Das Konsumklima in Deutschland setzt im November 2025 seinen Abwärtstrend fort. Maßgeblich für die erneute Eintrübung ist ein deutlicher Rückgang der Einkommenserwartungen der Verbraucher. Im Gegensatz dazu legen die Konjunkturerwartungen sowie die Anschaffungsneigung leicht zu. Die Sparneigung bleibt nahezu unverändert. Insgesamt ergibt sich daraus ein Rückgang des Konsumklima-Indikators um 1,6 Punkte gegenüber dem Vormonat auf nun -24,1 Zähler. Dies geht aus den aktuellen Ergebnissen des Konsumklimas hervor, das seit Oktober 2023 gemeinsam von NIQ/GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) erhoben wird.
Einkommenserwartung auf tiefstem Stand seit März
Der stärkste Einflussfaktor auf den Rückgang des Konsumklimas ist die deutlich verschlechterte Einkommenserwartung. Sie verliert im Oktober 12,9 Punkte und sinkt damit auf 2,3 Zähler. Das ist der niedrigste Stand seit März 2025. Damals hatte der Indikator bei -3,1 Punkten gelegen.
„Die anhaltend angespannte geopolitische Lage, wieder zunehmende Inflationsängste und wachsende Ängste um den Arbeitsplatz lassen die Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung des Konsumklimas schwinden“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM.
Anschaffungsneigung trotz Zuwachs weiter niedrig
Die Konsumneigung der Verbraucher kann den Rückgang des Gesamtindikators nur in geringem Maße abfedern. Zwar steigt die Anschaffungsneigung im Oktober um 2,3 Punkte auf -9,3 Zähler, sie bleibt damit aber weiterhin deutlich im negativen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich ein Minus von 4,6 Punkten. Als wesentlicher Grund für die Kaufzurückhaltung gelten anhaltend hohe Preise für Lebensmittel und Energie.
Konjunkturerwartungen stabilisieren sich
Nach drei Monaten mit Rückgängen steigt der Indikator für die Konjunkturerwartung im Oktober um 2,2 Punkte auf 0,8 Zähler. Damit nähert sich die Konjunkturstimmung dem Niveau des Vorjahres an. Allerdings signalisiert das aktuelle Niveau keine grundlegende wirtschaftliche Erholung. Die Mehrheit der Wirtschaftsexperten geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2026 um etwa ein Prozent wachsen wird, nachdem für 2025 lediglich mit einer Stagnation gerechnet wird.
