Grafiken: HDE Konsumbarometer / Handelsblatt Research Institut
Trotz des leichten Anstiegs deutet das Barometer nicht auf eine grundlegende Trendwende hin. Vielmehr spricht das Handelsblatt Research Institute als Autor der Analyse von einer moderaten Aufhellung der Stimmung, die jedoch nicht ausreicht, um von einer Konsumbelebung zu sprechen. Eine nachhaltige Erholung des privaten Konsums sei frühestens im kommenden Jahr zu erwarten.
Die Anschaffungsneigung der Verbraucher zeigt sich im Oktober etwas positiver: Der entsprechende Teilindikator erhöht sich um 1,32 Punkte auf 87,93. Damit nähert sich dieser Wert dem Stand des Vorjahres an. Die Sparneigung bleibt mit 109,07 Punkten nahezu unverändert. Insgesamt deutet sich eine leichte Verschiebung vom Sparen hin zum Konsumieren an – von einem Konsumimpuls kann jedoch nicht gesprochen werden.
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher steigen im Vergleich zum September um 3,07 Punkte und erreichen einen Stand von 100,7 Punkten. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin schwach ist und keine nennenswerten staatlichen Entlastungsmaßnahmen angekündigt wurden. Der positive Ausblick auf das eigene Einkommen steht daher im Kontrast zu den objektiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Anders als beim Einkommen zeigt sich bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein negativer Trend. Die Konjunkturerwartungen sinken im Oktober um 2,32 Punkte auf 78,7. Der Rückgang spiegelt die gesunkenen Konjunkturprognosen wider. Ökonomische Impulse aus der Wirtschaftspolitik sind bislang nicht spürbar, was sich zunehmend in einer skeptischen Erwartungshaltung der Verbraucher niederschlägt.
Während die Verbraucher keine stark steigende Inflation erwarten – der Preiserwartungsindex steigt nur leicht auf 95,76 Punkte –, gehen sie mehrheitlich von einem weiter steigenden Zinsniveau aus. Der Zinsindikator sinkt um 1,47 Punkte auf 111,07, was gemäß inverser Indexbildung auf eine erhöhte Zinserwartung hinweist. Dabei steht dies im Widerspruch zur aktuellen geldpolitischen Linie der Europäischen Zentralbank, die an ihrem Leitzins von 2,15 Prozent festhält.
Die Daten des HDE-Konsumbarometers für Oktober 2025 lassen keine grundlegende Veränderung der Verbraucherstimmung erkennen. Zwar gibt es einzelne positive Signale, etwa bei der Anschaffungs- und Einkommensneigung, doch überwiegt weiterhin eine vorsichtige Grundhaltung. Angesichts schwacher konjunktureller Perspektiven und verhaltener wirtschaftspolitischer Impulse dürfte eine nennenswerte Belebung des privaten Konsums frühestens im Jahr 2026 einsetzen. Für den Handel bleibt das Weihnachtsgeschäft 2025 mit Unsicherheiten behaftet.
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