Chinas Subventionen lösen einen Hausgeräte-Boom aus.
Seit letztem August fördert die chinesische Regierung den Kauf energieeffizienter Elektronik und Haushaltsgeräte mit großzügigen Zuschüssen. Besonders profitieren Produkte wie Fernseher, Laptops sowie große Hausgeräte – darunter Kühlschränke, Waschmaschinen und Klimaanlagen. Käufer von Geräten mit der höchsten Energieeffizienzklasse erhalten einen Zuschuss von 20%, allerdings gedeckelt auf 2.000 Yuan. Das bedeutet, dass der maximale Vorteil bei einem Kaufpreis von rund 10.000 Yuan (ca. 1.300 USD) ausgeschöpft wird.
Diese Maßnahme hat Premiumprodukte attraktiver gemacht – was sich unmittelbar auf die Marktpreise auswirkte. Im letzten Quartal 2024 zogen sie deutlich an. Die Subventionen zeigten schnell Wirkung: Zwischen September und Dezember 2024 wuchsen die Umsätze für Haushaltsgroßgeräte und Klimaanlagen um satte 33%, während die Preise um 11% anstiegen. Und auch andere Produktkategorien profitierten, etwa die Haushaltskleingeräte mit einem Plus von 8% (getrieben durch regionale Förderprogramme).
Auch das Kaufverhalten der Verbraucher änderte sich. Besonders der stationäre Handel, der verstärkt Premiumprodukte anbietet, konnte deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen.
Nach dem Erfolg der bisherigen Maßnahmen weitet die chinesische Regierung das Programm ab 2025 auf weitere Produktkategorien aus – darunter Geschirrspüler, Mikrowellen, Tablets und insbesondere Smartphones. Diese Erweiterung dürfte das kurzfristige Wachstum weiter antreiben und den gesamten Technologie- und Konsumgütermarkt in China sowie weltweit erheblich beeinflussen.
Warum diese Subventionen? Die Regierung hatte ein klares wirtschaftliches Ziel: Das anvisierte BIP-Wachstum von 5% für 2024 zu erreichen. Weil die Inlandsnachfrage in der ersten Jahreshälfte schwächelte, wurden gezielte wirtschaftliche Impulse gesetzt – mit Erfolg. Angesichts der positiven Effekte könnte das Programm – ähnlich wie eine frühere Initiative von 2012 bis 2013 – bis ins Q3 2025 verlängert werden.
Allerdings wird das Wachstum im 4. Quartal 2025 deutlich schwächer ausfallen, da es mit den außergewöhnlich hohen Vergleichswerten aus 2024 konkurriert. Trotzdem bleibt die Branche optimistisch. „Die große Frage ist, wohin das von der Regierung investierte Kapital am Ende fließen wird in 2025 und 2026“, so Norbert Herzog, Leiter von Global Strategic Insights bei NIQ/GfK und Experte für Haushaltsgroßgeräte.
Herzog weiter: „Da die nachfrageseitige Situation in China weiterhin angespannt ist, werden die Zusatzeinnahmen wahrscheinlich in anderen Regionen reinvestiert, um das Wachstum chinesischer Marken in Südostasien, Lateinamerika und Europa anzukurbeln, was zu einem anhaltenden Preisdruck auf diesen Märkten führen könnte.“
Unterm Strich haben Chinas Handels- und wirtschaftspolitische Maßnahmen im 4. Quartal 2024 die globale Marktlandschaft für Technologie und Konsumgüter neu geordnet – und die Weichen für weitere Entwicklungen in den kommenden Jahren gestellt.
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