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Mehr Lebensgenuss: Alles Gute, Heinz Götz!

„Der Acker ist bestellt, die Wintersaat ist raus, die Weichen für Wachstum gestellt. Jetzt kann eine junge Mannschaft mit innerer Ruhe und Engagement weitermachen.“ Die infoboard-Rubrik der Personalien ist vom Kommen und Gehen geprägt, manchmal ein wenig wie der Bundesliga-Transfermarkt.

Da lassen Sätze wie die vom bestellten Acker aufhorchen, sorgen für ein wenig Innehalten in rastlosen, digitalen Zeiten, wo das „heute hier und morgen da“ ein Gesetz der Serie ist. Verlässt einer dann eine Schlüsselposition in einem bekannten Unternehmen, taucht er meistens nebenan beim Mitbewerber rasch wieder auf. Heinz Götz ist ein Urgestein der Elektrokleingeräte. Das „heute hier und morgen da“, war nie sein Ding. Zwei Unternehmen haben ihn geprägt, zwei Unternehmen, denen er über viele Jahre die Treuer hielt: Cloer und Graef.

Jetzt hat Heinz Götz seinen Schreibtisch bei Graef in Arnsberg geräumt. Eine kleine Zeitenwende ist es schon, wenn der bisherige Vertriebsleiter des Geschäftsfelds Haushalt wenige Wochen vor seinem 64. Geburtstag Graef aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Dezember offiziell verlässt, um mehr Zeit für sich und seine Familie sowie die Reisen im Wohnmobil durch Europa zu haben.

Fischkopp im Sauerland

Eigentlich konnte Götz, der ursprünglich ein Faible für Physik und Mathematik hatte, nur in der weißen Ware landen, war seine Mutter doch in Bremen, dort hatte die Familie ihren Heimathafen, Abteilungsleiterin für weiße Ware in einem Kaufhaus. Es war Günther Cloer, der Götz, damals Fachberater für Installationsmaterial, Anfang der 1980er Jahre von Ostfriesland ins Sauerland locken konnte.

„Ein Fischkopp im Sauerland, das war eine Umstellung“, erinnert sich Götz im Gespräch mit infoboard.de: „Gilt in Ostfriesland eine Kneipe mit zehn Tischen bei zehn Gästen als voll besetzt, ist es im Sauerland genau anders herum.“ Und auch das war neu: „Wir Nordeutschen sagen uns die Dinge auf den Kopf ohne Umschweife zu, je weiter man nach Süden kommt, um so mehr werden die Dinge umschrieben und verklausuliert.“

Nun, Götz, der 1983 bei Cloer als Verkaufsleiter einstieg, schon ein Jahr später Vertriebsleiter wurde und 1998 die Geschäftsführung übernahm, hat zwar längst die Prokura für das Sauerland bekommen und ist dort zu Hause – die direkte norddeutsche Art hat er sich glücklicherweise nie nehmen lassen.

Wie Brüder…

Denkt Götz an seine Zeiten bei Cloer zurück, ist viel von der damaligen Aufbruchstimmung zwischen den Zeilen zu hören. Mit Cloer habe er sehr viel erlebt und bewegt, den Umsatz des Unternehmens gewaltig gesteigert. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Günther Cloer hat ihn geprägt: „Wir haben uns fast wie Brüder empfunden.“ Namen, die im Gespräch ebenso oft fallen, sind die von Rolf Diehl, dem Jura Geschäftsführer in Deutschland, mit dem er zusammen die allererste HEPT aus der Taufe hob, Heinz-Werner Ochs (zunächst als Melitta-Mann, später als Vorsitzender von Pro Business), Raimund Tillack (der frühere Braun-Geschäftsführer hat das Unternehmen erst zu dem gemacht, was es heute ist) sowie Karl Lohr (früherer Geschäftsführer Ritterwerk) und schließlich Hermann Graef, den er durch den Reitsport der Töchter kennengelernt hatte.

Raus aus dem Massenmarkt

„Raus aus dem Massenmarkt“ war sein Fazit nach ungezählten Reisen nach Fernost für Cloer. Bei Hermann Graef, den Götz seit zwei Jahrzehnten kennt, fand er 2009 das passende Betätigungsfeld als Vertriebsleiter für Consumer Products. In acht Jahren erfolgreicher und prägender Zusammenarbeit – und mit einem wirklich bemerkenswerten Engagement – hat Heinz Götz in den vergangenen Jahren maßgeblich die Neuaufstellung des Geschäftsfeldes Haushalt bei Graef vorangetrieben, zuletzt mit der Fokussierung auf das Thema Kaffee, insbesondere Siebträger. „Anfangs haben wir die Komplexität des Themas Kaffee unterschätzt. Und diese Komplexität kann man ja mit Siebträgern noch einmal steigern“, erinnerst sich Götz. Heute signalisiere der Markt: „Wir haben die Lektion gelernt und alles richtig gemacht.“

Die Faszination der Elektrokleingeräte wird für Heinz Götz auch im Ruhestand ungebrochen bleiben: „Schauen Sie sich Geräte wie den Thermomix oder den Siebträger für zu Hause an – wer hätte das vor einigen Jahren für möglich gehalten. Unsere Branche, insbesondere die Elektrokleingeräte, erhöhen den Lebensgenuss.“ Da schwingt dann bei Götz durchaus auch Wehmut mit. Zum 1. Januar 2017 wird dann Johanna Graef – Mitglied der 4. Generation des 1920 gegründeten Familienunternehmens aus dem Sauerland – die Vertriebsleitung im Geschäftsfeld Haushalt übernehmen.

Matthias M. Machan

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