Der Bosch-Umsatz 2025 war zwar stabil, doch die Rendite mit zwei Prozent nicht zufriedenstellend. Grafik: Bosch
Nach vorläufigen Zahlen lag der Umsatz mit 91 Mrd. Euro leicht über dem Vorjahr (2024: 90,3 Milliarden Euro), die operative EBIT-Rendite blieb mit rund zwei Prozent jedoch deutlich unter den Erwartungen (2024: 3,5 Prozent). Bosch-Chef Stefan Hartung ordnet ein: „Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider – 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch.“
Als Gründe nennt Bosch unter anderem die schwache Konjunktur, höhere Zölle sowie Rückstellungen für Strukturanpassungen. Das Unternehmen hält am Anspruch fest, langfristig sechs bis acht Prozent Umsatzwachstum sowie mindestens sieben Prozent Rendite zu erzielen – rechnet aber angesichts der aktuellen Lage damit, dieses Renditeziel statt 2026 frühestens ab 2027 zu erreichen.
Im Zentrum der Transformation steht die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere über Kostenmaßnahmen, Effizienzprogramme und eine stärkere Fokussierung der Organisation. Hartung betont: „Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab als bisher.“ Gleichzeitig kündigt Bosch auch Einschnitte beim Personal an: „Und doch müssen wir, um unsere Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, auch unsere Personalkosten senken und die Organisation deutlich verschlanken.“ Allein im Bereich Mobility sieht Bosch eine Kostenlücke von rund 2,5 Mrd. Euro und hatte deshalb einen zusätzlichen Abbau von rund 13 000 Stellen angekündigt.
Strategisch setzt Bosch auf Innovationen und Zukäufe, um neue Wachstumspotenziale zu erschließen. Im Fokus stehen dabei unter anderem softwaregetriebene Mobilität sowie der Ausbau von Zukunftstechnologien wie KI. Für Lösungen rund um automatisiertes Fahren, Sensorik und zentrale Fahrzeugrechner konnte Bosch 2025 ein Auftragsvolumen von zehn Mrd. Euro gewinnen. Parallel treibt Bosch den KI-Ausbau in allen Bereichen voran und will bis Ende 2027 insgesamt 2,5 Mrd. Euro in künstliche Intelligenz investiert haben.
Der Unternehmensbereich Consumer Goods (inklusive Hausgeräte) verzeichnete nominal einen Umsatzrückgang um 1,9 Prozent auf 19,9 Mrd. Euro, währungsbereinigt jedoch ein Plus von 4 Prozent. Bosch führt die Entwicklung vor allem auf die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher zurück. Insgesamt zeigt die Pressemitteilung damit ein Bild von stabilen Erlösen, aber hohem Margendruck und steigenden Anforderungen an Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.
Mit Blick auf Europa warnt Bosch zudem vor einer zunehmenden Skepsis gegenüber technologischem Fortschritt. Hartung bezeichnet die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage als Warnsignal: „Das ist ein höchst alarmierendes Zeichen” und ergänzt: „Ein Land kann im globalen Wettbewerb nur bestehen, wenn ein mindestens ausreichender Wille zum technischen Fortschritt erkennbar ist.“
Für 2026 erwartet Bosch weiterhin hohen Wettbewerbs- und Preisdruck sowie eine stärkere Wirkung gestiegener Zölle. Finanzchef Markus Forschner unterstreicht die Bedeutung der Kostenseite als Grundlage für den künftigen Erfolg: „Eine verbesserte Kosten- und Wettbewerbssituation ist die Basis für den künftigen Erfolg von Bosch.“ Insgesamt setzt Bosch auf konsequente Umsetzung der Strategie 2030, um sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen langfristig zu stabilisieren und Wachstumschancen zu nutzen.
Stefan Hartung bringt es auf den Punkt: „Unsere langfristige Ausrichtung hilft uns, die wirtschaftlichen Realitäten zu meistern und unsere Chancen zu nutzen.“
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