Aus einer aktuellen Studie zum E-Commerce der GfK GeoMarketing GmbH, greift infoboard.de wichtige Passagen, die die Consumer Electronics- und Hausgeräte-Branche betreffen, heraus. „Die Analyse der Anteile der Online-Umsätze nach Warengruppen sowie unsere Prognose für die kommenden zehn Jahre soll Händlern, Investoren und Entwicklern als objektive Grundlage für langfristige Entscheidungen dienen“, so die GfK. „Wir geben den Akteuren damit Informationen zur strategischen Geschäftsentwicklung an die Hand und freuen uns auf die Versachlichung und Anregung der Diskussion mit allen Marktplayern, die dadurch möglich wird“, untermauert das Marktforschungsunternehmen seine Zielsetzung.
Im vergangenen Jahr wurden 8,5% des gesamten deutschen Einzelhandelsumsatzes über das Internet abgewickelt. Dabei wird dieser Wert sogar noch durch den in Deutschland besonders niedrigen Online-Anteil im Lebensmitteleinzelhandel (inklusive Drogerieartikel) von 1,2% gedrückt. Bezogen auf den reinen Nonfood-Umsatz betrug der Online-Anteil in 2014 bereits 15,3%.
Die Bedeutung des Online-Handels ist aktuell in den Sortimenten Technik & Medien, Sport & Freizeit sowie Fashion & Lifestyle am höchsten. In diesen drei Segmenten wird aktuell rund ein Fünftel der Einzelhandelsausgaben in Online-Umsätze umgewandelt.
Technik & Medien ist mit einem Online-Anteil von 20,9% bzw. einem Online-Handelsvolumen von 15,1 Mrd. Euro die umsatzstärkste Warengruppe für den Online-Handel in 2014. Allerdings ist hier bereits ein zunehmender Reifegrad festzustellen: Nach dynamischen Wachstumsraten von jährlich 20 – 30% von 2011 – 2013, wurden 2014 nur knapp 8% höhere Online-Umsätze erzielt. Besonders deutlich wird die nachlassende Dynamik im Subsegment Bücher & Schreibwaren, wo im vergangenen Jahr kaum noch Online-Zuwächse hinzugewonnen werden konnten.
Die GfK geht aus folgenden Gründen von einer natürlichen Wachstumsgrenze des eCommerce aus:
Wenngleich zwar alle Branchen bis zum Prognosehorizont 2025 absolut weiter wachsen werden und Technik & Medien auch künftig den Löwenanteil ausmachen wird, verschieben sich die Gewichte zugunsten der Online-Einsteiger im Bereich Lebensmittel & Drogerie, Einrichten & Wohnen sowie Garten & Heimwerken. Im Detail sieht dies wie folgt aus:
Durch unsere Kenntnis des Einzelhandels im Abstrakten – von der Datenseite – wie auch im Konkreten – durch zahlreiche Beratungsprojekte – ist die GfK der Überzeugung, dass der Handel der Zukunft auch weiterhin „vor Ort“ stattfindet. Natürlich verschieben sich die Gewichte– der Online-Handel stellt eine disruptive Innovation für den Einzelhandel dar, die manche der heutigen Player entweder in die Insolvenz oder in die nächste Entwicklungsstufe „zwingen“ wird.
Einen ersichtlichen Grund, den stationären Handel abzuschreiben, gibt es jedoch nicht. Im Gegenteil: eCommerce wird den stationären Handel nicht verdrängen, sondern als neuer evolutionärer Wettbewerbsimpuls zu insgesamt „fitteren“ – d.h. in Hinblick auf Effizienz des Geschäftsmodells und Attraktivität für die Konsumenten verbesserten – Handelsangeboten führen. Dieser Vergleich aus der Evolutionsbiologie ist dabei keine rhetorische Analogie, sondern Abbild der engen Verwandtschaft von Märkten mit biologischen und natürlichen Wachstumsprozessen (und deren ebenso natürlichen Sättigungsgrenzen und isolierten Biotopen).
Quelle: E-Commerce: Wachstum ohne Grenzen, Online-Anteile der Sortimente – heute und morgen
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