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Expert: Mit „Strategie 2030+“ durch anspruchsvolle Marktphasen

Mit der Frühjahrstagung 2026 im Rahmen der KOOP-Messe in Hannover hat expert die strategische Marschroute bis zum Ende des Jahrzehnts geschärft. Erstmals fand das etablierte Format in Hannover statt – ein bewusst gesetztes Signal für die Weiterentwicklung der Messepartnerschaft

Rund 1.200 Teilnehmer sowie mehr als 80 Prozent der Gesellschafterbetriebe nutzten die Veranstaltung zum Austausch über Markttrends, operative Schwerpunkte und die langfristige Ausrichtung der Verbundgruppe

Im Zentrum stand die „expert-Strategie 2030+“, mit der die Kooperation auf ein Marktumfeld reagiert, das von Konsumzurückhaltung, zunehmender Marktkonzentration, wachsendem Online-Preisdruck und neuen Wettbewerbern – insbesondere aus Asien – geprägt sei.

Die expert-Area von oben. Foto: expert

Mehrwert als Leitmotiv in herausfordernden Zeiten

Zum Auftakt der Tagung ordnete Dr. Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender expert, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein: „Die aktuellen Marktbedingungen fordern uns in besonderem Maße. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir als Kooperation eng zusammenstehen und unsere Ressourcen gezielt einsetzen. Unser Anspruch ist es, nachhaltig Mehrwert für unsere Kunden und unsere Partner zu schaffen“

Dieser Anspruch sei programmatisch im strategischen Leitbild verankert: Ertrag, Marktrelevanz, Wachstum, Digitalisierung sowie die konsequente Ausrichtung auf stationäre und digitale Vertriebskanäle bilden das Fundament, getragen von qualifizierten Mitarbeitern.

Müller betont dabei die Verbindlichkeit der Umsetzung: „Nur wenn wir diese Schwerpunkte exakt umsetzen, können wir unseren Gesellschaftern eine verlässliche Perspektive geben und gemeinsam wettbewerbsfähig bleiben“ Gerade für die Elektrohausgerätebranche mit ihren beratungsintensiven Produkten und steigenden Serviceanforderungen ist diese strategische Klarheit von zentraler Bedeutung.

Christoph Komor und infoboard-Chefredakteurin Rita Breer mit dem expert-Testimonial und Fußballlegende Rudi Völler, der im Jahr der Fußball-WM für mehr Frequenz in den Anschlusshäusern sorgen soll. Foto: expert

Vier Handlungsfelder bis 2030

Konkret definiert die expert-Strategie vier zentrale Handlungsfelder: die Weiterentwicklung der Online-Aktivitäten als Ergänzung des stationären Geschäfts, die gezielte Förderung und Qualifizierung der Fachberater, interne Effizienz- und Veränderungsprozesse sowie die strategische Fokussierung auf starke Partnerschaften

Damit reagiert die Verbundgruppe auf eine Marktsituation, die unter anderem durch „hohen Preisdruck durch Online Pure-Player“, „Amazon als Maßstab für Convenience“ und eine zunehmende Konzentration im Markt gekennzeichnet ist. Die strategische Stoßrichtung ist klar: Relevanz bei Industriepartnern erhöhen, Effizienz steigern und gleichzeitig die Beratungskompetenz am POS ausbauen.

Partnerschaft und Sortimentsstrategie als Wettbewerbshebel

Holger Pöppe, Vertriebsvorstand expert, unterstrich die zunehmende Dynamik auf Lieferantenseite: „Die Marktlandschaft verändert sich rasant. Neue Marken – insbesondere aus China – kommen hinzu und erhöhen den Wettbewerbsdruck. Deshalb investieren wir in unsere Zusammenarbeit mit der Industrie, gestalten attraktive Bedingungen und sorgen so dafür, dass unsere Gesellschafterbetriebe direkt von stabilen, planbaren Rahmenbedingungen profitieren.“

Zentral sei dabei eine klar definierte Sortimentsstrategie: „Die Konzentration auf verlässliche Partner – die richtigen Produkte zum passenden Preis – schafft die Grundlage, um die Standorte langfristig zukunftssicher, wachstumsorientiert und wettbewerbsstark zu entwickeln.“

Für die Sortimentspolitik bedeutet das: Frequenz-Bringer zur Sicherung der Markt- und Online-Relevanz sowie ein Fachhandels-Sortiment als Margenbasis.

„Kunden zu Fans machen“: Beratung als Differenzierungsmerkmal

Ein zentrales Element der Strategie bleibt die Qualifizierung der Mitarbeiter. Pöppe bringt es auf den Punkt: „Kompetente Fachberatung bleibt unser entscheidender Wettbewerbsvorteil“. Deshalb wird die Schulungsoffensive 2026 fortgesetzt, unter anderem mit Schwerpunkt auf Weiße Ware – Einbau-Großgeräte und Kleingeräte – sowie weiteren beratungsintensiven Warengruppen.

Parallel zeigt der interne Wettbewerb „experten Performance Cup“ messbare Fortschritte entlang der Customer Journey: Steigerungen beim Cross-Selling von Garantieverlängerungen (+55 %) und Zubehör (+30 %) sowie eine Verbesserung der Google-Bewertungen um 0,2 Sterne.

Christoph Komor, Vorstand Einzelhandel, bewertet dies so: „Wir machen Engagement und unternehmerischen Erfolg sichtbar. Der Austausch über erfolgreiche Konzepte motiviert und stärkt die gesamte Verbundgruppe.“ Und weiter: „Wir bauen zielgerichtet die Kundenzufriedenheit aus und steigern gleichzeitig die regionale Sichtbarkeit im digitalen Umfeld.“

Der „expert-KI-Ratgeber“ soll die Mitarbeiter bei Servicefragen und rund um das Thema „Recht auf Reparatur“ unterstützen.

Recht auf Reparatur: Service als strategische Plattform

Ein besonders relevantes Thema für die Elektrohausgerätebranche ist das politische und regulatorische Umfeld – insbesondere das „Recht auf Reparatur“. Expert engagiert sich hier gemeinsam mit Wertgarantie, ElectronicPartner und Euronics. Mehr dazu hier.

Komor betonte die Bedeutung branchenübergreifender Allianzen: „In einer zunehmend komplexen Marktdynamik braucht es starke Allianzen. Wenn wir unsere Interessen bündeln, erhöhen wir die Sichtbarkeit des mittelständischen Fachhandels und verschaffen ihm mehr Gewicht.“

Operativ baut expert auf eine solide Infrastruktur mit 136 Werkstätten und 230 Annahmestellen bundesweit. Ergänzend wird ein KI-gestützter „expert-KI-Ratgeber“ eingeführt, der Mitarbeiter bei Servicefragen und rund um das Thema „Recht auf Reparatur“ unterstützt

Damit positioniert sich die Kooperation nicht nur als Vertriebseinheit, sondern als Service- und Reparaturplattform – ein klarer Kontrapunkt zu rein preisgetriebenen Online-Modellen.

Wirtschaftliche Stabilität trotz Konsumzurückhaltung

Finanzvorständin Daniela Schreckling ordnete abschließnd die aktuelle Lage nüchtern ein: „Das noch laufende Geschäftsjahr ist von einer spürbaren Konsumzurückhaltung geprägt. In diesen ambitionierten Zeiten ist ein aktives Kosten- und Bestandsmanagement von zentraler Bedeutung.“

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die expert-Gruppe mit einem Umsatz von knapp über 2 Mrd. Euro bei leicht positivem Ergebnis – ein Zeichen für Stabilität in einem schwierigen Marktumfeld. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2023/24 lag der ZR-Umsatz bei 2,23 Mrd. Euro.

Fazit: Relevanz durch Kompetenz, Kooperation und Konsequenz

Mit der „Strategie 2030+“ definiert expert die Rolle des mittelständischen Fachhandels neu: nicht über Preisführerschaft, sondern über Beratungsqualität, Servicekompetenz, Reparaturinfrastruktur und starke Industriepartnerschaften. Oder wie Dr. Stefan Müller abschließend zusammenfasste: „Mit der expert-Strategie 2030+ haben wir eine solide Grundlage geschaffen, um unseren Weg entschlossen fortzusetzen.“

Für die Mitglieder bedeutet das: Zukunftsfähig ist, wer stationäre Stärke, digitale Reichweite und Serviceorientierung strategisch miteinander verbindet.

Rita Breer

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