Die Grafik zeigt die Entwicklung des Konsumklimaindikators im Verlauf der letzten Jahre.
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher legen nach der deutlichen Aufhellung im Vormonat nur leicht zu. Der entsprechende Indikator steigt um 0,8 Punkte auf -12,2 Punkte. Damit beurteilen Konsumenten ihre künftige finanzielle Lage weiterhin weniger optimistisch als vor Beginn des Iran-Krieges.
„Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich derzeit niedrigem Niveau“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nim. „Die Einkommensaussichten erholen sich nur wenig. Die Anschaffungsneigung verharrt im pessimistischen Bereich und auch die Sparneigung geht nicht zurück. Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab, auch wenn die Friedensverhandlungen und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen.“
Die Anschaffungsneigung verringert sich im Vergleich zum Vormonat minimal um 0,2 Punkte. Der Indikator liegt damit bei -13,4 Punkten. Aus Sicht der Verbraucher bleibt der Zeitpunkt für größere Anschaffungen somit weiterhin eher ungünstig.
Für konsumnahe Branchen deutet dieser Wert darauf hin, dass größere Kaufentscheidungen weiterhin zurückhaltend getroffen werden. Eine spürbare Belebung der Nachfrage lässt sich aus dem aktuellen Indikator noch nicht ableiten.
Die Sparneigung bleibt unverändert. Der Indikator liegt wie im Juni 2025 und im Vormonat bei 13,9 Punkten. Der seit Jahresbeginn beobachtbare leichte Rückgang der Sparneigung ist damit zunächst zum Stillstand gekommen.
Im langfristigen Vergleich befindet sich der aktuelle Wert weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Dies spricht dafür, dass viele Verbraucher angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage weiterhin eine vorsichtige Finanzplanung bevorzugen.
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher hellen sich im Juni erneut auf. Der Indikator steigt um 2,5 Punkte auf -8,7 Punkte. Zwar rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten, der Pessimismus scheint jedoch nachzulassen.
Auch bei den Preiserwartungen zeigt sich eine positive Entwicklung. Sie gehen im Juni zum zweiten Mal in Folge zurück. Der Indikator sinkt gegenüber dem Vormonat um 2,5 Punkte auf -2,9 Punkte. Die Mehrheit der Verbraucher blickt damit weniger pessimistisch auf die Preisentwicklung der kommenden zwölf Monate. Der Rückgang dürfte noch auf den Tankrabatt zurückzuführen sein, der zum Monatsende ausläuft.
Die Entwicklung der Konjunktur- und Preiserwartungen dürfte vor allem die jüngsten Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran widerspiegeln. Gestiegene Erwartungen an eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten haben zu einer Beruhigung an den internationalen Energiemärkten beigetragen.
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