Marktforschung

Konsumklima zum Jahreswechsel 2025/2026: Deutlicher Rückgang der Verbraucherstimmung

Die aktuelle Analyse des GfK Konsumklimas powered by NIM zeigt zum Jahresende 2025 eine spürbare Eintrübung der Verbraucherstimmung in Deutschland. Die Kombination aus stagnierenden Konjunkturerwartungen, sinkenden Einkommenserwartungen und rückläufiger Anschaffungsneigung führt zu einem deutlichen Rückgang des Konsumklima-Indikators um 3,5 Punkte auf -26,9. Dies markiert den niedrigsten Stand seit April 2024 und weist auf einen schwachen Start in das Konsumjahr 2026 hin.

Sparneigung auf höchstem Niveau seit 2008

Ein zentraler Einflussfaktor für den Rückgang des Konsumklimas ist die stark gestiegene Sparneigung. Der entsprechende Indikator legte um fünf Punkte auf 18,7 zu und erreichte damit den höchsten Wert seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Juni 2008. Laut Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), ist dies auf eine zunehmende Verunsicherung durch Inflationsängste sowie kontroverse Diskussionen über die Zukunft der Rentenversicherung zurückzuführen. Er betont: „Dies sind keine positiven Nachrichten für den Endspurt im diesjährigen Weihnachtsgeschäft und ist zugleich auch als Fehlstart der Konsumstimmung in das Jahr 2026 zu sehen“.

Die Übersicht zeigt die Entwicklung zentraler Indikatoren des Konsumklimas. Im Januar 2026 fällt der Gesamtwert auf -26,9 Punkte. Quelle: GfK Konsumklima powered by NIM, kofinanziert durch EU-Kommission

Rückläufige Einkommenserwartungen

Auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher verschlechtern sich weiter. Der entsprechende Indikator sinkt zum dritten Mal in Folge und fällt um 6,8 Punkte auf -6,9. Damit liegt er deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Entwicklung wird unter anderem durch erneut gestiegene Inflationsängste beeinflusst. Laut Analyse sind Einkommensindikatoren besonders stark mit real verfügbaren Einkommen verknüpft – und somit mit der subjektiv wahrgenommenen Kaufkraft der Haushalte.

Leichte Verluste bei der Anschaffungsneigung

Im Sog der sinkenden Einkommenserwartungen verliert auch die Anschaffungsneigung an Dynamik. Der Indikator fällt um 1,5 Punkte auf -7,5. Die Jahresbilanz 2025 für diesen Indikator ist ebenfalls negativ: Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Rückgang um mehr als zwei Punkte. Die Anschaffungsneigung als Stimmungsindikator fragt nach der generellen Bereitschaft zu größeren Ausgaben. Neben einer positiven Einstellung müssen jedoch auch finanzielle Mittel und ein konkreter Bedarf vorhanden sein.

Konjunkturerwartungen stabilisieren sich leicht

Entgegen dem rückläufigen Trend der übrigen Teilindikatoren zeigt sich die Konjunkturerwartung im Dezember 2025 leicht verbessert. Sie steigt um 2,3 Punkte auf 1,2 und signalisiert damit eine gewisse Zuversicht. Auch im Jahresvergleich ergibt sich ein leicht positiver Saldo von 0,9 Punkten. Damit gehen die Verbraucher lediglich von einer moderaten wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2026 aus. Diese Einschätzung deckt sich mit Prognosen von Wirtschaftsexperten, die ein Wachstum von etwa einem Prozent erwarten.

Methodik der Studie

Die Datenerhebung für die Analyse erfolgte vom 4. bis 15. Dezember 2025 im Rahmen von rund 2.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Kommission. Das Konsumklima umfasst alle privaten Konsumausgaben, wobei der Einzelhandel nur etwa 30 Prozent ausmacht. Der Konsumklima-Index dient als Frühindikator für die Entwicklung des privaten Konsums in Deutschland.

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