Eine pünktliche und vollständige Belieferung bleibt somit auch für den Elektro-Fachhandel die Voraussetzung, um leere Regale zu vermeiden und die Lieferfähigkeit gegenüber dem Endkunden zu garantieren.
Eine Erhebung von Emarketer prognostiziert, dass die Umsätze im Omnichannel-Einzelhandel bis zum Jahr 2030 auf 753 Milliarden US-Dollar anwachsen werden. Vor diesem Hintergrund erweitern viele Marken ihre Vertriebskanäle über das direkte Endkundengeschäft (Direct-to-Consumer, DTC) hinaus in Richtung Handelsdistribution.
Unter B2B werden in diesem Kontext die operativen Fähigkeiten verstanden, die ein Hersteller benötigt, um Waren über den eigenen DTC-Kanal hinaus an andere Händler oder Distributoren zu verkaufen. Laut einer Branchenumfrage bauen 67 Prozent der befragten Marken ihre B2B-Kapazitäten aus, um neue Handels- und Großhandelskanäle zu erschließen. Zudem nutzen 56 Prozent der Marken marktplatzabgewickelte Kanäle.
Bei Marken, die ihre Vertriebswege erweitert haben, bilden B2B-Kanäle eine wesentliche Einnahmequelle: Bei 80 Prozent der befragten Unternehmen stammen zwischen 25 und 75 Prozent des Gesamtsatzes aus B2B-Kanälen. Zudem gaben 53 Prozent der Marken an, dass der Aufbau einer Präsenz auf Marktplätzen für sie die oberste Priorität in den kommenden zwei Jahren darstellt.
Die Befragung von Konsumenten im Jahr 2026 verdeutlicht unterschiedliche Präferenzen je nach Altersgruppe:
Gleichzeitig zeigt sich ein Einfluss auf die Markenwahrnehmung: 39 Prozent der Konsumenten vertrauen Marken mehr, wenn diese über verschiedene Kanäle wie Marktplätze und Händler-Websites verfügbar sind. Bei der Gen Z liegt dieser Wert bei 56 Prozent, bei den Millennials bei 40 Prozent.
Für den stationären Elektrogerätehandel bedeutet dies, dass Verkaufsflächen weiterhin ein zentraler Ort für die Erstberührung mit Produkten und Marken darstellen. Zudem bestätigt die stärkere Markenwahrnehmung bei Multi-Channel-Präsenz, dass reine Online- oder reine Offline-Strategien isoliert weniger Vertrauen schaffen als eine saubere Verzahnung der Kanäle.
Bei der Umsetzung von Omnichannel-Strategien stehen Unternehmen vor spezifischen operativen Hürden:
Inkonsistente Bestände und häufige Fehlbestände (Stockouts) führen zu Frustration bei Kunden. Im Elektrogerätehandel führt ein nicht lieferbares Gerät im Laden oder ein falsch angezeigter Online-Bestand direkt zum Kaufabbruch oder Wechsel zur Konkurrenz.
Zur Bewertung der B2B-Effizienz setzen Marken auf spezifische Leistungsindikatoren (KPIs). 42 Prozent der Befragten nennen die Quote der pünktlichen und vollständigen Lieferungen (On-Time, In-Full / OTIF) als wichtigsten KPI. An zweiter Stelle stehen der Prozentsatz und der Betrag von Rückbelastungen (Chargebacks) mit 28 Prozent, gefolgt von der Bestandsgenauigkeit mit 25 Prozent.
Shauna Bowen, EVP bei Radial, kommentierte die Entwicklungen wie folgt:
“Over two thirds of brands want to expand their retail, wholesale, and marketplace capabilities, capture customer demand, and open up new paths for growth. These brands will need the right blend of technology and operational know-how to be present on the right channels for their customers while successfully protecting their bottom line. That’s where a trusted partner can really accelerate the process.”
Die Priorisierung einer pünktlichen und vollständigen Belieferung lässt sich direkt auf den stationären Elektrohandel übertragen, da Lieferverzögerungen bei Groß- oder Kleingeräten zu leeren Regalen und Verkaufsverlusten führen.
Die ganze Studie gibt es hier.
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