Dr. Kai-Ulrich Deissner, CEO der CECONOMY AG (MediaMarktSaturn), hat sich aus persönlichen Gründen dafür entschieden, sein Amt als CEO im Laufe des Jahres 2026 zu übergeben.
Deissner war erst im Februar 2023 als CFO zu Ceconomy gestoßen und hatte im Mai 2025 den Posten des CEO übernommen. Damit endet seine Zeit an der Spitze nach nur etwa einem Jahr – eine Nachricht, die Marktbeobachter und das Umfeld gleichermaßen überrascht haben dürfte. Laut offizieller Mitteilung erfolgt der Schritt aus „persönlichen Gründen“, um „Prioritäten neu zu ordnen“.
Aufsichtsratschef Christoph Vilanek betonte die Verdienste Deissners, der das Unternehmen maßgeblich mitgestaltet und die „Experience Electronics“-Strategie umgesetzt habe. Unter seiner Ägide verzeichnete Ceconomy zwölf Quartale kontinuierlichen Wachstums.
Besonders brisant: Deissners Rückzug erfolgt in einer Phase des radikalen Umbruchs. Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com hat sich bereits die Mehrheit an Ceconomy gesichert (insgesamt ca. 85,2 % in Zusammenarbeit mit der Gesellschafterfamilie Kellerhals) und bereitet derzeit das Delisting von der Börse vor. Der finale Abschluss dieser Übernahme wird für die erste Jahreshälfte 2026 erwartet – also genau in dem Zeitraum, in dem Deissner nun seinen Abschied vorbereitet.
Deissner selbst sieht das Feld bestellt: Er bezeichnet die Vision der Transformation vom klassischen Händler zur „Omnichannel Service Plattform“ als umgesetzt und die Weichen durch die Kooperation mit JD.com als gestellt.
Die Suche nach Kontinuität läuft bereits auf Hochtouren. Der Aufsichtsrat wird sich am 12. März 2026 in einer Sitzung mit der neuen Situation befassen. Als heißester Kandidat für die Nachfolge gilt Berichten zufolge der aktuelle Finanzvorstand Remko Rijnders, der den Konzern seit 2008 kennt und die knifflige Integration mit JD.com fortführen soll.
Der plötzliche Abgang des Kapitäns, während das Schiff in neue (chinesische) Gewässer steuert, sorgt für erhebliche Unruhe. Für Partner und Lieferanten stellt sich nun die Frage, wie nahtlos der Übergang in die Ära nach dem Börsenrückzug unter neuer Führung gelingen wird. Dass der Aufsichtsrat erst in einer kommenden Sitzung formal über die Situation berät, unterstreicht die Kurzfristigkeit dieser persönlichen Entscheidung.
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