Marktforschung

HDE-Konsumbarometer dämpft Hoffnung auf stärkere Konsumerholung

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im August 2026 wieder leicht eingetrübt. Das HDE-Konsumbarometer sinkt gegenüber dem Vormonat um 0,59 Punkte auf 94,18 Punkte. Für den Elektrogerätehandel ist insbesondere relevant, dass sich die Anschaffungsneigung zwar geringfügig verbessert, Verbraucher zugleich aber wieder stärker sparen wollen.

Anschaffungsneigung steigt nur leicht

Nach zwei Monaten mit positiver Entwicklung setzt sich der Aufwärtstrend beim HDE-Konsumbarometer im August nicht fort. Der Index fällt von 94,77 Punkten im Juli auf 94,18 Punkte. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt der Wert 3,46 Punkte niedriger.

Das Konsumbarometer bildet nicht den aktuellen Verbrauch ab, sondern die erwartete Konsumstimmung für die kommenden drei Monate. Für den Handel liefert es damit Hinweise auf die weitere Entwicklung der privaten Nachfrage.

Beim für langlebige Konsumgüter besonders relevanten Teilindikator Anschaffungsneigung zeigt sich eine leichte Verbesserung. Der Index steigt im August um 0,61 Punkte auf 85,81 Punkte. Damit fließen die etwas günstigeren Einkommenserwartungen nach Einschätzung des Handelsblatt Research Institute zumindest teilweise in zusätzliche Konsumabsichten ein.

Eine deutliche Belebung der Konsumnachfrage zeichnet sich daraus jedoch nicht ab. Denn gleichzeitig planen die Verbraucher, einen größeren Teil ihrer verfügbaren Mittel zu sparen.

Höhere Sparneigung begrenzt Konsumspielraum

Der Teilindikator Sparneigung fällt von 111,25 Punkten im Juli auf 107,03 Punkte. Da dieser Index invers konstruiert ist, bedeutet der Rückgang, dass die Haushalte ihre Sparanstrengungen erhöhen wollen.

Für den Elektrogerätehandel bleibt das Umfeld damit verhalten. Größere Anschaffungen stehen weiterhin in Konkurrenz zum Wunsch der Verbraucher, finanzielle Reserven aufzubauen. Dies kann insbesondere bei höherpreisigen Hausgeräten und Unterhaltungselektronik eine zurückhaltende Kaufentscheidung begünstigen.

Das HDE-Konsumbarometer führt die gestiegene Vorsicht vor allem auf die wieder verschärfte geopolitische Lage im Nahen Osten zurück. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung hätten sich die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung erneut eingetrübt.

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher sinken im August um 0,28 Punkte auf 75,88 Punkte. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt der Teilindikator damit 9,62 Punkte niedriger.

Einkommenserwartungen entwickeln sich positiver

Etwas günstiger fällt die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation aus. Die Einkommenserwartungen steigen gegenüber Juli um 0,8 Punkte auf 99,16 Punkte.

Damit gehen die Befragten bislang nicht davon aus, dass die wieder zunehmenden geopolitischen Spannungen unmittelbar größere Auswirkungen auf das eigene Einkommen haben. Das Handelsblatt Research Institute verweist jedoch darauf, dass ein länger anhaltender Konflikt diese Einschätzung verändern könnte.

Auch bei den Preiserwartungen zeigt sich zunächst eine etwas positivere Tendenz. Der entsprechende Index steigt um 1,04 Punkte auf 94,17 Punkte. Wegen der inversen Konstruktion bedeutet dies, dass Verbraucher eher mit einer nachlassenden Inflationsrate rechnen.

Diese Erwartung könnte allerdings durch steigende Energiepreise belastet werden. Im Juli lag die Inflationsrate laut Bericht bei 2,8 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte höher als im Vormonat.

Konsum bleibt von Vorsicht geprägt

Das HDE-Konsumbarometer kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Aussichten für den privaten Konsum nach dem besseren Start in die zweite Jahreshälfte wieder verschlechtert haben.

Für den Elektrogerätehandel ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Die leicht höhere Anschaffungsneigung und bessere Einkommenserwartungen sprechen grundsätzlich für Konsumpotenzial. Gleichzeitig bleiben Sparneigung, geopolitische Unsicherheit und eine eingetrübte Konjunkturerwartung belastende Faktoren.

Der Index basiert auf dem Stand Januar 2017 mit einem Ausgangswert von 100. Erfasst werden unter anderem Anschaffungs-, Spar-, Einkommens-, Konjunktur-, Preis- und Zinserwartungen der Verbraucher für die kommenden drei Monate.

infoboard.de

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