Konjunktur-Bremsspuren bei der Ceconomy AG und ihren beiden „Töchtern“ MediaMarkt und Saturn.
In Anbetracht deutlich veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen passt die Ceconomy AG, Mutter von MediaMarkt und Saturn, ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2021/22 an. Ceconomy erwartet nun einen währungsbereinigten Gesamtumsatz auf Vorjahresniveau (2020/21: 21,4 Mrd. €). Die bisherige Prognose ging von einem leichten Wachstum des währungsbereinigten Gesamtumsatzes gegenüber dem Vorjahr aus.
Erwartet wird zudem ein bereinigtes EBIT in Höhe von 150 Mio. € bis 210 Mio. € (2020/21: 237 Mio. €). Die bisherige Prognose sah hier eine sehr deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr vor.
Die angepasste Prognose resultiert insbesondere aus den jüngsten Entwicklungen sowie Erwartungen im Segment DACH. Darüber hinaus gilt diese Prognose unter der Voraussetzung, dass sich die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nicht wesentlich verschärfen und dass es aufgrund potenzieller Energieversorgungsengpässe sowie der Covid-19-Pandemie nicht zu neuen weitreichenden Einschränkungen im Einzelhandel kommen wird, welche die Geschäftstätigkeit der Ceconomy beinträchtigen würden.
Die bisherige Prognose beruhte u.a. auf der Annahme, dass sich das Konsumklima im Jahresverlauf verbessert und sich die Inflationsraten normalisieren. Tatsächlich hat sich das Konsumklima in den vergangenen Wochen aber in hohem Tempo weiter eingetrübt. Vor diesem Hintergrund sind die getroffenen Annahmen nicht mehr gültig. Infolge der dynamischen Inflationsentwicklung einschließlich stark steigender Energiekosten und einer abgeschwächten Nachfrage betrifft dies insbesondere die DACH-Region.
Mehr noch: Ceconomy geht außerdem davon aus, dass das eingetrübte Gesamtbild über das laufende Geschäftsjahr 2021/22 hinaus Bestand haben wird. Der Vorstand der Ceconomy wird die Prognose für das Geschäftsjahr 2022/23 planmäßig mit der Vorlage der Geschäftszahlen des Geschäftsjahres 2021/22 veröffentlichen.
Die angepasste Prognose erfolgt vor Portfolioveränderungen und ohne Berücksichtigung von Ergebniseffekten aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen.
Analog zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 sind die bekannten nicht regelmäßig wiederkehrenden Ergebniseffekte im Zusammenhang mit Covid-19-bedingten Standortschließungen sowie der bereits am 12. August 2020 verkündeten Einführung einer konzernweit einheitlichen Organisationsstruktur („Operating Model“) nicht enthalten.
Auch sind Aufwendungen im Zusammenhang mit der am 14. Dezember 2020 verkündeten Transaktion in Bezug auf den Erwerb der MediaMarktSaturn-Minderheitsbeteiligung sowie der Neuordnung und Vereinfachung der Gesellschaftsstruktur unberücksichtigt. Die Prognose berücksichtigt darüber hinaus weder die rückwirkende Erhöhung einer sektorspezifischen Steuer in Ungarn noch Bilanzierungseffekte aus dem mittlerweile hyperinflationären Land Türkei.
Im 3. Quartal rutschte Ceconomy operativ noch tiefer in die roten Zahlen. Das bereinigte operative Ergebnis verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um 17% auf minus 109 Mio. EUR. Der Umsatz stieg zwar um 6% auf 4,6 Mrd. EUR. Verglichen mit den 5 Mrd. EUR Umsatz in den Monaten Januar bis März war aber auch dies ein Rückgang. Die Umsatzdynamik habe spürbar nachgelassen, heißt es aus Düsseldorf.
Die Aktien von Ceconomy sind am Freitag vergangener Woche nach den schwachen Quartalszahlen und einem gesenkten Ausblick erwartungsgemäß eingebrochen. Die Papiere verbuchten via XETRA einen Rückgang von 24,17% auf 1,97 Euro und waren damit klares Schlusslicht im Kleinwerte-Index S-DAX. Damit lagen sie nur noch knapp über dem tiefsten Stand seit Mai 2020.
Die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2021/22 erfolgt am 11. August 2022.
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