Neue Zollgebühren bremsen Paketimporte aus Drittstaaten

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Die seit Juli 2026 geltenden EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten zeigen nach Angaben des französischen Zolls erste Wirkung. Die Einfuhren von Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro, vor allem aus China, sind demnach um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Der Handelsverband Deutschland sieht darin ein erstes Signal gegen Wettbewerbsverzerrungen, fordert jedoch weitere Maßnahmen.

Seit dem 1. Juli 2026 werden für Warensendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro je nach Warenkategorie drei Euro Zollgebühren erhoben. Nach aktuellen Zahlen des französischen Zolls ist das Volumen entsprechender Einfuhren seitdem deutlich gesunken.

Der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp wertet die Entwicklung als ersten Erfolg der neuen Regelung.

„Die Meldung des französischen Wirtschaftsministeriums stimmt uns zuversichtlich, dass die neuen Zollgebühren Wirkung zeigen. Es war höchste Zeit, dem unfairen Wettbewerb, dem sich unsere hiesigen Händler ausgesetzt sehen, Maßnahmen entgegenzusetzen. Da macht sich nun auch die konsequente Arbeit des Handelsverbandes bezahlt“, so Tromp.

HDE warnt vor anhaltend hohen Paketmengen

Trotz des Rückgangs sieht der HDE keinen Anlass für Entwarnung. Nach Einschätzung des Verbandes gelangen weiterhin täglich Millionen Pakete aus China in die EU. Kritisiert werden insbesondere mögliche Verstöße gegen europäische Sicherheits-, Qualitäts- und Wettbewerbsregeln.

„Wir dürfen jetzt keinen Haken an das Problem des unfairen Wettbewerbs durch Plattformen und Händler aus Fernost machen. Es sind immer noch Millionen von Paketen pro Tag, die aus China in die EU geliefert werden und unsere Märkte mit teils unsicheren, qualitativ minderwertigen Waren überschwemmen“, erklärt Tromp.

Aus Sicht des Handelsverbandes bleibt deshalb eine konsequentere Kontrolle von Importen und Onlineplattformen erforderlich.

Customs Data Hub soll Kontrollen erleichtern

Eine zentrale Rolle soll dabei der geplante EU-weite Customs Data Hub übernehmen. Über die Plattform sollen Importeure und Onlinehändler aus Drittstaaten ihre Zolldaten künftig zentral und einheitlich bereitstellen.

Ziel ist es, Auffälligkeiten bei Warenwerten, Sendungsmengen oder Herkunftsangaben schneller erkennen und prüfen zu können. Der HDE fordert, den vorgesehenen Start vorzuziehen. Nach Einschätzung des Verbandes kommt eine Einführung erst im kommenden Jahr zu spät.

Forderung nach konsequenten Sanktionen

Neben verbesserten Kontrollen spricht sich der HDE für wirksamere Sanktionen bei wiederholten Verstößen aus. Dazu soll aus Sicht des Verbandes auch die Möglichkeit gehören, Plattformen oder Händler zu sperren.

„Aus Regelverstößen darf kein Wettbewerbsvorteil entstehen. Daher muss bei wiederholtem Verstoß gegen geltendes Recht auch die Möglichkeit bestehen, Plattformen oder Händler zu sperren. Sanktionen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie glaubwürdig sind und bei Regelverstößen konsequent angewendet werden. Erst dann können faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft gewährleistet werden“, fordert Tromp.

Für den Handel bleibt damit entscheidend, ob die neuen Zollgebühren dauerhaft zu geringeren Importmengen beitragen und zugleich durch wirksamere Kontrollen ergänzt werden.

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