Der neue „Bespoke AI Refrigerator Family Hub2“ ist Samsungs erster Kühlschrank mit integrierter AI Vision auf Basis von Google Gemini.
Der Wettbewerb entscheidet sich nicht mehr primär über Geräteleistung oder Design, sondern über künstliche Intelligenz, autonome Funktionen und die Einbindung in vernetzte Ökosysteme. Hersteller wie Samsung, LG, ECOVACS, Roborock, Dreame und SwitchBot zeigen, wie sich Hausgeräte vom isolierten Produkt hin zu datenbasierten, lernfähigen Plattformen entwickeln – mit weitreichenden Implikationen für Industrie, Handel und Service.
Ein zentrales Branchensignal der CES 2026 ist die strategische Neupositionierung von Hausgeräten als dauerhafte digitale Touchpoints im Haushalt. Samsung bringt diesen Ansatz mit dem Leitbild des „Home Companion“ auf den Punkt. Der neue „Bespoke AI Refrigerator Family Hub“ steht exemplarisch für diese Entwicklung: Die Integration von Google Gemini direkt in das Gerät hebt den Kühlschrank funktional auf eine neue Ebene. Lebensmittelverwaltung, Rezeptgenerierung, Nutzungsanalyse und Gerätevernetzung werden in einer Plattform gebündelt.
Auch Dreame verfolgt diesen Plattformgedanken konsequent weiter. Mit dem erstmals vorgestellten „Whole-home Smart Ecosystem“ positioniert sich das Unternehmen nicht mehr als reiner Anbieter einzelner Smart Devices, sondern als Organisator eines ganzheitlichen, KI-gestützten Lebensraums. Reinigung, Klimatisierung, Küche, Personal Care und Luftpflege werden über eine zentrale App gesteuert und durch lernende Algorithmen miteinander verknüpft. Für die Branche bedeutet dies eine klare Verschiebung von einmaligen Produktverkäufen hin zu software-, service- und datengetriebenen Geschäftsmodellen.
Für den Fachhandel entstehen daraus neue Argumentationslinien: Der Mehrwert liegt weniger in Einzelmerkmalen als in Langzeitnutzung, Updatefähigkeit und Systemkompatibilität.
Während frühere Smart-Home-Konzepte häufig an Komplexität scheiterten, zeigen die CES-Neuheiten 2026 eine stärkere Fokussierung auf konkrete Entlastung im Alltag. Besonders deutlich wird dies im Bereich Robotik.
LG skizziert mit seinem Haushaltsroboter „CLOiD“ die Vision eines „Zero Labor Home“. Robotik wird hier nicht als Nischenlösung verstanden, sondern als skalierbares System, das Aufgaben erkennt, priorisiert und eigenständig ausführt. Auch wenn das Konzept noch Zukunftscharakter hat, verdeutlicht es die strategische Relevanz autonomer Haushaltsrobotik.
Parallel dazu treiben spezialisierte Anbieter die technologische Umsetzung voran. ECOVACS zeigt mit seinem erweiterten Portfolio, wie Servicerobotik über einzelne Gerätekategorien hinauswächst. Neben neuen Saug- und Wischrobotern wie dem „Deebot T90 Pro Omni“ oder der „X12“–Familie präsentiert das Unternehmen erstmals auch einen Poolroboter sowie Weiterentwicklungen bei Fenster- und Mährobotern. Der gemeinsame Nenner: verkörperte KI, die Wahrnehmung, Navigation und Interaktion in immer mehr Haushaltsszenarien ermöglicht.
Roborock setzt mit dem „Saros Rover“ ein besonders starkes Signal. Der weltweit erste Saugroboter mit Rad-Bein-Architektur kann Treppen und komplexe Höhenunterschiede selbstständig überwinden. Damit erweitert sich der Einsatzbereich von Reinigungsrobotern erstmals auf mehrstöckige Wohnungen – ein technologischer Schritt, der die Kategorie grundlegend verändert.
Ein starker Fokus lag bei den Hausgeräte-Neuheiten der CES 2026 auf der Bodenpflege als Experimentierfeld für neue Technologien. Hier lassen sich KI, Sensorik, Mechanik und Software besonders gut kombinieren.
Neben Tineco, das mit intelligenten Nass-Trockensaugern neue Komfort- und Effizienzstandards setzt, nutzen auch Roborock und ECOVACS dieses Segment als Technologietreiber. Hochentwickelte Navigationssysteme, selbstreinigende Wischmechaniken, KI-gestützte Objekterkennung und adaptive Reinigungsstrategien sorgen dafür, dass Geräte zunehmend selbstständig und situationsabhängig agieren.
Für den Handel entsteht daraus ein wachsendes Premiumsegment mit hoher Beratungsintensität – und entsprechendem Margenpotenzial. Gleichzeitig verschiebt sich der Wettbewerb von reiner Saugleistung hin zu Softwarekompetenz und Nutzererlebnis.
Einen weiteren Entwicklungsschritt zeigt SwitchBot mit dem neuen Haushaltsroboter „onero H1“. Der Ansatz geht über klassische Reinigungsanwendungen hinaus: Der Roboter ist auf Funktionen wie Greifen, Öffnen oder Sortieren ausgelegt und arbeitet mit verkörperter KI sowie taktilem Feedback. Ziel ist es, bisher schwer automatisierbare, kontaktintensive Aufgaben zu übernehmen.
Damit wird deutlich, wohin sich der Markt bewegt: weg von funktionsspezifischen Einzelgeräten hin zu kooperierenden Robotersystemen, die sich flexibel in bestehende Smart-Home-Strukturen integrieren lassen. Für Hersteller eröffnet dies neue Differenzierungsmöglichkeiten, für den Handel neue Erklär- und Schulungsbedarfe.
Neben sichtbarer Funktionalität gewinnen auf der CES 2026 zunehmend „unsichtbare“ Leistungsmerkmale an Bedeutung. Samsung betont etwa langfristige Software-Updates, zertifizierte IT-Sicherheitsstandards und die Skalierbarkeit seines SmartThings-Ökosystems. Auch Dreame, ECOVACS und Roborock investieren gezielt in KI-Plattformen, Cloud-Architekturen und kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Systeme.
Für Hersteller und Handel wird damit klar: Langlebigkeit, Sicherheit und Updatefähigkeit werden zu kaufentscheidenden Faktoren – insbesondere im Premium- und B2B-Umfeld. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an After-Sales-Services, Remote-Diagnose und datenbasierte Wartung.
Die CES 2026 macht einmal mehr deutlich, dass sich die Hausgerätebranche von einem produktzentrierten Markt hin zu einem plattform- und servicegetriebenen Ökosystem entwickelt. Künstliche Intelligenz, autonome Systeme und Vernetzung sind keine Zukunftsvision mehr, sondern werden zum zentralen Differenzierungsmerkmal.
Für Industrie, Handel und Partner gilt es nun, Geschäftsmodelle, Schulungskonzepte und Sortimentsstrategien an diese neue Realität anzupassen.
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