64 Prozent der Befragten sind skeptisch, Outdoorwear in den Trockner zu geben. Foto: Electrolux
Besonders deutlich wird dabei ein Spannungsfeld: Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich mehr Komfort und Tempo, gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach langlebiger Kleidung – doch gerade beim Trocknen empfindlicher Textilien fehlt häufig das Vertrauen in die Technik.
Die Studie basiert auf einer Kombination aus realen Nutzungsdaten vernetzter Geräte sowie einer groß angelegten Verbraucherbefragung in Europa.
Die Analyse von Connected-Appliance-Daten zeigt, dass sich Wasch- und Trockenprozesse in Richtung kürzerer Laufzeiten entwickeln. Bereits 33 Prozent der Waschzyklen dauern weniger als eine Stunde, weitere 25 Prozent liegen bei 1 bis 1,5 Stunden. Auch beim Trocknen steigt der Anteil schneller Programme: 24 Prozent der Trocknungszyklen werden in unter 90 Minuten abgeschlossen, 47 Prrozent in unter zwei Stunden.
Passend dazu nennen Verbraucherinnen und Verbraucher als häufigsten Verbesserungswunsch im Waschprozess eine schneller arbeitende Waschmaschine (30%). Ebenfalls stark gefragt: nachhaltigeres Waschen (28%).
Neben dem Zeitbedarf verändert sich auch der Tagesrhythmus: 54 Prozent der Europäerinnen und Europäer waschen vor Mittag. Electrolux ordnet diesen Trend als Folge veränderter Alltags- und Arbeitsmodelle ein – insbesondere bei jüngeren Zielgruppen.
Der Report macht deutlich: Beim Trocknen empfindlicher Textilien ist die Zurückhaltung groß. Besonders hoch ist die Skepsis bei klassischen Problemstoffen: 76 Prozent sind vorsichtig bei Wolle, 69 Prozent bei Seide, 64 Prozent bei Outdoor Wear, 62 Prozent bei Daunenjacken und 57 Prozent bei Bettdecken.
Als Hauptgrund nennen viele die Angst vor Schäden: 58 Prozent möchten nicht riskieren, empfindliche Kleidung zu ruinieren. Zusätzlich spielen mangelndes Vertrauen in den Trockner (34%) sowie Pflegeetiketten, die vom Trocknen abraten (32%) eine wichtige Rolle.
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse: Verbraucher wünschen sich Technik, die Sicherheit vermittelt – etwa dedizierte Programme, präzisere Sensorik zur Feuchtemessung sowie automatisierte Programmauswahl und Gerätesynchronisation.
Auch 2025 bleibt Energieeffizienz ein zentraler Treiber im Hausgerätemarkt. 53 Prozent geben an, dass Energieeffizienz ihre nächste Kaufentscheidung stark beeinflussen wird.
Doch die Studie zeigt auch: Energiekosten wirken längst nicht nur beim Kauf, sondern direkt im Alltag. 43 Prozent der Trocknerbesitzer nutzen ihren Trockner seltener, weil sie sich wegen der Stromkosten sorgen. 28 Prozent haben ihre Trocknungsgewohnheiten in den letzten zwölf Monaten aktiv angepasst.
Auffällig ist zudem die Eco-Nutzung: Nur 32 Prozent verwenden das Eco-Programm am Trockner immer oder häufig. Ein Teil empfindet Eco als zu lang oder nutzt es nicht – und 28 Prozent geben sogar an, die Funktion nie bemerkt zu haben.
Beim Waschen zeigt sich ein langsamer, aber stabiler Trend zu niedrigeren Temperaturen: 41 Prozent waschen inzwischen bei 30°C oder darunter. Gleichzeitig berichten 66 Prozent, dass sie bei ihrer letzten 30°C-Wäsche keine Probleme hatten. Trotzdem hält sich Skepsis: 35 Prozent zweifeln daran, dass niedrige Temperaturen Flecken zuverlässig entfernen.
Die Studie zeigt auch, dass Wärmepumpentechnologie im Bestand noch nicht dominiert. Bei den Trocknertypen entfallen:57 Prozent auf Kondenstrockner, 22 Prozent auf Ablufttrockner, 11 Prozent auf Wärmepumpentrockner und 10 Prozent sagen „weiß nicht“.
Gleichzeitig verweist der Report auf die Modernisierung der EU-Energiekennzeichnung für Wäschetrockner ab 1. Juli 2025 (Umstellung auf A–G-Skala, strengere Kriterien).
Für die Elektrohausgerätebranche liefert der Report ein klares Bild: Schnelle Programme bleiben ein starkes Verkaufsargument, müssen aber konsequent mit Energieeffizienz und Textilschonung kombiniert werden. Das größte Potenzial im Trockensegment liegt zudem nicht allein in Technikdaten, sondern im Aufbau von Verbrauchervertrauen – insbesondere bei empfindlichen Textilien. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass hohe Energiekosten die Nutzung real einschränken: Hersteller und Handel sind gefordert, Eco-Funktionen und Effizienzvorteile einfacher, sichtbarer und verständlicher zu machen.
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