Der deutsche Konsum zeigt sich im Frühjahr 2026 erneut geschwächt. Laut aktueller GfK-Erhebung sinkt der Konsumklimaindex für April auf -28,0 Punkte und damit spürbar gegenüber dem Vormonat. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher infolge geopolitischer Spannungen, insbesondere des Iran-Kriegs.
Für die Elektrohausgerätebranche ist vor allem die Entwicklung der Einkommenserwartungen von zentraler Bedeutung: Diese brechen deutlich ein und rutschen wieder ins negative Terrain. Steigende Energiepreise und damit verbundene Inflationsängste belasten die Kaufkraftperspektiven erheblich.
Anschaffungsneigung noch stabil

Noch zeigt sich die Anschaffungsneigung für langlebige Konsumgüter – zu denen auch Hausgeräte zählen – vergleichsweise stabil. Mit -10,9 Punkten bleibt sie nur leicht unter dem Vormonatsniveau. Gleichzeitig verharrt die Sparneigung auf einem hohen Niveau, was auf eine weiterhin vorsichtige Konsumhaltung hindeutet.
Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass sich diese Zurückhaltung mittelfristig auch stärker auf den Konsum auswirken könnte. Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, ordnet die Entwicklung ein: „Mit dem Rückgang auf -28 Punkte zeigt sich eine spürbare Eintrübung des Konsumklimas. Zwar reagieren die Anschaffungsneigung und die Sparneigung im Moment noch wenig auf die geopolitischen Ereignisse im Iran, aber die Verbraucher erwarten, dass die Inflation durch die gestiegenen Energiepreise wieder anzieht, und die wirtschaftliche Erholung erneut gebremst wird“.
Hohe Energiepreise dauerhaft erwartet
Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch die Erwartung dauerhaft hoher Energiepreise. „In einer aktuellen NIM-Studie geben 60 Prozent der Deutschen an, dass sie davon ausgehen, dass die Preise für Öl, Gas und Benzin dauerhaft hoch bleiben. Das drückt natürlich auf die Verbraucherstimmung“, so Bürkl weiter.
Parallel dazu verschlechtern sich auch die Konjunkturerwartungen deutlich. Verbraucher befürchten, dass der wirtschaftliche Aufschwung durch den anhaltenden Konflikt spürbar gebremst werden könnte – ein Risiko, das insbesondere investitionsintensive Anschaffungen wie Hausgeräte perspektivisch belasten dürfte.
Einordnung für die Branche
Kurzfristig bleibt die Nachfrage nach Elektrohausgeräten stabiler als die Gesamtstimmung vermuten lässt. Mittelfristig jedoch deutet die Kombination aus sinkenden Einkommenserwartungen, hoher Sparneigung und wachsender Unsicherheit auf ein schwierigeres Marktumfeld hin – insbesondere im höherpreisigen Segment langlebiger Gebrauchsgüter.
