Markt & Branche

LG Electronics: Rekordumsatz 2025 trotz US-Zollbelastung

Auf Wachsum programmiert: LG Electronics Inc. (LG) hat seine Finanzergebnisse für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 veröffentlicht und dabei erneut einen historischen Höchstwert erreicht: Der Konzern meldet einen konsolidierten Jahresumsatz von umgerechnet 61,5 Mrd. Euro (89,2 Billionen KRW) sowie einen Betriebsgewinn von umgerechnet 1,71 Mrd. Euro (2,48 Billionen KRW).

Damit erzielt LG „zum zweiten Mal in Folge seinen höchsten Jahresumsatz“ – getragen insbesondere von der Home Appliance Solution (HS) und der Vehicle Solution (VS), die beide ihre Wachstumsserie fortsetzen konnten.

LG-CEO Lyu Jae-Cheol kann zufrieden sein mit der Unternehmensentwicklung. Foto: LG

HS und VS wachsen seit 2015 durchgehend – trotz Gegenwind

In einer Pressemitteilung betont LG, dass das Rekordergebnis auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zustande kam: „Trotz des durch US-Tarife bedingten Kostendrucks erzielte HS nachhaltiges Wachstum, während VS trotz einer Verlangsamung der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen eine solide Leistung zeigte“. Bemerkenswert: BeideUnternehmen verzeichnen seit 2015 in Folge Wachstum.

Betriebsgewinn sinkt – höhere Marketingkosten und Einmaleffekte

Während der Umsatz neue Bestmarken setzt, ging der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahr zurück. LG führt dies vor allem auf gestiegene Ausgaben für displaybasierte Produkte sowie auf Sondereffekte zurück: „Die Marketingausgaben für Displayprodukte stiegen angesichts verzögerter Nachfrageerholung und zunehmender Konkurrenz.“ Zusätzlich belasteten umfangreiche organisatorische Maßnahmen das Ergebnis.  

B2B, Plattformen, Services und D2C gewinnen an Bedeutung

Parallel zum klassischen Hardwaregeschäft treibt LG den Ausbau qualitativer Wachstumsfelder voran. Laut Pressemitteilung konzentriert sich das Unternehmen auf „höherwertige und widerstandsfähigere Geschäftsmodelle“. Dazu zählen: B2B-Segmente wie Fahrzeuglösungen, HLK- und Komponentenlösungen, Nicht-Hardware-Geschäfte wie die webOS-Plattform und Wartungsdienste sowie D2C-Kanäle, inklusive Abonnementmodelle und Online-Vertrieb.

Rekordumsatz bei Haushaltsgeräten – Fokus auf KI

Die LG Home Appliance Solution Company konnte ihren Wachstumskurs fortsetzen und meldet für 2025 einen Umsatz von umgerechnet 18,02 Mrd. Euro (26,13 Billionen KRW) sowie einen Betriebsgewinn von umgerechnet 883 Mio. Euro (1,28 Billionen KRW).

LG hebt hervor: „Der Umsatz erreichte ein Allzeithoch“, während der operative Gewinn „unter Ausschluss von einmaligen Kosten leicht anstieg“. Als Erfolgsfaktoren nennt LG operative Anpassungen und Resilienz im Kostenmanagement: „Durch Optimierung des Produktionsfootprints, Preisanpassungen und Kostensteigerungen zeigte HS Widerstandsfähigkeit bei der Reaktion auf den zollbedingten Druck der USA.“

Ausblick HS 2026: KI-Geräte, integrierte Lösungen und Robotik

Für 2026 plant HS, den Wachstumspfad über Produktinnovation und Marktausbau zu sichern. Konkret heißt es: „Im Jahr 2026 plant HS, das Wachstum durch die Erweiterung seiner KI-gestützten Gerätepalette und die Stärkung seiner Präsenz in Schwellenmärkten zu sichern.“

Zudem soll das Portfolio breiter und vernetzter werden: „Das Unternehmen wird außerdem weiterhin integrierte Haushaltsgeräte, Komponentenlösungen, KI-Home-Plattformen und Hausrobotik im Rahmen seiner sich entwickelnden Portfoliostrategie entwickeln.“

Was kann der Fachhandel erwarten

Mit dem Rekordumsatz und der anhaltenden Wachstumsserie der HS-Sparte zeigt LG, dass Haushaltsgeräte trotz globaler Unsicherheiten ein tragender Stabilitätsfaktor im Konzern bleiben. Gleichzeitig wird deutlich, dass LG die Zukunft des Segments zunehmend in KI-gestützten Geräten, integrierten Ökosystemen, direkten Kundenbeziehungen (D2C) sowie wiederkehrenden Erlösmodellen (Abos/Services) sieht.

Gerade für den Fachhandel und die Industriepartner in Europa dürfte spannend werden, wie schnell LG die angekündigten KI-Home-Plattformen, integrierten Gerätekonzepte und Robotik-Initiativen in marktreife Anwendungen überführt – und welche Rolle dabei energieeffiziente Lösungen und neue Serviceangebote spielen.

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Rita Breer

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