Die Geschäftsführung der Miele Gruppe. Dr. Markus Miele, Dr. Axel Kniehl, Rebecca Steinhage, Dr. Reinhard Zinkann, Dr. Stefan Breit und Stefan Koss (v. l.).
In einem von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Jahr konnte Miele seine Marktposition stabilisieren und leicht ausbauen. „Das Jahr 2025 war von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Dennoch konnten wir unsere Marktposition behaupten und zugleich Zukunftsthemen gezielt vorantreiben“, sagte Dr. Reinhard Zinkann, Geschäftsführender Gesellschafter bei Miele.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit professionellen Anwendungen. Die Business Unit Professional trägt inzwischen mehr als eine Mrd. Euro zum Umsatz bei und brachte 2025 unter anderem neue Lösungen für Medizin-, Labor- und Wäschereitechnik auf den Markt. Auch im Hausgerätebereich setzte das Unternehmen vor allem im Küchensegment Impulse – etwa mit einer modularen Outdoor-Küche, einer neuen Dampfgarschublade sowie dem vernetzten Kochsystem „M Sense“, das auf der IFA 2025 vorgestellt wurde.
Parallel treibt Miele seine langfristige Wachstumsstrategie voran. „Wir investieren konsequent in die Welt, auch wenn sie unruhig ist“, erklärte Zinkann. Bis 2028 will das Unternehmen rund 60 Prozent seines Produktportfolios erneuern und damit den Premiumanspruch weiter stärken.
In den Jahren 2024 und 2025 investierte Miele weltweit 468 Mio. Euro, davon rund 300 Mio. Euro in Deutschland. Das Ziel, bis 2028 insgesamt 500 Mio. Euro in den Standort Deutschland zu investieren, bleibt bestehen. Die Mittel fließen unter anderem in die Modernisierung von Werken, Entwicklungs- und Schulungszentren sowie in internationale Experience Center.
Ein wichtiger Baustein der Transformation war das Miele Performance Program, das Ende 2025 abgeschlossen wurde. Es zielte darauf ab, Kostenstrukturen zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Das Einsparziel von 500 Mio.Euro wurde erreicht.
„Miele kann Wandel. Das haben wir in unserer Geschichte mehrfach bewiesen“, sagte Rebecca Steinhage, Geschäftsführerin Human Resources & Corporate Affairs. „Mit dem Performance Program haben wir unsere Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und das Unternehmen zukunftsfest aufgestellt.“
Strategisch setzt der Hausgerätehersteller künftig stärker auf Digitalisierung, vernetzte Geräte und Künstliche Intelligenz. Anwendungen wie „Smart Food ID“ oder „AI Diagnostics“ sollen Kunden zusätzlichen Komfort bieten und etwa vorausschauende Wartung ermöglichen.
„Das besondere Vertrauensverhältnis, das viele Kunden mit Miele verbinden, ist für uns der Maßstab bei Entwicklung und Einsatz von KI-Lösungen in unseren Produkten“, erklärte Dr. Markus Miele, Geschäftsführender Gesellschafter.
Zugleich betont das Unternehmen weiterhin seinen Qualitätsanspruch: Seit 2025 gewährt Miele auf die Motoren von Waschmaschinen, Trocknern und Waschtrocknern 25 Jahre Garantie. „Wir geben Garantien in einer Zeit ohne Garantien“, so Markus Miele.
Die Zahlen unterstreichen die derzeit verhaltene Marktdynamik in der Hausgerätebranche. Nach den Boomjahren während der Pandemie bewegt sich der Markt vielerorts auf einem niedrigeren Niveau. In diesem Umfeld gelingt Miele als Premiumanbieter zumindest ein moderates Wachstum – vor allem dank Küchenlösungen, Innovationen im Einbaugerätebereich und dem wachsenden Professional-Segment.
Für den Elektrofachhandel und Küchenfachhandel ist dabei insbesondere die strategische Ausrichtung relevant: Miele setzt weiter auf hochwertige Einbaugeräte, vernetzte Küchensysteme und KI-gestützte Funktionen, die Differenzierung im Premiumsegment ermöglichen sollen. Gleichzeitig zeigt der Ausbau des Professional-Geschäfts, dass Hersteller zunehmend zusätzliche Wachstumsfelder außerhalb des klassischen Hausgerätegeschäfts erschließen.
Für 2026 bleibt das Umfeld volatil. Geopolitische Unsicherheiten, Kostenentwicklungen und Lieferketten bleiben Risikofaktoren. Dennoch blickt Miele vorsichtig nach vorn: „Wir blicken auf das Jahr 2026 verhalten optimistisch und rechnen mit einer moderat positiven Umsatzentwicklung, allerdings weiterhin unter hohem Wettbewerbsdruck“, sagte Markus Miele.
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