

Entscheidend ist jedoch die Kaufwirkung. Im DACH-Raum geben 70 Prozent der aktuellen oder früheren Newsletter-Abonnenten an, innerhalb der vergangenen sechs Monate nach dem Klick auf ein Newsletter-Angebot mindestens einmal ein Produkt oder eine Dienstleistung gekauft beziehungsweise gebucht zu haben. In Deutschland liegt der Anteil bei 66 Prozent, in Österreich und der Schweiz jeweils bei 71 Prozent.

Rasmus Giese, CEO von United Internet Media, sieht Newsletter deshalb als Teil der gesamten Customer Journey:

“Newsletter sind weit mehr als ein reiner Informationskanal. Sie sind wichtiger Bestandteil der Customer Journey und ein wirkungsvoller Vertriebskanal. Wer relevante Inhalte mit exklusiven Angeboten verbindet, stärkt die Kundenbindung, setzt Kaufimpulse und steigert den Abverkauf.”

Preisvorteile und Relevanz zählen

Der stärkste Anreiz bleibt der Preis. 55 Prozent nennen einen Rabatt als Grund für die Newsletter-Anmeldung. Ebenfalls 55 Prozent sehen exklusive Angebote oder Rabatte für Abonnenten als Kaufanreiz. Bonusprodukte oder Geschenke folgen mit 44 Prozent.

Gleichzeitig geht es nicht allein um Aktionen. 78 Prozent möchten selbst bestimmen können, welche Themen oder Angebotsarten sie erhalten. 59 Prozent würden es begrüßen, wenn Newsletter Angebote oder Verfügbarkeiten abhängig von Standort und Tageszeit anzeigen.

Gerade dieser Punkt bietet auch für den stationären Elektrofachhandel Ansatzmöglichkeiten. Regional zugeschnittene Angebote, Informationen zur Warenverfügbarkeit in der nächstgelegenen Filiale oder Hinweise auf Beratung und lokale Aktionen könnten den Newsletter stärker als Bindeglied zwischen digitalem Kontakt und stationärem Besuch nutzen. Diese Übertragung auf den Elektrofachhandel ist eine redaktionelle Ableitung; die Studie selbst untersucht keine spezifischen Maßnahmen für den Elektrogerätehandel.

Auch im Postfach entscheidet Vertrauen

Die Anforderungen an die Gestaltung fallen vergleichsweise eindeutig aus. 82 Prozent bevorzugen Newsletter mit wenig Text, 81 Prozent ein einheitliches und wiedererkennbares Design. Bereits die Betreffzeile sollte für 54 Prozent klar erkennen lassen, worum es in der Nachricht geht.

Hinzu kommt das Thema Vertrauen. 87 Prozent achten darauf, ob die Absenderinformationen vor dem Öffnen einer E-Mail vertrauenswürdig wirken. Markenlogos erleichtern 72 Prozent die Identifikation des Absenders und erhöhen für 65 Prozent das Vertrauen in die Nachricht.

Digitaler Impuls mit Wirkung bis in die Filiale

Die Ergebnisse sprechen damit weniger für eine Wiederentdeckung des Newsletters als für seine anhaltende Bedeutung. Der Kanal verbindet einen direkten Zugang zum Kunden mit konkreten Kaufimpulsen und lässt sich vergleichsweise gezielt auf Interessen und regionale Gegebenheiten ausrichten.

Für den Elektrofachhandel muss der Newsletter dabei nicht zwangsläufig nur in den Online-Shop führen. Richtig eingesetzt kann er auch den nächsten stationären Kontakt vorbereiten – etwa indem er Interesse für ein Produkt weckt, lokale Verfügbarkeit kommuniziert oder einen Anlass für den Besuch im Fachgeschäft schafft.

Newslettermarketing ist damit keineswegs ein Auslaufmodell. Vielmehr zeigt die Studie, dass ein vermeintlich klassischer Kommunikationskanal weiterhin eine relevante Rolle entlang der Customer Journey spielen kann – digital und stationär.

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