Mit dem 365er Profi-Treff am Wolfgangsee hat Wertgarantie erneut ein deutliches Signal an den Elektrofachhandel gesendet: Die Branche steht weiter unter wirtschaftlichem Druck, gleichzeitig eröffnen Themen wie Reparaturservices, Mietmodelle und Kundenbindung neue Wachstumsperspektiven. Rund 300 Fachhandelspartner aus Deutschland und Österreich kamen vom 7. bis 10. Mai im österreichischen St. Wolfgang zusammen, um sich über Markttrends, Vertriebsstrategien und neue Serviceansätze auszutauschen.

Im Mittelpunkt standen dabei praxisnahe Lösungen für die aktuellen Herausforderungen im CE- und Hausgerätehandel. Gerade vor dem Hintergrund rückläufiger Konsumlaune und sinkender Frequenz im stationären Handel setzt Wertgarantie verstärkt auf Dienstleistungen und langfristige Kundenbeziehungen.
Handel sucht Antworten auf schwierige Marktbedingungen

Wertgarantie machte in St. Wolfgang deutlich, dass sich der Fachhandel weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld bewegt. Vorstandsvorsitzender Patrick Döring ordnete die aktuelle Situation klar ein: „Das ist das Umfeld, in dem wir arbeiten und kämpfen müssen.“
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sieht das Unternehmen weiterhin stabile Perspektiven. Döring betonte die Bedeutung der Handelspartner für das Wachstum des Spezialversicherers: „Wir haben uns wieder eher seitwärts bewegt, aber dennoch im Vorjahr 1,8 Mio. Neuverträge abgeschlossen und das vor allem dank Ihnen, unseren Partnern im Handel.“
Für die Elektrohausgerätebranche zeigt sich damit einmal mehr: Zusatzservices, Garantielösungen und Reparaturangebote entwickeln sich zunehmend zu wichtigen Ertragsbausteinen – insbesondere in einem Markt, der stark unter Kaufzurückhaltung leidet.
„Recht auf Reparatur“ wird zum zentralen Branchenthema
Großen Raum nahm erneut das bevorstehende „Recht auf Reparatur“ ein, das den Handel in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen dürfte. Wertgarantie sieht darin nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern auch erhebliche Chancen für Fachhändler und Servicebetriebe.
Vertriebs-Geschäftsführer Thilo Dröge appellierte an die Partnerbetriebe, sich frühzeitig auf die neuen Anforderungen vorzubereiten: „Sind eure Mitarbeiter schon optimal vorbereitet? Denn die Uhr tickt und der 31. Juli ist schon näher als ihr denkt.“
Gerade im Hausgerätebereich gewinnt das Thema Reparierbarkeit zunehmend an Bedeutung. Angesichts steigender Gerätekosten und wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen dürfte der Reparaturmarkt weiter an Relevanz gewinnen. Wertgarantie verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass sich viele Haushalte größere ungeplante Reparaturen kaum noch leisten können.
Für den Fachhandel bedeutet dies: Wer Reparaturservices professionell integriert und aktiv kommuniziert, kann sich künftig deutlicher vom Wettbewerb differenzieren. Thilo Dröge betonte noch einmal: „Habt ihr eure Prozesse und Servicepreise bereits angepasst? Und nutzt die Chance, das Thema in eure gesamte Vermarktung zu integrieren und sprecht wirklich jeden Kunden auf Wertgarantie an.“
Führungskräfteentwicklung und KI-gestützte Schulungen
Auch die Qualifizierung von Mitarbeitenden und Führungskräften bleibt ein zentrales Thema. Mit „WERT-Management 2.0“ erweitert Wertgarantie sein Schulungsprogramm um KI-gestützte Trainingsmodule und Avatar-basierte Gesprächssimulationen.
Christian Gischow, Abteilungsleiter Vertriebsservices, formulierte die Herausforderung provokant: „Machen deine Mitarbeitenden schon das, was du von ihnen willst? Denn gesunde Führung ist nachweislich ein Erfolgsfaktor für unternehmerischen Erfolg.“
Die Initiative spiegelt einen generellen Trend in der Branche wider: Händler investieren verstärkt in Mitarbeiterentwicklung und Servicekompetenz, um sich vom reinen Produktverkauf hin zum Beziehungs- und Lösungsanbieter zu entwickeln.
„Mieten statt kaufen“ gewinnt weiter an Dynamik
Besonders aufmerksam verfolgt die Branche weiterhin das Modell „Mieten statt kaufen“. Während das Konzept in Österreich bereits zunehmend etabliert ist, verzeichnet Wertgarantie auch in Deutschland positive Ergebnisse aus der laufenden Pilotphase.
Mehr als drei Viertel der Teilnehmer sprachen sich laut Wertgarantie dafür aus, das Mietmodell weiter auszubauen. Für den Elektrofachhandel eröffnet sich damit eine zusätzliche Möglichkeit, Kunden langfristig zu binden und neue Umsatzmodelle zu erschließen – insbesondere bei höherpreisigen Hausgeräten und Unterhaltungselektronik.
Netzwerken bleibt wichtiger Erfolgsfaktor

Neben den fachlichen Inhalten setzte Wertgarantie erneut auf ein umfangreiches Rahmenprogramm mit starkem Networking-Charakter. Gerade dieser persönliche Austausch bleibt für viele Fachhändler ein wesentlicher Mehrwert der Veranstaltung.
Ronny Jordan, Geschäftsführer der expert Riedel + Neumann GmbH, fasste die Stimmung vor Ort zusammen: „Besonders der Austausch unter den Kollegen brachte wieder viele neue Ideen und auch wir haben noch viel Neues gelernt.“
Mit Blick auf die Elektrohausgerätebranche zeigt der 365er Profi-Treff damit einmal mehr, wie wichtig praxisnaher Erfahrungsaustausch, Serviceinnovationen und neue Geschäftsmodelle für die Zukunft des Fachhandels geworden sind.
