Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im Juni 2026 erstmals seit Februar wieder leicht verbessert. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Trotz des leichten Anstiegs bleibt das Stimmungsniveau jedoch insgesamt schwach.
Nach Angaben des HDE setzt sich der negative Trend der vergangenen Monate zwar nicht weiter fort, von einer nachhaltigen Erholung kann jedoch noch keine Rede sein. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Verbraucherstimmung deutlich verschlechtert. Belastend wirken weiterhin die geopolitischen Unsicherheiten rund um den anhaltenden Irankrieg sowie steigende Preise.
Auch die Anschaffungsneigung der Verbraucher zeigt sich leicht verbessert. Gegenüber dem Vormonat steigt sie geringfügig an, bleibt aber ebenfalls deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück. Gleichzeitig fällt die Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung weiterhin pessimistisch aus. Der entsprechende Wert liegt auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2023.
Erste Anzeichen für Verschiebung vom Sparen zum Konsum
Dennoch erkennt der HDE erste Anzeichen einer Verschiebung vom Sparen hin zum Konsum. Nach einer insgesamt schwachen ersten Jahreshälfte sei es jedoch noch zu früh, von einem wirtschaftlichen Aufschwung im zweiten Halbjahr auszugehen.
„Für einen Aufschwung der Konsumbereitschaft ist es entscheidend, dass der Irankrieg zeitnah endet. Auch von der Politik angekündigte weitere Entlastungen sind erforderlich, um die Verbraucherstimmung und die Wirtschaft anzukurbeln. Ob dies gelingt, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.“
Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats und basiert auf einer Befragung von 1.600 Personen zu ihrer Anschaffungs- und Sparneigung, ihrer finanziellen Situation sowie weiteren konsumrelevanten Faktoren. Erstellt wird der Indikator vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE. Er dient als Frühindikator für die Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden drei Monaten.
