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Marktforschung

Milliardenmarkt Vernetzung: Hausgeräte hinken hinterher!

Quelle: HiFi Forum Baiersdorf
Ein Leben ohne Smartphone ist heute nicht mehr denkbar. „Always on“, immer smart und immer mit dem Internet verbunden, soll das Leben einfacher und unkomplizierter machen. Der Trend weist längst weit über das Smartphone hinaus, wie die Anfang April von der gfu veröffentlichten Zahlen im Markt der technischen Gebrauchsgüter (technical consumer goods) zeigen. Ein Milliardenmarkt mit viel Wachstumspotenzial, bei dem allerdings die smarten Hausgeräte den Bewegungs- und Rauchmeldern, der Steuerung von Licht und Heizung, ein wenig hinterher hinken.

Smart-TV boomt ^

Der Anteil vernetzbarer Geräte im Markt der technischen Gebrauchsgüter ist laut GfK im Jahr 2016 in Deutschland auf über vier Milliarden Euro um rund neun Prozent gegenüber dem Vorjahreswert gestiegen. Angeführt wird die Liste der smarten Geräte von der Consumer Electronics. Hier ist die Vernetzung schon am weitesten fortgeschritten. So wird beispielsweise der überwiegende Umsatz mit Fernsehgeräten, Blu-ray-Playern, Set-Top-Boxen, smarten Home Audio-Systemen und Spielekonsolen mit Geräten erzielt, die mit smarten Funktionen und einem Internet-Anschluss ausgestattet sind. Bei TV-Geräten beträgt der Umsatzanteil der Smart TVs bereits über 60 %. Nicht eingerechnet sind in dieser Betrachtung die Smartphones, die per se eine Internetverbindung aufweisen.

Zweitgrößter Bereich beim Umsatz mit vernetzbaren Geräten sind die Home Automation und Produkte rund um das Thema Sicherheit. An dritter Stelle folgen Geräte zur Steuerung und zur Kommunikation (Gateways, Repeater, intelligente Steckdosen usw.), und erst danach folgen die Elektro-Groß- und Kleingeräte.

Keine Utopie mehr ^

Dazu Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics: „Programminhalte unabhängig vom Sendablauf ansehen, Lieblingsfilme und Musikfavoriten jederzeit per Streaming genießen, beim Verlassen des Büros mit einem Fingerwisch auf dem Smartphone das Zuhause auf Komforttemperatur bringen, per App den Hinweis bekommen, dass gerade die Wohnungstür geöffnet wurde oder mit dem Tablet die Wohnzimmerbeleuchtung mit einem Klick von „hell“ auf „gemütlich“ umschalten – solche und viele andere Szenarien sind längst keine Utopie mehr. Die smarten Geräte machen dies und noch viel mehr möglich. Dabei steigen die Anzahl und somit auch der Markterfolg der vernetzbaren Produkte stetig an, denn die Steuerung des Haushalts per App und Smartphone oder Tablet ist für immer mehr Menschen interessant.“

Dies untermauern im Übrigen auch Ergebnisse einer gfu Studie aus dem vergangenen Jahr: Die Verbindung zum Internet ist inzwischen für die große Mehrheit der Konsumenten zur Selbstverständlichkeit geworden. In drei von vier deutschen Haushalten steht ein Internet-Router, jeder zweite Haushalt verfügt über einen Tablet-PC und ein Smartphone besitzen 83 %. In 31 % der deutschen Haushalte wird regelmäßig auf Inhalte zugegriffen, die keine klassische TV-Ausstrahlung sind, sondern per Internet-Verbindung auf den Bildschirm geliefert werden. Besonders häufig (58 %) werden in Deutschland die Mediatheken der TV-Sender angewählt. YouTube und andere Video-Clip-Anbieter stehen auf Platz zwei mit 56 % und auf kostenpflichtige Video-On-Demand-Angebote greift inzwischen fast jeder zweite (48 %) Smart TV-Nutzer zu.

Smarte Hausgeräte: Noch kein Massenmarkt ^

Auch die durchdachten Lösungen für das smarte Haus stehen hoch im Kurs. In Deutschland wollen 29 % Alarmsensoren einsetzen, die beispielsweise über geöffnete Türen, Bewegungen oder Rauchentwicklung informieren. Vernetzte Kameras wollen 21 % einsetzen. Gefolgt von der Heizungssteuerung, Jalousien- sowie Garagentorsteuerung (je 20 %) und Lichtsteuerung (19 %).

Die Hausgeräte indes hinken – allen Wünschen und Visionen der großen A-Marken ein wenig widersprechend –  noch etwas hinterher. Informationen vom Kühlschrank über vorhandene Lebensmittel möchten bislang lediglich 16 % erhalten, gar nur 14 % wollen ihre Waschmaschine per App steuern. Ein Massenmarkt – wie in Berlin auf der IFA oder in Köln auf der LivingKitchen für die kommenden fünf Jahre prognostiziert – ist das noch nicht. Nicht alles, was die Hersteller offenbar für onlinetüchtig erachten, wird also derzeit auch tatsächlich nachgefragt