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„Händler helfen Händlern“: Forderung für pragmatische, finanzielle Hilfen

Die Pro-Bono-Initiative „Händler helfen Händlern“ erhöht den Druck auf die Wirtschaftspolitik. In Zusammenarbeit mit den großen deutschen Handelsverbänden HDE, bevh, dem Bundeswirtschaftssenat des BVMW, IFH Köln und dem Kompetenzzentrum Handel hat die Initiative gestern (25. März) Forderungen an die Bundesregierung für pragmatische, finanzielle Mittel für die vom „Lockdown“ betroffenen Unternehmen im Handel gefordert.

Auf Einladung von Marcus Diekmann, Mitinitiator von „Händler helfen Händlern“ und CEO von Rose Bikes, hatten sich die führenden Köpfe der Handelsverbände, Stephan Tromp (HDE), Martin Groß-Albenhausen (bevh), Boris Hedde (IFH), Frank Rehme (Kompetenzzentrum Handel) und Günter Hübner (Bundeswirtschaftssenat des BVMW) in einer Sondersitzung per Videokonferenz auf eine klare Forderung für die Hilfskredite und Fördermittel an den Staat und die Politik in der Corona-Krise verständigt.

Marcus Diekmann, Mitinitiator von „Händler helfen Händlern“ (links oben) stellt gemeinsam mit den Vertretern deutscher Handelsverbände Stephan Tromp (HDE), Martin Groß-Albenhausen (bevh), Boris Hedde (IFH), Frank Rehme (Kompetenzzentrum Handel) und Günter Hübner (Bundeswirtschaftssenat des BVMW) Forderungen an die Bundesregierung für pragmatische, finanzielle Hilfen (von links nach rechts). Foto: Händler helfen Händlern

Maßnahmen gehen nicht weit genug ^

Die beteiligten Vertreter der Handelsverbände begrüßen die Entscheidung der Bundesregierung, kurzfristig ein Budget von 150 Mrd. EUR als Hilfsmaßnahme zur Verfügung zu stellen. Sie stellen in einer gemeinsamen Erklärung dar, dass die aktuell vorgestellten Maßnahmen indes nicht weit genug gehen und häufig an noch nicht ausreichend geklärten bürokratischen Hürden, wie zum Beispiel Ratingverfahren und fehlenden inhaltlichen Rahmenbedingungen der Hilfsprogramme scheitern.

Die Vertreter der Handelsverbände setzen sich gemeinsam dafür ein, dass die finanziellen Hilfen jetzt zielführend und pragmatisch den betroffenen Unternehmen zugeführt werden, die die Existenz mittelfristig sicherstellt. Ziel der Soforthilfen müsse es sein, die Liquidität kurzfristig zu sichern und Zeit zu gewinnen, an der weiteren Ausrichtung und Strategie zu arbeiten. Die Unternehmen müssten die Chance bekommen, den Verlauf der Krise und die Auswirkung auf ihr Unternehmen nicht nur theoretisch, sondern auch faktisch einzuschätzen und Erkenntnisse daraus gewinnen, wie damit in Zukunft umzugehen ist.

Forderungen an die Soforthilfen ^

„Händler helfen Händlern“ stellt gemeinsam mit den Handelsverbänden folgende Forderungen an die Bundesregierung und die Wirtschaftspolitik:

  • Die Hilfsprogramme müssen für alle kleinen und mittelständischen Handelsunternehmen gelten.
  • Auf den Nachweis der positiven Fortführungsprognose wird verzichtet.
  • Es wird Unterstützung in Form von Betriebsmittelkrediten gewährt. Berechnungsgrundlage über die Höhe der Kredite sind die Ausgaben für Betriebsmittel, die in den letzten sechs Monaten aufgewendet wurden (Mieten, Personal, Werbekosten, IT, etc.) sowie die offenen Posten aus dem Wareneinkauf (Lieferungen und Leistungen). Als Nachweis dient pragmatisch der BWA und die Summen und Saldenliste.
  • Das Betriebsmitteldarlehen wird drei Jahre tilgungsfrei gewährt, damit die Unternehmen nach der Krise die Chance haben, Liquidität aufzubauen, wieder Gewinne zu erwirtschaften und kapitaldienstfähig zu bleiben.
  • Das Betriebsmitteldarlehen wird zu einem effektiven Zinssatz von Null Prozent und ohne weitere Gebühren oder Aufschläge – auch nicht seitens der begleitenden Hausbanken – gewährt.
  • Die Rückführung der Kredite ist variabel. Die Unternehmen dürfen selbst entscheiden, wann und in welcher Höhe sie zurückführen. Endfälligkeit ist nach fünf bis sieben Jahren.
  • Die 90-prozentige Haftungsfreistellung gilt nicht nur für Banken, sondern auch für Unternehmen.

Unbürokratische Fördergelder ^

„Der Handel benötigt unbürokratischer Fördergelder und Hilfen, die nicht schon am Antragswesen scheitern oder bei den Betroffenen gar nicht ankommen“, fordert Marcus Diekmann und führt weiter aus: „Außerdem müssen wir sicherstellen, dass die Tilgung der finanziellen Mittel seitens der Händler erst mittelfristig erfolgen müssen. Wir müssen eine Chance bekommen, den Handel nach der Krise wiederaufzubauen. Die Einbußen, die durch den Lockdown im Handel entstehen, sind unmöglich in zwölf Monaten wieder aufzuholen.“


Mehr Informationen: www.haendler-helfen-haendlern.com
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