Marktforschung

Galaxus: 3D-Druck wird massentauglich und gewinnt neue Zielgruppen

Der 3D-Druck entwickelt sich zunehmend vom Nischenthema zur Alltagstechnologie. Nach Angaben des Onlinehändlers Galaxus stiegen die Verkäufe von 3D-Druckern in den ersten vier Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 59 Prozent. Gleichzeitig legten die Verkäufe von Filamenten um 84 Prozent und von Zubehör um 58 Prozent zu.

Die Nachfrage nach 3D-Druck-Produkten wächst weiter stark. Besonders Filament (+84 %) und 3D-Drucker (+59 %) verzeichnen 2026 deutliche Zuwächse gegenüber dem Vorjahr. Quelle: Galaxus.

Plug-and-Play senkt die Einstiegshürden

Als wesentlicher Wachstumstreiber gilt die deutlich vereinfachte Bedienung moderner Geräte. Während frühere Modelle häufig umfangreiche Montage- und Kalibrierungsarbeiten erforderten, sind aktuelle Drucker vielfach sofort einsatzbereit. Diese Plug-and-Play-Konzepte erschließen neue Käufergruppen und senken die Einstiegshürden erheblich.

Für die Hausgerätebranche gewinnt der Trend insbesondere durch die Möglichkeit an Bedeutung, Ersatzteile für Kaffeemaschinen, Küchen- und Haushaltsgeräte selbst herzustellen. Kostenlose Online-Plattformen stellen inzwischen Millionen von Druckvorlagen bereit. Zusätzlich erleichtern KI-gestützte Anwendungen die Erstellung eigener 3D-Modelle.

Ersatzteile und Reparaturen als Treiber

Bambu Lab hat den langjährigen Marktführer Creality überholt und ist 2026 die mit Abstand stärkste Marke im 3D-Drucker-Segment bei Galaxus. Quelle: Galaxus.

Auch die Marktstruktur verändert sich: Der chinesische Hersteller Bambu Lab hat den langjährigen Marktführer Creality überholt und erreicht inzwischen nahezu 50 Prozent Marktanteil bei Galaxus. Gleichzeitig gewinnen spezialisierte Anbieter von Einsteigergeräten an Bedeutung.

Während die Preise für Filamente seit 2020 um rund ein Drittel gesunken sind, investieren Verbraucher wieder häufiger in leistungsfähigere Druckermodelle. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines 3D-Druckers stieg 2026 auf 490 Franken, nachdem er zwischenzeitlich deutlich niedriger lag.

Der Frauenanteil unter den Käufern von 3D-Druckern hat sich seit 2020 nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei 23 Prozent. Quelle: Galaxus.

Die Nutzerbasis wird zudem breiter: Der Frauenanteil unter den Käufern hat sich seit 2020 nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei 23 Prozent. Besonders gefragt sind 3D-Drucker bei den Altersgruppen zwischen 35 und 54 Jahren.

Die Entwicklung zeigt, dass 3D-Druck zunehmend als praktische Lösung für Reparaturen, Individualisierungen und die Herstellung von Ersatzteilen wahrgenommen wird – ein Trend, der auch für den After-Sales-Bereich der Elektrohausgerätebranche neue Perspektiven eröffnet.

Rita Breer

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