expert richtet Kooperation auf Wachstum und digitale Handelsmodelle aus

Hauptversammlung 2026 konkretisiert Strategie 2030 plus

Markt & Branche
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Das Wichtigste in Kürze (KI-Zusammenfassung)
  • expert erzielte im Geschäftsjahr 2025/2026 einen Innenumsatz von 2,05 Milliarden Euro und plant für 2026/2027 ein Wachstum auf 2,12 Milliarden Euro.
  • Ab Oktober 2026 können Kunden in expert-Märkten und auf expert.de Payback-Punkte sammeln und profitieren von verbesserter Kundenansprache.
  • Die Eigenmarke Kendo wird ausgebaut und soll 2027 auf zusätzliche Warenbereiche erweitert werden mit positiver Umsatzentwicklung.
  • expert erprobt KI-basierte Produktsuche und Regalanalyse mit Kameras zur Optimierung von Standorten und Kundenservice.
  • Schulungskonzepte für Fachberater verbinden regionale Fachberatung mit digitalen Werkzeugen und erhöhten Reservierungsumsätzen um über 35 Prozent.

Auf der Hauptversammlung 2026 in Göttingen hat expert die nächsten Schritte seiner Strategie 2030 plus vorgestellt. Neben dem Start der Payback-Partnerschaft und dem Ausbau der Eigenmarke Kendo setzt die Kooperation auf eine stärkere Verzahnung von stationärem Handel, digitalen Vertriebskanälen und künstlicher Intelligenz. Auf der begleitenden Pressekonferenz wurden zudem konkrete Ziele für Umsatzentwicklung, Onlinevermarktung, Schulungen und neue digitale Pilotprojekte erläutert.

Im Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte die expert SE einen Innenumsatz zu Industrieabgabepreisen ohne Mehrwertsteuer von 2,05 Milliarden Euro. Auf Konzernebene wurde für das abgelaufene Wirtschaftsjahr ein positives Ergebnis vermeldet. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet die Kooperation wieder eine positive Entwicklung.

Der vierköpfige Vorstand der expert SE bei der Pressekonferenz im Rahmen der Hauptversammlung 2026 in Göttingen.
Der vierköpfige Vorstand der expert SE bei der Pressekonferenz im Rahmen der Hauptversammlung 2026 in Göttingen.

Auf der Pressekonferenz konkretisierte expert seine Planungen für das laufende Geschäftsjahr. Demnach liegt die Zielgröße für den Innenumsatz bei 2,12 Milliarden Euro. Gegenüber dem abgeschlossenen Geschäftsjahr entspräche das einem Zuwachs von rund 70 Millionen Euro beziehungsweise 3,4 Prozent. Gleichzeitig rechnet expert mit einer weiteren Konzentration des Standortnetzes und verfolgt damit das Ziel, bei weniger Fläche eine höhere Produktivität zu erreichen. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres entfielen nach Angaben des Unternehmens rund 439.000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf 364 Standorte.

„Mit Payback erweitern wir unsere Möglichkeiten in der Kundenansprache und schaffen gleichzeitig einen zusätzlichen Mehrwert für unsere Kunden“, sagt Dr. Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender der expert SE.
„Mit Payback erweitern wir unsere Möglichkeiten in der Kundenansprache und schaffen gleichzeitig einen zusätzlichen Mehrwert für unsere Kunden“, sagt Dr. Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender der expert SE.

Payback als Baustein der Kundenansprache

Ein zentraler Schritt im laufenden Geschäftsjahr ist die neue Partnerschaft mit Payback. Ab Oktober 2026 können Kundinnen und Kunden sowohl in den expert-Fachgeschäften und -Fachmärkten als auch auf expert.de Punkte sammeln.

„Mit Payback erweitern wir unsere Möglichkeiten in der Kundenansprache und schaffen gleichzeitig einen zusätzlichen Mehrwert für unsere Kunden“, sagt Dr. Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender der expert SE. „Jetzt steht der Start unmittelbar bevor und ich bin davon überzeugt, dass das sehr gut bei unseren Kunden ankommen wird.“

Auf der Pressekonferenz gab expert zusätzliche Einblicke in die Umsetzung. Demnach wurde die grundsätzliche Entscheidung für die Zusammenarbeit innerhalb von rund zweieinhalb Wochen getroffen. Für die technische Realisierung standen anschließend knapp drei Monate zur Verfügung. Parallel dazu wurden interne Marketingprozesse angepasst und neu strukturiert.

Mit der Partnerschaft will expert klassische und digitale Kundenansprache stärker miteinander verbinden. Nach Angaben des Unternehmens ergänzt Payback unter anderem Printwerbung, App, Website und weitere digitale Kontaktpunkte. Gleichzeitig soll die Plattform zusätzliche Möglichkeiten für eine datenbasierte Kundenansprache eröffnen.

Ein besonderes Moment: Verabschiedung von Peter Zyprian nach 17 Jahren bei expert.
Ein besonderes Moment: Verabschiedung von Peter Zyprian nach 17 Jahren bei expert.

Kendo und Fachberatung werden ausgebaut

Auch die Eigenmarke Kendo bleibt ein Schwerpunkt der Vertriebsstrategie. Die „World of Kendo“ umfasst inzwischen neben Unterhaltungselektronik unter anderem Klimageräte, Wandhalterungen, Monitore, Kabel sowie Radios und Wecker. Für 2027 ist eine weitere Ausweitung des Sortiments auf zusätzliche Warenbereiche vorgesehen.

Auf der Pressekonferenz verwies expert zudem auf eine positive Entwicklung bei Umsatz und Handelsspanne mit der Eigenmarke. Das Sortiment soll deshalb schrittweise weiter ausgebaut werden.

Parallel dazu setzt die Kooperation auf die Qualifizierung der Mitarbeiter im stationären Handel. Das vor drei Jahren eingeführte Schulungskonzept bringt Fachberater direkt mit Industrie- und Dienstleistungspartnern zusammen. Für die erste Jahreshälfte 2027 sind unter anderem Schulungen zu E-Mobilität, Unterhaltungselektronik, Weißer Ware sowie Telekommunikation und PC vorgesehen.

Ergänzend wurde auf der Pressekonferenz erläutert, dass die Schulungen inzwischen langfristiger geplant werden. Die Termine für 2027 befinden sich bereits in der konkreten Vorbereitung, parallel beschäftigt sich expert nach eigenen Angaben mit der Planung für 2028. Die Präsenzveranstaltungen sollen möglichst vor dem jeweiligen Saisonstart stattfinden, damit die Fachberater frühzeitig mit neuen Produkten und Funktionen vertraut sind.

Digitale Sichtbarkeit im regionalen Handel

Unter dem Konzept „Next Level Retail“ verbindet expert persönliche Fachberatung mit digitalen Werkzeugen. Dazu gehören personalisierte Kampagnen, optimierte Produktdaten, intelligente Suche und Produktempfehlungen sowie perspektivisch neue Werbeformate in KI-basierten Anwendungen. Nach Unternehmensangaben haben regionale Digitalkampagnen und optimierte Produktdaten den Reservierungsumsatz im Verbund um mehr als 35 Prozent gesteigert.

Auf der Pressekonferenz nannte expert weitere Details zur digitalen Produktsichtbarkeit. Derzeit seien je nach Standort rund 3.500 bis 5.000 Produkte über entsprechende lokale Datenstrukturen auffindbar. Damit würden jedoch nur etwa 30 bis 40 Prozent der relevanten Suchanfragen abgedeckt. Künftig sollen deshalb neben lokalen Beständen auch verfügbare Produkte aus benachbarten Standorten, dem Zentrallager und weiteren Warenbeständen stärker in die digitale Produktsuche einbezogen werden.

Auch Serviceleistungen sollen digital besser auffindbar werden. Perspektivisch sollen Kundinnen und Kunden beispielsweise erkennen können, wann Lieferung, Einbau oder weitere Dienstleistungen an ihrer Postleitzahl verfügbar sind.

expert erprobt neue KI-Anwendungen

Über die bisherigen Maßnahmen hinaus erläuterte expert auf der Pressekonferenz ein Pilotprojekt für KI-basierte Produktsuche und Werbung. Ab Anfang November sollen erste Tests starten, bei denen Produkt- und Standortinformationen gezielter für KI-gestützte Such- und Dialogsysteme aufbereitet werden.

Dabei reicht es nach Angaben des Unternehmens nicht aus, klassische Produktinformationen wie Preis, Bild und Verfügbarkeit bereitzustellen. Zusätzlich seien strukturierte Informationen notwendig, die beispielsweise beschreiben, für welche Zielgruppen oder Nutzungsszenarien ein Produkt geeignet ist. expert will die entsprechenden Datenstrukturen zunächst im Rahmen des Pilotprojekts weiterentwickeln.

Ein weiteres Projekt betrifft die Analyse von Verkaufsflächen. expert arbeitet an einer kameragestützten Regalanalyse, mit der unter anderem Unordnung, falsche Platzierungen oder andere Auffälligkeiten erkannt werden sollen. Das System wurde nach Angaben auf der Pressekonferenz bereits mit mehreren Tausend Bildern trainiert. Als mögliche Anwendungen wurden sowohl eine Mitarbeiter-App als auch eine Kameraeinbindung in Reinigungsroboter genannt. Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungs- und Erprobungsphase.

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