KI treibt den Bedarf an Fachkräften: Besonders stark wächst die Nachfrage in der Robotik-Technik (+127 %), gefolgt von HLK-Technik (+51 %) und Elektrik (+19 %) zwischen 2022 und 2026. Quelle: Randstad Deutschland.
Vor allem Berufe rund um den Ausbau der digitalen Infrastruktur profitieren demnach vom KI-Boom. Weltweit stieg die Zahl offener Stellen für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechniker (HLK) seit Ende 2022 um 67 Prozent. In Deutschland fiel das Wachstum mit 51 Prozent zwar etwas moderater aus, bleibt jedoch auf hohem Niveau. Besonders stark entwickelte sich hierzulande die Nachfrage nach Robotik-Technikern: Während diese weltweit um 107 Prozent zunahm, verzeichnet Deutschland einen Anstieg von 127 Prozent. Auch Elektriker bleiben gefragt – mit einem Stellenplus von 19 Prozent in Deutschland.
Darüber hinaus legten traditionelle Handwerksberufe weltweit um 27 Prozent zu und entwickelten sich damit deutlich dynamischer als klassische Bürojobs. „Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Anwendungen und digitalen Systemen steigt auch die Nachfrage nach Fachkräften, die die physischen Grundlagen für diese Systeme schaffen – oder industrielle Prozesse durch Robotik neu gestalten“, betont Henri Viswat, CEO bei Randstad Deutschland.
Nach Einschätzung von Randstad verändert KI zunehmend auch Berufsbilder, die bislang nur wenige Berührungspunkte mit digitalen Technologien hatten. So gewinnen beim Bau und Betrieb von Rechenzentren zusätzliche Spezialisierungen und digitale Kompetenzen an Bedeutung – etwa bei Elektrikern und Mechatronikern.
„Das klassische Bild des Elektrikers, der nur Kabel verlegt und Geräte anschließt, ist nicht mehr zeitgemäß. Das Verständnis komplexer digitaler Systeme wird in diesen Berufen immer wichtiger – und der theoretische Teil der Ausbildung nimmt zwangsläufig zu. Hierdurch entstehen auch neue Berufsfelder, die Theorie mit Praxis optimal verbinden und mehr angehende Fachkräfte anlocken könnten. Die Besetzung dieser Stellen ist für das langfristige Wachstum von Volkswirtschaften im digitalen Zeitalter entscheidend“, fügt Henri Viswat hinzu.
Trotz eines leichten Rückgangs der Stellenangebote für technische und handwerkliche Berufe in Deutschland um 3,5 Prozent seit 2022 entwickelte sich dieser Bereich deutlich stabiler als der Markt für Büroberufe, der im selben Zeitraum um 19 Prozent schrumpfte.
„Da die digitale Revolution eine physische Infrastruktur voraussetzt, genießen Facharbeiter:innen eine deutlich höhere Stabilität auf dem Arbeitsmarkt als ihre Kolleg:innen im Büro”, so Henri Viswat. „Um dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen, sollten Wirtschaft und Politik ein stärkeres Augenmerk auf Berufe mit Fachausbildung richten und angehende Fachkräfte vom Wert dieser Berufe überzeugen.“
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